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TV-Kritik

"Das Sommerhaus der Stars": Ekel-Wendler und Po-Grapscher: Sperrt sie ein und lasst sie bitte nie wieder raus

Im "Sommerhaus der Stars" liegen die Nerven blank. Der Wendler legt sich mit Willi Herren an und der grapschende Quentin mit allen anderen. Dabei fragt man sich als Zuschauer: Wer hat hier überhaupt das Potenzial zum Helden?

Sommerhaus der Stars: Twitter-User pesten gegen grapschenden Quentin

Die Spiele im "Sommerhaus der Stars" gehen in die nächste Runde. Und die D-Promis um Michael Wendler, Willi Herren und Co. kauen diesmal die ganz großen Themen durch: Man nehme eine Prise Pädophilie, einen Schuss Loyalität, ein bisschen Popo-Gegrabbel und eine ordentliche Ladung sexuelle Belästigung und fertig ist die wilde Sause im abgerockten Ferienhaus der gescheiterten Promi-Existenzen. 

"Sommerhaus der Stars": Michael Wendler und Willi Herren diskutieren über Wendlers Beziehung

Den Anfang im Gruselkabinett macht Michael Wendler. Der Schlagersänger möchte unbedingt beweisen, wie normal seine Beziehung zur 18-jährigen Laura Müller ist und entlarvt sich dabei völlig. Auf dem Bett liegend streichelt er der spärlich bekleideten Frau über ihren Po. Sie scheint das – ja, wirklich! – toll zu finden, ermutigt ihn sogar weiterzumachen. "Schatz, du machst das so süß. Streichel' meinen Popo", sagt sie zu ihm. "Ich kann deinen Popo nicht so zeigen", antwortet der Wendler, während er ihr das ohnehin schon knappe Höschen über den Allerwertesten zieht. Upsi, doch gezeigt. Und Wendler schreckt auch nicht davor zurück, Willi Herren zum Anfassen zu motivieren. "Willst du auch mal?", fragt er Herren. Dem Schauspieler, sichtlich angeekelt, geht es wohl ähnlich wie dem Großteil der Zuschauer und man fragt sich, was gerade mit einem passiert. Fühlt man hier etwa mit Herren mit?

"Sommerhaus der Stars" Michael Wendler und Laura Müller

Kuscheln im Bett und kapseln sich ab: Michael Wendler und Laura Müller ziehen im "Sommerhaus der Stars" ihr ganz eigenes Ding durch

Noch schlimmer wird es, als die Mallorca-Musikanten sich in der Küche über Mädchen unterhalten und diskutieren, was denn nun grenzwertig ist und was nicht. "Grenzwertig ist, wenn man sich an Kindern vergreift", argumentiert Wendler. Nein, nein, Michi, das ist strafbar und verboten, nicht grenzwertig. "Du weißt, wie 16-Jährige heute sein können", sagt er zu Herren. Ja, wie denn? Naiv und zu jung vielleicht? Auch Herren kann sich nur schwer zurückhalten. Er würde sich den Freund seiner Tochter vornehmen, versucht er sich zu erklären. "Die ist doch keine Minderjährige mehr, die ist doch nicht zwölf. Die sind doch mit 15 schon fertig", sagt Wendler und – Entschuldigung –, jetzt kam gerade etwas Erbrochenes hoch. 

Beziehungsprobe und der blanke Hass

Wer denkt, schlimmer kann es nicht werden, kennt die Bewohner des Sommerhauses noch nicht. Aber erstmal geht es für genau die zum ersten Spiel der Woche. Hier müssen die Herren Fragen über ihre Beziehung beantworten. Ist die Antwort falsch, müssen sie ihrer jeweiligen Frau einen Eimer mit fragwürdigem Inhalt über den Kopf gießen. Besonders das intellektuell leicht angeschlagene "Love Island"-Paar Elena und Mike stößt hier an seine Grenzen. "Krass, wie dumm man sein kann", pöbelt die temperamentvolle Elena ihren leicht debil grinsenden Freund an. "Trennung, Trennung, kein Bock mehr", brüllt sie sich in Rage und beschwert sich, ihr Freund würde nie hinter ihr stehen.

Wer nicht schnell genug die Fernbedienung findet, erfährt außerdem, dass sowohl die Herrens als auch Benjamin Boyce und seine Freundin nicht verhüten, Architekt Quentin rauszieht und Menowin Fröhlichs Frau die Pille nimmt. Wollten Sie nicht wissen? Danke, wir auch nicht. Geteiltes Leid ist aber halbes Leid. Menowin Fröhlich bricht die Prüfung anschließend ab. Was er und seine Freundin im Schlafzimmer machen, gehe schließlich nur sie und ihn etwas an, erklärt er sich und man möchte ihn küssen. Nicht wirklich, aber zumindest möchte man ihm für diese Nachsicht danken. 

