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Opernsänger: Neue Vorwürfe gegen Plácido Domingo - und eine Absage

Neue Probleme für Plácido Domingo: Elf weitere Frauen werfen dem Opernstar vor, sie belästigt zu haben. Bühnenangestellte bestätigen das Verhalten. Die Oper in Dallas zog nun Konsequenzen.

Plácido Domingo bei einer Pressekonferenz im Jahr 2016

Plácido Domingo bei einer Pressekonferenz im Jahr 2016

DPA

Im vergangenen Monat erreichte die #MeToo-Debatte eine der prominentesten Figuren der klassischen Musikszene: Neun Frauen warfen dem spanischen Opernsänger und Dirigenten Plácido Domingo vor, sie sexuell belästigt zu haben. Der 78-Jährige dementierte die Anschuldigungen umgehend. "Die Vorwürfe von diesen ungenannten Individuen, die 30 Jahre zurückliegen, sind zutiefst verstörend, und so wie sie dargelegt wurden, falsch", ließ der Sänger über seinen Sprecher verlautbaren. "Ich glaubte, dass all meine Beziehungen immer willkommen und einvernehmlich waren", heißt es weiter.

Nun haben sich insgesamt elf weitere Frauen gemeldet, die Domingo ebenfalls der Belästigung bezichtigen. Die Vorwürfe sind zum Teil sehr konkret - und werden von Bühnenangestellten bestätigt. Sie hätten regelmäßig versucht, junge Frauen von Domingo fernzuhalten, werden sie von der Nachrichtenagentur AP zitiert.

Das Verhalten des Sängers, der als Teil der "Drei Tenöre" weltberühmt wurde, sei an der Oper von Los Angeles ein offenes Geheimnis gewesen. Domingo  habe sich den Frauen dabei immer wieder unangenehm genähert, sie umarmt oder versucht, sie zu küssen.

Plácido Domingo dementiert alle Vorwürfe

Auch diese neuen Vorwürfe ließ Plácido Domingo über eine Sprecherin zurückweisen: "Diese neuen Behauptungen sind mit Widersprüchlichkeiten durchsetzt, und, wie auch schon bei der ersten Geschichte, in vielfacher Hinsicht unkorrekt."

Während die Oper von Los Angeles, deren Intendant Domingo ist, die Vorwürfe noch untersucht, haben andere Häuser schon Maßnahmen ergriffen. Die Orchestervereinigung von Philadelphia und die Oper von San Francisco haben geplante Auftritte des Musikers abgesagt. Auch die Dallas Opera kündigte via Twitter Konsequenzen an.

Im Zuge der neuesten Entwicklungen habe man entschieden, die für den 11. März 2020 geplante Gala, bei der Domingo auftreten sollte, abzusagen, ließ das Opernhaus in Texas in dem sozialen Netzwerk verlautbaren. Für diese Entscheidung bekam die Oper nicht nur Zuspruch. Viele Twitter-User kritisierten, dass mit der Entscheidung die Unschuldsvermutung ausgehebelt werde. Andere lobten wiederum, dass man den Opfern glauben schenke.

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