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"Hunters": "Eine Einladung an Holocaust-Leugner": Auschwitz-Museum übt heftige Kritik an Amazon-Serie

Die Amazon-Serie "Hunters" erzählt eine fiktive Geschichte von Nazi-Jägern in den USA. Das Auschwitz-Museum zeigt sich entsetzt über die Produktion.

"Hunters"

"Hunters"

"Justice has arrived" - "Gerechtigkeit ist gekommen": Mit diesen markigen Worten wirbt Amazon für seine neue Eigenproduktion, die Serie "Hunters". Seit vergangenem Freitag, 21. Februar, steht die Serie auf der Streamingplattform zum Abruf bereit. Erzählt wird die Geschichte einer Gruppe von Nazi-Jägern im New York der 1970er Jahre. Dort bringen sie hochrangige NS-Offiziere zur Strecke, die sich in den USA unter falscher Identität niedergelassen haben und die Errichtung eines Vierten Reichs planen.

Amazon fährt viele Stars auf

Für diese Produktion konnten zahlreiche prominente Schauspieler verpflichtet werden, darunter Oscar-Gewinner Al Pacino, Lena Olin ("Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins") oder Dylan Baker ("Spiderman"). Spannende Idee, tolle Stars - da kann doch eigentlich nichts schief gehen. Oder doch?

Nur zwei Tage nach der Veröffentlichung meldete sich das Auschwitz-Museum auf Twitter zu Wort - und übte harsche Kritik an "Hunters".

Der Tweet erwähnt vor allem eine Szene aus der Serie - und zeigt ein Bild dazu: Darin geht es um einen Lageraufseher in Auschwitz, der mit den Häftlingen Schach gespielt hat. Ein Vorgang, den es nicht gegeben hat. Das Auschwitz-Museum nennt dies "eine gefährliche Torheit" und wirft "Hunters" vor, mit solchen erfundenen Geschichten künftigen Holocaust-Leugnern Vorschub zu leisten. Das Memorial hält ihr eigenes Programm dagegen: "Wir ehren die Opfer, indem wir bei den Fakten präzise bleiben." 

Amazon-Serie "Hunters"

David Weil, der Schöpfer der Serie, hat sich zu den Vorwürfen geäußert. Symbolische Darstellungen würden den Menschen einen Zugang zu der emotionalen und symbolischen Realität gewähren, "die es uns ermöglicht, die Erfahrungen der Shoah besser zu verstehen", sagte er dem Filmmagazin "Variety" und betonte: "Es ist keine Dokumentation."

Andere Medien teilen die Kritik an "Hunters"

Doch die schweren Vorwürfe des Auschwitz Memorial wird er damit nicht so einfach aus der Welt schaffen. Zumal die Kritik auch von anderen Medien geteilt wird.  Die Serie versinke "ethisch zwischen Lagervoyeurismus und Gewaltpornographie", urteilt etwa die "FAZ" und kommt zu dem Schluss: "Was uns Amazon präsentiert, ist eine Zumutung." Ähnlich vernichtend fällt die Kritik im "Spiegel" aus: "Auf geschmacklosere Weise ist der ­Holocaust noch nicht zu Unterhaltungsware verwurstet worden."

Quellen: Twitter, "Variety", "Spiegel", "FAZ"