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Streit um Millionen: Wie Hunderte Menschen versuchen, ans Erbe von Prince zu kommen

Ein Häftling behauptet, der biologische Sohn von Prince zu sein. Er sei bei einem One-Night-Stand entstanden. So wie er erheben derzeit hunderte Menschen Anspruch auf das Millionenerbe von des Popstars.

Popstar Prince hält sich auf der Bühne eine Hand ans Ohr

Immer mehr Menschen melden Ansprüche auf das auf rund 265 Millionen Euro geschätzte Erbe von Popstar Prince an

Viel Geld zieht viele Menschen an. Prince hatte viel Geld, und er hatte wohl noch mehr Fans. Weil die Familiengeschichte von Prince - gelinde gesagt - kompliziert ist, bleibt Raum für Spekulationen. Auch im Fall des Erbes. Jüngst hat ein Häftling aus Missouri behauptet, er sei der Sohn des Popstars. Nur natürlich nicht offiziell. Deswegen will er als Familienmitglied anerkannt werden - und damit Anspruch auf das Millionenerbe erhalten. Laut einem am Dienstag bekanntgewordenen Dokument, das von seinem Anwalt bei Gericht hinterlegt wurde, bestreitet der 39-jährige Carlin Q. Williams die Darstellung der Schwester von Prince, Tyka Nelson, nach der Prince keine Kinder hinterließ.

In dem Dokument heißt es, Williams "könnte der einzige legale Erbe des Verstorbenen sein". Williams' Mutter, Marsha Henson, erklärt in einem weiteren gerichtlich hinterlegten, eidesstattlichen Dokument, dass sie Prince Rogers Nelson im Juli 1976 in einem Hotel in Kansas City kennengelernt und dort "nicht geschützten Sex" mit ihm gehabt habe. Ihr Sohn Carlin sei damals gezeugt worden und am 8. April 1977 geboren.

Wegen Autodiebstahls und illegalen Waffenbesitzes in Haft

Carlin Q. Williams beantragte, die Vaterschaft des Popstars durch einen Vergleich des Erbguts feststellen zu lassen. Prince war mit 57 Jahren völlig überraschend gestorben und hatte kein Testament hinterlassen.

Williams sitzt wegen eines Autodiebstahls und illegalen Waffenbesitzes in Florence im Bundesstaat Colorado im Gefängnis. Er dürfte frühestens Ende 2020 freikommen. In seiner Akte heißt es, er habe sieben Halbgeschwister. Williams verbrachte demnach eine schwierige Kindheit, sein Vater war "vollkommen abwesend".

Sechs anerkannte Verwandte, gut 700 angebliche

Neben Schwester Nelson hatten bis Anfang Mai bereits weitere fünf anerkannte Halbgeschwister beim zuständigen Nachlassgericht im US-Staat Minnesota Anspruch auf das Erbe des Popstars erhoben. Wenig später kam in Darcell Gresham Johnston eine weitere, bislang aber unbekannte Halbschwester hinzu. Johnston hatte demnach angegeben, die dieselbe Mutter wie Prince zu haben. Das Gericht wollte daraufhin prüfen, ob der Anspruch gerechtfertigt ist.

Damit aber noch nicht genug: Wie die "Daily Mail" berichtete, sollen sich nach dem Tod des Sängers binnen weniger Tage gut 700 Männer und Frauen gemeldet haben, die - meist telefonisch - behaupteten, mit dem 57-Jährigen verwandt zu sein. Dabei reichten die Argumente der vermeintlichen Familienangehörigen von "wir haben in der gleichen Gegend gelebt" bis hin zu "wir besitzen Bilder, die Prince auf gemeinsamen Famieleinfeiern zeigen". Das berichtete Harvey Morse der "Daily Mail". Morse ist zuständig für die offizielle Suche nach Verwandten des Musikers. Auch hier sollte die Prüfung von Geburts-, Heirats-, Todes- und Scheidungsurkunden sowie Gerichtsdokumenten klären, ob die Ansprüche gerechtfertigt seien.


Vermögen von Prince auf 265 Millionen Euro geschätzt

Die Höhe des Erbes von Prince steht noch nicht fest. Die auf die Vermögen Prominenter spezialisierte Website Celebrity Net Worth hatte das Vermögen von Prince auf rund 300 Millionen Dollar (etwa 265 Millionen Euro) geschätzt. Das Magazin "Forbes" listete Prince 2005 unter den einhundert einflussreichsten Prominenten und gab an, der Musiker habe im Vorjahr rund 50 Millionen Dollar verdient.

Prince hatte 1996 mit seiner damaligen Frau, der Tänzerin Mayte Garcia, einen Sohn, der aber schon wenige Tage nach der Geburt am sogenannten Pfeiffer-Syndrom starb.


mod / AFP