Tod von Pharoah Sanders Der beste Saxophonspieler der Welt ist gestorben. Schafft er es, posthum einen Jazz-Hasser zu bekehren? Ein Hörexperiment

Pharoah Sanders
Der US-Jazzmusiker Pharoah Sanders ist im Alter von 81 Jahren verstorben
© Omar Marques / Picture Alliance
Unser Autor hasst Jazz. Ahnt aber, dass es irgend etwas Tolles sein muss. Wer könnte ihm neue Klangwelten erschließen, wenn nicht eine der letzten Jazz-Ikonen? Ein letzter Versuch, sich einer schwierigen Musikform zu nähern.

Ich hasse Jazz. Man muss das leider so sagen. Ich verstehe natürlich, wie raffiniert das alles ist. Wie wichtig auch. Eine echte Musikavantgarde. Hoch konzentrierte Laborarbeit, wo Sachen nach vorn gebracht werden. Wo Klangforscher nachts um vier Uhr voller Wagemut althergebrachte Formen sprengen und die Kunst in die Zukunft tragen. Wo gibt‘s das denn heutzutage noch, wo praktisch jeder Roman nach den abgegriffenen Rezepten irgendwelcher muffigen Schreibschulen zusammengestoppelt wird? Wenn künstlerisches Schaffen überhaupt irgendeinen Sinn haben sollte, dann doch wohl den, neues Terrain zu vermessen. Beim Jazz spürt man diese Neugier noch.

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