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Musical "Die Drei Musketiere": D'Artagnans Schwarzwälder Geliebte

Sie ist erst zarte 19 - und hat es doch schon geschafft. Sabrina Weckerlin spielt, singt und tanzt eine tragende Rolle in dem Musical "Die drei Musketiere". Vor der Premiere folgte stern.de ihr schon einmal in die Garderobe.

Von Florian Güßgen

Die Garderobe Nummer 11 liegt im ersten Stock des Berliner Theaters des Westens. Es ist Dienstagabend, kurz vor sechs. Nicht irgendein Dienstag, versteht sich, sondern der Tag vor der großen Deutschland-Premiere des Musicals "Die Drei Musketiere". Gespielt wird auch heute, ab sieben. Für die Journalisten, die berufsmäßigen Kritiker. Die Show soll gefallen, sie muss gefallen. Der Druck ist groß.

Garderobe Nummer 11. Sabrina Weckerlin sitzt vor dem Spiegel, gelassen-quirlig. Die Maskenbildnerin dreht ihr "Schneckerl" ins Haar. Weckerlins dunkelblonder Lockenhelm, der an Motown erinnert und an die junge Whitney Houston, muss bezwungen werden, erst mit "Schneckerln", die an den Kopf gepresst werden, dann mit einem Netz, dann mit einer Perücke.

Klein, voll, bunt. Die Garderobe Nummer 11 ist so, wie eine winzige Garderobe zu sein hat: Über dem Spiegel hat Weckerlin Baby-Fotos befestigt. Von der Tochter ihrer Cousine, auf dem Schminktisch liegt Krimskrams. Weckerlin erzählt von sich - der Show, ihrer Karriere und von ihrem Entschluss, in den Tag hineinzuleben. Sie kichert viel.

Direkt über der Tür hängt ein Lautsprecher. Hin und wieder knackt er, und dann ertönen Anweisungen, wer wann wo auftreten muss. Auch jetzt gibt es ein klare Ansage: "Fight Call in fünf Minuten". Big Brother im Muscial-Theater. Ein Fernseher zeigt Weckerlin, was auf der Bühne geschieht.

Die Maskenbildnerin schneckelt ungerührt

Weckerlin ist in Wallung, allerdings nicht wegen der Show heute oder gar der Premiere morgen. Es sind die Gerüchte, die sie erzürnen. Es sei unglaublich, faucht sie, dass ihr dauernd ein Techtelmechtel mit Alexander angedichtet werde, Alexander Klaws, dem "Superstar" aus der gleichnamigen RTL-Show. Es sei ja wohl ein Witz, schimpft sie mit leicht österreichisch eingefärbtem Zungenschlag, was da geschrieben werde. Sie jedenfalls, habe Alexander erst während der Proben für das Musical kennen gelernt, und dann eben ein Liebeslied mit ihm aufgenommen. Für eine CD. Was sei schon dabei? "Mein Gott", zischt sie, "die Medien haben geschrieben, wir würden uns sehnsüchtig Blicke zuwerfen. Das ist mein Beruf. Soll ich ihn anschreien?" Touché. Diese 19-jährige Madame hat Power und Esprit. Maskenbildnerin Bärbel Scheid schneckelt ungerührt weiter.

Die Sache mit dem Beruf. Wie bei einer Diva, einem Profi, ist Weckerlin schon jetzt in der glücklichen Lage, das sich jemand um ihr Liebesleben schert. Das ist eine Auszeichnung, denn eigentlich ist Sabrina Weckerlin noch eine Anfängerin im Geschäft, gerade erst 19, und doch hat sie es schon geschafft, von der Kleinstadt Furtwangen im Schwarzwald hinaus, hinauf, in die große, weite Welt. Schon jetzt ist sie eine Art Star - jedoch nicht wegen der CD mit Alexander, sondern wegen ihrer Rolle in dem Musical "Die Drei Musketiere", das am Mittwoch in Berlin Premiere feierte.

Weckerlin spielt darin Constanze, die Zofe der französischen Königin, sie ist die Geliebte des Degenheldens d'Artagnan. (D'Artagnan wird, um einem Irrtum vorzubeugen, übrigens nicht von Klaws gespielt, sondern von einem Herren namens Patrick Stanke. Mit Klaws singt Weckerlin nur auf der CD, allerdings ein Lied aus dem Stück - ein gewieftes Lehrstück in Sachen PR also.)

Weckerlin ist sympathisch, weil sie natürlich wirkt, wach, selbst wenn sie versucht, sich möglichst professionell zu geben. Amateure sind in ihren Augen wohl all jene, die ihr eine Geschichte mit dem "Superstar" andichten wollten. "Wenn ich mit jedem, mit dem ich schon ein Liebesduett gesungen habe, zusammen wäre, dann wäre ich schon drei Mal geschieden", schimpft sie. Gut gesprochen, Madame Weckerlin. Touché.

Die Rolle. Weckerlin spielt Constanze, die Zofe, die vom Land in die große Stadt kommt, in das Paris des 17. Jahrhunderts. Constanzes Eltern haben sie gegen ein sattes Brautgeld an einen geifernden Weinhändler aus der französischen Hauptstadt verkauft. In der Metropole dient sich Constanze zur Zofe der Königin hoch und findet in dem Helden d'Artagnan ihre große Liebe. Weckerlin singt die Rolle mit Verve, mit Lust, überzeugend. Constanze sei etwas naiv, sagt Weckerlin, aber die Zofe glaube fest daran, dass sie in Paris Großes vor sich habe, eine strahlende Zukunft. Bei Weckerlin ist das anders. Sie hat etwas Großes vor sich, naiv - oder gar eine Unschuld vom Lande - ist sie nicht. "Mit einem Weinhändler musste ich nicht mitgehen", sagt sie. Und kichert. Noch zwei Minuten bis zum "Fight Call".

