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"Making A Murderer" Anwältin von Steven Avery reicht neuen Berufungs-Antrag ein

Making a Murderer: US-Anwältin Kathleen Zellner in einer Bildkombo mit Steven Avery.
Kathleen Zellner kämpft für die Freilassung von Steven Avery, dessen Fall durch die Netflix-Serie "Making a Murderer" bekannt wurde (Archivbilder)
© stern-Kombo / Imago Images
Die Anwältin von Steven Avery gibt nicht auf. Am Dienstag stellte Kathleen Zellner einen neuen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens. Schon zuvor kündigte sie an, neue Beweise in dem Fall präsentieren zu können.

Seit 2007 sitzt der US-Amerikaner Steven Avery wegen Mordes an der Fotografin Teresa Halbach im Gefängnis. Seitdem kämpft der Mann, der stets seine Unschuld beteuerte, um einen neuen Prozess. Seine Anwältin Kathleen Zellner, die ihn seit 2016 vertritt und Expertin für ungerechtfertigte Verurteilungen ist, hat am Dienstag einen neuen Berufungs-Antrag eingereicht.

"Morgen reichen wir Steven Averys dritten Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens ein. Schnallt euch an", schrieb sie am Montag auf Twitter. Bereits Mitte Juli teilte sie mit, "überzeugende neue Beweise" in dem Fall zu haben.

Einen ersten 1272-seitigen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens reichte Zellner schon im Juni 2017 bei einem Bezirksgericht Wisconsin ein, der jedoch vier Monate später abgelehnt wurde. Zuletzt bat sie im April 2021 den Obersten Gerichtshof von Wisconsin, den Fall zu übernehmen. Allerdings lehnte das Gericht im November den Antrag auf Überprüfung ab, ohne sich zu äußern. Schon damals kündigte die Anwältin aus Chicago weitere rechtliche Schritte an: "Wir werden niemals aufgeben, an die Türen der Gerechtigkeit für ihn zu klopfen".

Im Juni dieses Jahres wurde Avery auf Antrag von Zellner in die Fox Lake Justizvollzugsanstalt mit mittlerer Sicherheitsstufe verlegt. Zuvor war er im Hochsicherheitsgefängnis Waupun Correctional Institution untergebracht.

Steven Avery: Bekannt durch Netflix-Serie "Making a Murderer"

Der Fall von Steven Avery erlangte internationale Aufmerksamkeit durch die Netflix-Dokumentationsserie "Making a Murderer". Die True-Crime-Dokumentation über den US-Amerikaner, der zunächst durch eine Justizpanne 18 Jahre lang unschuldig hinter Gittern saß und schließlich wegen Vergewaltigung und Mordes an der 25-jährigen Teresa Halbach zusammen mit seinem 16-jährigen lernbehinderten Neffen Brendan Dassey zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt wurde, sorgte für heftige Diskussionen. 

Netflix-Trailer: "Making a Murderer 2"

Brendan Dassey wird im Jahr 2048 um Bewährung bitten können. Auch er legte gegen seine Verurteilung Berufung bis hin zum Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten ein. Die Richter lehnten es jedoch ab, seinen Fall anzuhören. Dasseys Anwälte bitten nun Wisconsins Gouverneur Tony Evers, eine Begnadigung oder vorzeitige Entlassung in Betracht zu ziehen. Sie argumentieren, dass Dassey von der Polizei zu einem Geständnis gezwungen wurde. Dassey war zum Zeitpunkt seines Geständnisses 16 Jahre alt und galt als jemand mit niedrigem IQ.

Quellen:  Twitterfreedomforbrendandassey.com


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