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Polizeiruf 110: Für Janina: Ungerecht? Darum gibt es den Paragrafen

Im "Polizeiruf" geht es um einen vermeintlich ungerechten Paragrafen. Warum es den gibt - und weitere Highlights der ARD-Themenwoche.

Janinas Mutter (Hildegard Schmahl, r.) will endlich die gerechte Strafe für den Mörder ihrer Tochter

Janinas Mutter (Hildegard Schmahl, r.) will endlich die gerechte Strafe für den Mörder ihrer Tochter

Im "Polizeiruf 110: Für Janina" (11.11.) will die Mutter eines getöteten Mädchens Gerechtigkeit. Ein Paragraf, der festlegt, dass man nur einmal in derselben Sache angeklagt werden kann, steht ihr im Weg. Doch warum gibt es diesen Paragrafen überhaupt? Und welche weiteren Highlights sendet das Erste im Rahmen der ARD-Themenwoche "Gerechtigkeit"? Die Antworten gibt's hier.

Warum gibt es den vermeintlich unfairen Paragrafen?

Der Paragraf § 362 StPO regelt die Bedingungen, unter denen ein einmal Verurteilter in derselben Sache erneut angeklagt werden kann. Warum ist das wichtig? "Dieser Paragraph wurde nach den Erfahrungen, die mit der nationalsozialistischen Diktatur gemacht worden sind, ins Grundgesetz aufgenommen", erklärt Dr. Wolfram Schädler, Rechtsanwalt und Bundesanwalt a.D. Der Gesetzgeber habe damit verhindern wollen, dass jedes Urteil, das dem Staat nicht passe, einfach kassiert werde, wie es in der NS-Diktatur der Fall gewesen sei.

Weitere Highlights der Themenwoche

Die ARD-Themenwoche dauert von 11. bis 17. November. Das Thema "Gerechtigkeit" wird dabei in vielen verschiedenen Bereichen beleuchtet: Grundgesetz, Grundeinkommen, Sozialstaat, Generationengerechtigkeit, Entgelttransparenzgesetz, Steuergerechtigkeit, Durchschnittseinkommen, Armutsgefährdung etc. Neben Reportagen, Talk-Sendungen und Co. sind auch eine Doku und ein Fernsehfilm besonders sehenswert.

"Superfrauen - die weibliche Seite des Deutschen Films", Doku (11.11., 23:35 Uhr, das Erste)

Diese Dokumentation zeigt eine kritische Bestandsaufnahme der weiblichen Seite des deutschen Films. Zu Wort kommen Deutschlands erfolgreichste Film-Frauen, darunter Schauspielerin Iris Berben, Produzentin Regina Ziegler ("Weissensee") und die Regisseurinnen Margarethe von Trotta ("Hannah Arendt"), Caroline Link ("Nirgendwo in Afrika"), Doris Dörrie ("Männer") und Anika Decker ("Traumfrauen") sowie die Macherinnen hinter dem internationalen Erfolgsstreifen "Toni Erdmann" (2016).

"Keiner schiebt uns weg" von Wolfgang Murnberger, Fernsehfilm (14.11., 20:15 Uhr, das Erste)

Gelsenkirchen, 1979. Drei Mitarbeiterinnen eines Fotolabors erfahren durch Zufall, dass sie für ihre Arbeit viel schlechter bezahlt werden als ihre männlichen Kollegen. Lilli (Alwara Höfels), Rosi (Katharina Marie Schubert) und Gerda (Imogen Kogge) wollen sich wehren und verklagen ihren Arbeitgeber, denn laut Grundgesetz sind Männer und Frauen längst gleichberechtigt. Dabei haben die drei auch privat schon genug Probleme. Lilli kämpft mit ihrer Familie, unbezahlten Rechnungen und einem kaputten Auto. Rosi arbeitet heimlich und gegen den Willen ihres Mannes, um das heile Bild vom Familienglück aufrechtzuerhalten. Und Gerda fristet nach dem Tod ihres Mannes ein recht einsames Dasein in ihrer Gartenlaube.

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