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Linkin-Park-Sänger: Tod von Chester Bennington - so reagieren Fans und Mitmusiker

Linkin Park ist eine der größten Rock-Bands der Welt. Nun kommt die schockierende Nachricht: Frontman Chester Bennington ist tot. Fans und Musikerkollegen reagieren schockiert.

Der Sänger der amerikanischen Rock-Band Linkin Park, Chester Bennington, ist überraschend im Alter von 41 Jahren gestorben. Wie ein Sprecher der Gerichtsmedizin in Los Angeles der Nachrichtenagentur DPA bestätigte, wurde Bennington tot in seinem Haus nahe Los Angeles, gefunden. Es handle sich möglicherweise um einen Suizid, sagte Sprecher Brian Elias. Der Vorfall werde aber noch untersucht. Linkin Park ist eine der erfolgreichsten Rock-Bands der Welt mit vielen Millionen verkauften Tonträgern und zahlreichen Auszeichnungen.

Bryan Adams schreibt "RIP Chester Bennington"

Ein Anruf bei der Polizei aus dem Haus des Rockers in Palos Verdes Estates sei am Donnerstagmorgen (Ortszeit) eingegangen, hieß es. "Schockiert und untröstlich", reagierte Band-Kollege Mike Shinoda in einem Tweet auf die Todesnachricht. Bennington war sechsfacher Vater und verheiratet.


Die Nachricht von Benningstons Tod schockierte Fans und Musikerkollegen. Bryan Adams, mittlerweile als Fotograf erfolgreich schrieb auf Twitter die schlichten Worte: "RIP Chester Bennington". Die US-Band "One Republic" bekundete ebenfalls ihr Beileid und mahnte angesichts der möglichen Todesursache noch: "Chester hatte sechs Kinder. Falls da draußen irgendjemand meinen sollte, die Welt sei ohne dich besser - da liegst du auf jeder Ebene falsch. Lass dir bitte helfen."


Soundgarden-Sänger Chris Cornell, ein enger Bekannter Benningtons, hatte sich Mitte Mai das Leben genommen. Seine Leiche wurde nach einem Konzert in Detroit in einem Hotelzimmer gefunden. Benningtons Todestag am 20. Juli war zugleich der Geburtstag Cornells.

Bennington wurde als Kind missbraucht 

Bennington hatte in der Vergangenheit offen über Depressionen und Suchtprobleme gesprochen. In Interviews gab er auch an, als Junge von einem älteren Bekannten sexuell missbraucht worden zu sein.

Erst im Mai hatte die 1996 in Los Angeles gegründete Band ihr neues Album "One More Light" auf den Markt gebracht. Es war ihr siebtes Studioalbum. In der Single "Heavy" singt Bennington schwermütig über seine Gedanken. Im Refrain fragt er, warum alles so schwer sei. Balladen ("One More Light") stehen neben eingängigem Poprock ("Talking To Myself") oder gefühliger Akustikgitarre ("Sharp Edges").


Die Rock-Band schlug damit sanftere Töne an als in früheren Jahren. Das brachte ihnen auch Kritik von Fans ein. Sein Ziel sei nie gewesen, möglichst viele Platten zu verkaufen oder Stadien zu füllen. "Unsere Absicht ist, Musik zu machen, die wir lieben", sagte Bennington im Mai im Interview der DPA in Berlin. Nur wenige Stunden vor Bekanntwerden des Todes von Chester Bennington hatte die Plattenfirma der Band am Morgen noch das neue Video "Talking to Myself" veröffentlicht. 

Erstmals hat die Band die Aufnahmen nicht mit musikalischen Proben begonnen, sondern mit Gesprächen. "Worüber mache ich mir Gedanken? Was ist für mich gerade am wichtigsten?", seien Fragen dieser Gespräche gewesen, aus denen sich die Ideen für neue Lieder ergeben hätten: Depression und Tod, aber eben auch das manchmal banale Familienleben mit Kindern. Hast du die Zähne geputzt? Wo ist dein Rucksack? "Das ist ein typischer Tag, wenn du Kinder hast", sagt Bennington. Aber dies seien auch Themen, die vor 15 Jahren niemand in der Band verstanden hätte. "Es kommt darauf an, wo wir im Leben stehen."

Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 erreichbar. Auch eine Beratung über E-Mail ist möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

nik/DPA