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MTV Video Music Awards: Warten auf den einen Augenblick, der die Gemüter erregt

Was machen eigentlich die MTV Video Music Awards? Schon zum 31. Mal findet die Show statt. Mittlerweile hoffen auch die Produzenten nur auf diesen einen kleinen Schockmoment, über den dann alle reden.

Von Frank Siering, Los Angeles

Ein großer Schaumfinger zwischen den Schenkeln von Miley Cyrus, ein simulierter Sex-Akt mit Robin Thicke, eine sonst immer brave Taylor Swift, die ihrem Ex-Freund aus dem Publikum ein für die Kameras klar erkenntliches "Shut the f*** up" entgegenschleudert. Zweifelsohne zählen die Video Music Awards (VMAs) zu den amüsantesten Preisverleihungen, die die amerikanische Entertainment-Branche zu bieten hat.

"Es ist eine von diesen Sendungen, die sich in der Popkultur zur "Must Watch Show" entwickelt hat", sagt VMA-Produzent Garrett English, der in diesem Jahr erneut für die Veranstaltung mitverantwortlich ist. English weiter: "Skandal-Auftritte gehören einfach dazu."

Öffentliche Trennung bei den VMAs

An diesem Sonntag im "Forum" in Los Angeles ist auch Frau Cyrus wieder mit dabei, obwohl im Moment noch kein Auftritt der "Wrecking Ball"-Sängerin geplant ist. Auch könnte es mit den Darbietungen von Beyoncé, Usher, Swift, Ariana Grande und Skandal-Nudel Nicki Minaj wieder einige potentielle Überraschungsmomente auf der Bühne geben. Gerade Beyoncé hat in letzter Zeit bei diversen Konzerten durchblicken lassen, dass es in ihrer Beziehung mit Ehemann Jay Z kriseln könnte. Für Produzent English wäre es deshalb nicht überraschend, wenn "es erneut einen Moment bei den VMAs gäbe, über den die ganze Welt noch lange hinterher sprechen wird".

Zumal, so der Show-Produzent weiter, "wir keine Angst vor Kontroversen haben". Zu den Besonderheiten der VMAs zählt nämlich auch, dass viele Einzelheiten der Künstlerauftritte im Vorfeld nicht verraten werden.

Die Bühne für Skandale

Bislang ist bekannt, dass Ariana, Nicki und Jessie J den Song "Bang Bang" präsentieren und das Iggy Azalea und Rita Ora "Black Widow" zum Besten geben wollen. Besonderes Augenmerk sollte das Publikum allerdings auf die Performance von Beyoncé werfen, so English.

Nicht nur ist sie zusammen mit Newcomer Iggy Azalea für acht VMAs nominert, auch wird sie den Video Vanguard Award erhalten. "Beyoncé hat sich etwas ganz besonderes einfallen lassen", verspricht English und facht damit die Gerüchteküche an, dass sie an diesem Abend vielleicht sogar ihre Trennnung von Jay Z offziell machen könnte.

Die VMAs werden seit 1984 vergeben. Es war diese Show, in der Madonna mit Britney Spears auf der Bühne herumzüngelte, es waren die VMAs, bei denen sich Lady Gaga während ihren "Paparazzi"-Auftritts mit falschem Blut beschmierte und Michael Jackson Hand in Hand mit Lisa-Marie Presley auf der Bühne auftauchte und sie vor einem Millionenpublikum leidenschaftlich küsste. Damals wollte er die Gerüchte, dass es sich bei der Ehe um eine abgekaterte PR-Beziehung handle, aus der Welt zu schaffen. Die Ehe mit der Tochter von Elvis Presley ging nach nur zwei Jahren wieder in die Brüche. Die Gerüchte blieben.

Frauen in der Überzahl

Die VMA-Bühne war es auch, die als Tatort diente, als ein ungehobelter Kanye West Taylor Swift den "Moonman"-Preis aus der Hand riss und dem Publikum verkündete, sie habe diese Ehrung nicht verdient. "Keine Frage, bei dieser Show kannst du dein blaues Wunder erleben. Du musst auf alles gefasst sein", sagte Swift später über die VMAs.

Dass der austragende Sender MTV mittlerweile kaum noch Videos abspielt und die VMAs somit ihren eigentlichen Stellenwert verloren haben, scheint die Produzenten kaum zu stören. "Tolle Musikvideos stehen trotz der Skandale und Skandälchen immer noch im Mittelpunkt dieser Show", so English gegenüber ABC News. "Viele Künstler wissen sehr genau, dass die Zuschauer im Saal, wie auch die Millionen vor dem Fernseher auf diesen einen ungeskripteten Moment warten, der anschließend via Facebook, Twitter und Co. weltweit die Runde macht", sagt Amy Doyle, die als weitere Produzentin bei den VMAs mitwirkt. Und insgeheim, fügt sie hinzu, "möchte doch jeder ein Teil der VMA-Geschichte sein".

Erstmals werden in diesem Jahr mehr weibliche Darstellerinnen auf der Bühne stehen als männliche. Ein klares Zeichen, dass der weibliche Solo-Künstler in der Musikindustrie immer mehr die Oberhand gewinnt ", so Doyle. Und ein Zeichen dafür, dass der nächste VMA-Skandal vielleicht erneut von einer Frau verzapft wird.

Die Top-Nominierungen 2014

Video of the Year
Iggy Azalea ft. Charli XCX - "Fancy"
Beyoncé ft. Jay Z - "Drunk In Love"
Pharrell Williams - "Happy"
Sia - "Chandelier"
Miley Cyrus - "Wrecking Ball"

Best Hip Hop

Eminem - "Bezerk"
Drake ft. Majid Jordan - "Hold On (We're Going Home)"
Childish Gambino - "3005"
Kanye West - "Black Skinhead"
Wiz Khalifa - "We Dem Boyz"

Best Male

Pharrell Williams - "Happy"
John Legend - "All Of Me"
Ed Sheeran ft. Pharrell - "Sing"
Sam Smith - "Stay With Me"
Eminem ft. Rihanna - "Monster"

Best Female

Iggy Azalea ft. Charli XCX - "Fancy"
Beyoncé - "Partition"
Lorde - "Royals"
Ariana Grande ft. Iggy Azalea - "Problem"
Katy Perry ft. Juicy J - "Dark Horse"