Deutschlands "jüngste Jazzdancelehrerin"

Nein, den Weinhändler hat sie nicht gebraucht. Aber etwas Glück und den Musical-Konzern "Stage Holding". Weckerlin, so schön ihre Geschichte auch klingt, ist ein hausgemachtes Produkt dieser Firma - seit September 2003 ist sie Schülerin der Joop van den Ende Academy in Hamburg, einer Schule zur Ausbildung von Musical-Künstlern, die "Stage Holding"-Chef Joop van den Ende ins Leben gerufen hat. 2003, damals noch 17, konnte sich Weckerlin, die einstmals "jüngste HipHop- und Jazzdancelehrerin" des Landes (Lebenslauf), in einem harten Auswahlverfahren durchsetzen, das Teenie-Blatt "Bravo" zahlte ihr anschließend sogar die Hälfte der Studiengebühren. Noch vor dem Ende der dreijährigen Ausbildung erhielt sie im Dezember des vergangenen Jahres völlig überraschend das Angebot, in Berlin die Constanze zu spielen. Eine Hauptrolle. "Nach der Entscheidung hatte ich drei Tage Zeit, nach Berlin zu kommen," sagt sie, seit Januar wird geprobt.

Alles spricht für Weckerlin. Sie hat nichts zu verlieren und kann alles gewinnen. Im Musketiere-Team ist sie das Nesthäckchen, sie kann lernen. Von der arrivierten Pia Douwes etwa, die im Stück die fiese Milady de Winter gibt - in den Pausen spielt sie mit Weckerlin "Uno". Auch die Produktionsfirma "Stage Holding" hat etwas von dem Jungstar. Die Geschichte dieses märchenhaften Erfolgs lässt sich prächtig vermarkten - a star is born. Win-Win-Game nennt man so etwas, alle haben etwas davon.

Zurück in die Garderobe. Weckerlin weiss, wie sie ihren Erfolg darzustellen hat. "Es passiert so viel Neues", sagt sie. "Ich kann das gar nicht alles verarbeiten", sagt sie. Und: "Ich lebe in den Tag hinein. Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt". Klingt abgegriffen, aber ist ehrlich gemeint. Alles gut.

Zeit für den "Fight Call". In Garderobe 11 streift sich Weckerlin, die jüngste von drei Schwestern, flugs eine Trainingshose über, zieht schwarz-weiße, halbhohe Chucks an, springt auf. "Ich muss jetzt zum Fight Call", sagt sie. Und verschwindet auf die Bühne.

Neid gibt es nicht

Fight Call. 45 Minuten bis zur Show. Noch einmal üben die Schauspieler ein paar Minuten lang die martialischen Fechtszenen, die das Stück prägen. Hurra. Die Helden - d'Artagnan und die Musketiere Athos, Porthos und Aramis - kämpfen in sportlich-legerer Kleidung des 21. Jahrhunderts mit den Bösen, der Leibgarde des finsteren Kardinals Richelieu, dem miesen Rochefort. Constanze darf den Degen nicht schwingen, nur einmal ist sie in ein Gerangel verwickelt. Aber sie muss sich auf der Bühne mitbewegen, der Choreografie folgen. Sie hat Spaß, das sieht man, macht ausladende Bewegungen, lächelt.

Am Vortag waren die anderen da, die Mitschüler aus der Hamburger Musical-Schule. "Sie haben Plakate gemalt und gejubelt, sind sogar auf die Bühne gekommen", erzählt Weckerlin. "Man hat mich gar nicht mehr singen hören." Sie kichert. Die Mitschüler haben sie aufgemuntert, ihr Mut zugesprochen, Maskottchen mitgebracht. Neid? Nein, das gebe es nicht, versichert Weckerlin. "Die wissen, dass sie alle talentierte Menschen sind, die groß rauskommen. Die sagen immer: Na ja, wenn das jetzt jemand anders wäre. Aber wir mögen dich eben so gerne." Touché. Weckerlin bietet keine Angriffsfläche. Sehr gut. Schon wieder.

Der Jungstar gibt sich bescheiden

Wieder in die Garderobe. Der Beginn der Show steht unmittelbar bevor. Draußen, auf dem Flur, wird das Getrippel und Gehusche lauter, immer mehr Crew-Mitglieder und Schauspieler in Fechtmontur hasten durch das Gebäude. Sabrina Superstar bleibt gespannt ruhig, kichert wieder, und antwortet routiniert auf die klischeehafte Frage nach der Bedeutung dieser ganzen Sause. War das jetzt schon der Durchbruch, der Durchbruch zum ganz großen Star? "Ich mache den Beruf nicht, um ein Star zu werden, um berühmt zu werden", sagt sie. "Ich möchte einfach singen". Das klingt nach guter Laune, nach Überzeugung, nach Märchen und Aschenputtel und Erfolg. Zu schön. Aber was soll's? Naiv klingt es jedenfalls nicht, was Madame da von sich gibt, mit ihrem österreichischem Zungenschlag, den sie sich unbewußt zugezogen haben will, während der Proben. Der Lautsprecher knackt. Es geht los.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(