Gespräch wenige Tage vor dem Attentat Herr Rushdie, warum sind Sie nach der Fatwa nicht verzweifelt? "Man muss sich in einen Kämpfer verwandeln"

Salman Rushdie im Jahr 2012 in Berlin
Am 19. Juni diesen Jahres feierte Salman Rushdie seinen 75. Geburtstag. Dieses Portrait entstand 2012 bei einem Besuch in Berlin – da lebte Rushdie bereits seit 20 Jahren mit der Fatwa aus Iran
© DPA
Fast genau zwei Wochen vor dem Attentat auf Salman Rushdie traf stern-Korrespondent Raphael Geiger den Schriftsteller in New York. In dem zweistündigen Gespräch ging es auch viel um Angst. Doch Rushdie machte sich nicht um sich selbst Sorgen. Sondern um die amerikanische Demokratie. 

Salman Rushdie war an diesem Sommertag in New York ein entspannter Mensch. Er schien im Reinen mit sich. Zum Interview kam er allein, wie immer. Seit vielen Jahren schon hatte er keine Personenschützer mehr bei sich. Die Gefahr? Er spüre sie nicht mehr, sagte er. Es hatte etwas Trotziges: Von den Fanatikern, die es auf sein Leben abgesehen hatten, ließ sich Rushdie nicht seine Freiheit nehmen. Nicht mehr. Den Radikalen, die ihn seit der iranischen Fatwa von 1989 hassten, seit dem Aufruf, ihn zu töten, weil er mit seinen "Satanischen Versen" den Islam beleidigt habe – er schenkte ihnen nicht mehr viel Aufmerksamkeit.


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