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"Marking a Murderer" Anwältin bittet um Unterstützerbriefe für Steven Avery: "Kontaktieren Sie ihn, bitte!"

Making a Murderer: US-Anwältin Kathleen Zellner kämpft seit Jahren für die Freilassung von Steven Avery.
US-Anwältin Kathleen Zellner kämpft seit Jahren für die Freilassung von Steven Avery, der hierzulande durch die Netflix-Serie "Making a Murderer" bekannt wurde
© stern-Kombo tns/abaca/Morry Gash / Picture Alliance
Im April legte die Anwältin des inhaftierten US-Amerikaner Steven Avery, der hierzulande durch die Netfllix-Doku "Making a Murder" bekannt wurde, dem Berufungsgericht neue Beweise vor. Seitdem passierte nichts. Jetzt bittet sie um Unterstützungsbriefe für ihren Mandanten.

Seit 2007 sitzt der US-Amerikaner Steven Avery in einem Hochsicherheitsgefängnis in Waupun, im US-Bundesstaat Wisconsin, seine lebenslange Haftstrafe wegen des Mordes an der 25-jährigen Teresa Halbach ab. Hierzulande wurde sein Fall durch die Netflix-Serie "Making a Murderer" bekannt. Avery selbst beteuerte immer wieder seine Unschuld. Seit 2016 wird er von der Chicagoer Rechtsanwältin Kathleen Zellner vertreten, die sich eigenen Angaben zufolge auf Fehlurteile spezialisiert hat und versucht, ihn aus dem Gefängnis freizubekommen.

Im April legte sie dem Berufungsgericht neue Beweise vor, die Avery entlasten sollen. Doch der Court of Appels (COA) lässt sich offenbar Zeit mit der Untersuchung und das nagt an Zellners Mandanten.

"Schreiben Sie noch heute einen Unterstützungsbrief an Steven Avery", schrieb sie auf Twitter. "Er ist super deprimiert, dass der COA so lange gebraucht hat. Sie können etwas bewirken – kontaktieren Sie ihn, bitte!!!". Dazu postete sie die Adresse des Gefängnisses, in dem Avery einsitzt.

Steven Avery schrieb schon 2019 einen Brief aus dem Gefängnis

Bereits 2019 wandte sich Steven Avery mit ein paar handgeschriebenen Zeilen aus seiner Zelle an seine Unterstützer. Zellner veröffentlichte seinen Brief auf Twitter. "Es gibt Zeiten, in denen ich das Gefühl habe, aufzugeben. Ich sitze seit 34 Jahren als Unschuldiger im Gefängnis. Das ist keine Gerechtigkeit. Ich wurde von korrupten Staatsanwälten, schlechten Anwälten und korrupten Polizisten reingelegt. Ich kämpfe um mein Leben. Können Sie mich hören?", schrieb er damals.

"Ich brauche jede öffentliche Unterstützung, die Sie mir geben können. Ich werde nicht aufgeben, wenn Sie mich nicht aufgeben. Ich danke Ihnen für Ihre Unterstützung". Er schloss den Brief mit den Worten: "Die Wahrheit gewinnt." #TruthWins – es ist auch der Hashtag, den Kathleen Zellner für ihren aktuellen Twitter-Aufruf verwendet. 

"Making a Murderer": Kathleen Zellner sucht in Staffel zwei neue Beweise

Steven Avery wurde erstmals 2003 aus der Haft entlassen, nachdem er zuvor 18 Jahre lang unschuldig wegen Vergewaltigung in Haft saß. Nach seiner Entlassung verklagte er die Verantwortlichen auf 36 Millionen US-Dollar Schadensersatz. 2006 wurde er wegen Mordes an der Fotografin Teresa Halbach verhaftet, kurz darauf für schuldig befunden und zusammen mit seinem 16-jährigen lernbehinderten Neffen zu lebenslanger Haft verurteilt. Sein Aufsehen erregender Fall wurde in der Netflix-Serie "Making a Murderer" dokumentiert, die Millionen Zuschauer gebannt verfolgten.

In einer zweiten Staffel konnten Zuschauer der Anwältin Kathleen Zellner dabei zusehen, wie sie versuchte zu beweisen, dass Steven Avery erneut zu Unrecht im Gefängnis sitzt, weil Beweise angeblich fingiert wurden. Im April dieses Jahres reichte sie beim Untersuchungsgericht neue Beweise ein, die einen neuen Verdächtigen in dem Fall präsentierten. Eine Reaktion des Untersuchungsgerichts steht bislang aus.

Netflix-Trailer: "Making a Murderer 2"

Sehen Sie im Video: Die Netflix-Doku "Making a Murderer" ließ die Zuschauer teilweise verstört zurück. Auch der zweite Teil greift den echten Fall des vermeintlichen Mörders Steven Avery auf – spannender denn je.

Quelle:  Twitter


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