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MeToo-Diskussion im "Sommerhaus"

Nach der Ekelprüfung ist vor der Ekelprüfung: Das Zusammenleben mit Jessika Cardinahls Ehemann Quentin Parker entpuppt sich für die Bewohner als Herausforderung. Denn Quentin grapscht, was das Zeug hält. Nicht wie der Wendler die eigene Partnerin, nein, der Amerikaner fummelt an, was ihm in den Weg kommt. Auch Menowin habe "einen tollen Arsch", lässt er seine Mitbewohner wissen. Wie ein alter geiler Bock glotzt er den Influencerinnen Elena und Yeliz auf die Kehrseiten, während die Kniebeugen machen. "Jede Frau hat einen solch schönen Körper. Ich möchte den anfassen", sagt er in die Kamera und man darf froh sein, dass danach ein Schnitt folgt, sonst wäre dem dauerwilligen Quentin womöglich noch ein Sabberfaden aus dem Mund gelaufen.

"Sommerhaus der Stars" Quentin und Menowin

Menowin Fröhlich stellt Quentin Parker im "Sommerhaus der Stars" zur Rede

"Gucken kannst du keinem verbieten, aber anfassen geht nicht", findet der gerade noch als "krass dumm" beschimpfte Mike und beweist, dass er vielleicht nicht ganz so "krass dumm" ist, wie seine Freundin findet. Auch Vox-Auswanderin Steffi Bartsch wurde bereits Opfer von Quentins Grapsch-Attacken, wie sie in trauter Runde ihrem Ehemann Roland und Johannes und Yeliz erzählt. "Was meint der alte Sack denn, wer er ist?", regt sich Roland Bartsch empört auf. Der wütende Nordrhein-Westfale redet sich anschließend völlig in Rage. "Mir juckt es so in den Fingern, ich würde am liebsten so platzen", motzt er, nur um dann direkt einen Rückzieher zu machen. "Das bringt nichts, ihm die Meinung zu geigen, weil ich weiß, die Steffi leidet dann darunter." Dahin ist der ganze Mut, die Rachsucht, das unbändige Verlangen, die Ehre seiner Frau zu retten. Er ist aber auch ein ganz schön großer Kerl, der Quentin.

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Menowin knöpft sich den Grapscher vor

Letztlich muss sich der Knast-erfahrene Menowin den Grapscher zur Brust nehmen. "Ich habe eine große Hand, ich mag es, einer fremden Frau an den Arsch zu fassen. Und: Ich erwarte eine Antwort", will der Menowin seine Absicht erklären. Die Frauen müssten ihm nur eine Backpfeife geben, aber leider seien die "Reaktionszeiten von Frauen so verschieden wie die von Männern".

Ein Übersetzungsversuch: Quentin will allen und jedem auf den Po fassen, besonders schönen Frauen, und weil die ihm keine scheuern, haben sie nun mal Pech gehabt.

Und es wird noch absurder: Menowin habe von ihm jetzt die Erlaubnis, seiner Frau Jessika auf den Hintern zu hauen. Die kleinen Alphamännchen Mike und Menowin fassen das Verhalten des alternden Lustmolches zusammen: sexuelle Belästigung sei es. Recht haben sie. 

Währenddessen ziehen der Wendler und seine Mini-Braut ihre üble Kuschelshow weiter durch. "Wir brauchen immer noch ein Liebeszimmer", säuselt die kleine Laura in die Kamera und schmiegt sich an ihren feixenden Freund. "Laura ist auch richtig willig", sagt er und spätestens jetzt möchte man gerne die Fernbedienung gegen das TV-Gerät pfeffern, auf dass es in tausend kleine Stücke zerbarst. 

Quentin und Jessika verlassen das Haus freiwillig

Am Ende bekommen Quentin und Jessika in der Nominierungsrunde die Po-Quittung. Weil sie wissen, dass sie in diesem Horrorhaus der abgehalfterten Existenzen höchstwahrscheinlich keine Freunde mehr finden werden, packen sie in weiser Voraussicht selbst die Koffer. Mit einer Entschuldigung, die er wohl im Weinstein-Institut für alte weiße Männer gelernt hat, bittet Quentin dann doch noch um Verzeihung: "Ich habe große Hände, ich berühre alle Leute gleichfalls. Das ist einfach, wer ich bin", sagt er. In der kommenden Woche wird für das Aussteiger-Paar ein neues Pärchen ins Horrorhaus geschickt: Ex-"Big Brother"-Teilnehmerin Sabrina Lange und ihr Partner.

Bis jetzt kristallisieren sich im Sommerhaus einige Dinge raus: Sympathisch sind hier eigentlich nur die "Bachelor/ette"-Veteranen Johannes und Yeliz. Roland und Steffi Bartsch geben sich alle Mühe, wirken aber so verloren wie Laura, wenn sie nicht gerade wie ein Äffchen an ihrem Wendler klammert. Der jungen Frau kann man nur wünschen, dass sie schnellstmöglich merkt, welch übles Spiel ihr Schlagersänger-Freund mit ihr spielt. Mit ein bisschen Glück kann sie ihre dazugewonnenen Instagram-Abonnenten wenigstens noch für eine mittelprächtige Influencer-Karriere nutzen.

Oder aber RTL fasst sich ein Herz, schließt den gesamten Promi-Haufen einfach im Sommerhaus ein, wirft den Schlüssel in die Kanalisation und fertig ist die Laube.