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"Ich bin ein Star - Die große Dschungelshow“ Kein zweiter Fall Wendler - RTL schmeißt Nina Queer wegen "Hitler-Transe"-Aussage beim Dschungelcamp raus

Bei der Goldenen Kamera war Nina Queer 2018 trotz ihrer umstrittenen Aussagen willkommen. Im Dschungelcamp will RTL sie nicht mehr haben.
Bei der Goldenen Kamera war Nina Queer 2018 trotz ihrer umstrittenen Aussagen willkommen. Im Dschungelcamp will RTL sie nicht mehr haben.
© DPA
Nach dem Eklat um Michael Wendlers Teilnahme bei "DSDS" wird RTL vorsichtiger. Die fürs Dschungelshow vorgesehene Kandidatin Nina Queer schmeißt der Sender noch vor Drehbeginn raus. Grund ist ihre Aussage, eine "Hitler-Transe" zu sein.

Mit seinen Jury-Mitgliedern bei "DSDS" hatte RTL in den vergangenen Jahren wenig Glück. Erst verpflichteten die Kölner Reichsverschwörer Xavier Naidoo, dann - im vergangenen Jahr - Michael Wendler. Der entpuppte sich nach Beginn der Dreharbeiten als Coronaleugner und sorgte mit seinem KZ-Vergleich just am Ausstrahlungstag der Auftaktsendung für einen erneuten Eklat. Nach einem medialen Donnerhall zog RTL die Notbremse, schnitt den Wendler ganz aus der Show. Für das Dschungelcamp 2021 geht der Sender jetzt auf Nummer sicher.

Nina Queer wird nicht an der am Freitag startenden Sendung "Ich bin ein Star - Die große Dschungelshow“ teilnehmen. Das bestätigte ein Sprecher von RTL am Montag. Der Grund ist eine Aussage der Berliner Künstlerin und Dragqueen, die mit bürgerlichem Namen Daniel Wegscheider heißt, aus dem Jahr 2017. Damals äußerte sie sich nach einem homophoben Zwischenfall in Berlin in rassistischer Weise, wofür sie sich hinterher entschuldigte. Später sorgte sie mit dem Satz "Dann bin ich eben die erste Hitler-Transe" in einem Interview mit dem "Tagesspiegel" erneut für Aufsehen und Kritik. Das führt nun zu ihrem Aus im Dschungelcamp.

RTL begründet Dschungelcamp-Rauswurf von Nina Queer

"Vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen und unserer Haltung, jegliche Form von Antisemitismus, Rassismus sowie Diskriminierung klar zu verurteilen, können und wollen wir jemanden, der sich selbst 'Hitler-Transe' nennt, keine Plattform in einer Unterhaltungssendung bieten. Dies haben wir im entsprechenden Vorgehen bei 'DSDS' klar gezeigt. Hier gibt es keine Grauzone. Wir erkennen Nina Queer als Künstlerin an, aber wer öffentlich solche Begrifflichkeiten wählt, ob als bloße Provokation gedacht oder nicht, dem wollen wir konsequenterweise keine Bühne bieten.“, sagte RTL-Geschäftsführer Jörg Graf in einer Mitteilung.

Warum der Sender sich erst jetzt an der Aussage Queers aus dem Jahr 2017 störte, dazu sagte RTL nichts. Zuletzt machte Desiree Nick auf den Vorfall von vor drei Jahren aufmerksam, bezeichnete Queer am Samstag auf ihrem Instagram-Kanal als "Rassistin". Die Künstlerin selbst zeigte sich über ihren Rauswurf enttäuscht.

Nina Queer spricht von "Cancel Culture"

"Ich bin RTL dankbar, dass man mich für den Dschungel verpflichtet hat. Jetzt hat man aber die Vorwürfe einer Person, die ein persönliches Problem mit mir hat, einfach übernommen. Ohne mit mir zu sprechen oder zu recherchieren, entscheidet man, dass ich nicht mehr dabei sein darf. Das enttäuscht mich sehr. Und ich halte das für Cancel Culture", sagte Queer der "Bild"-Zeitung.

Ersatz für Nina Queer ist bereits gefunden. Sam Dylan wird am Freitag ab 22.15 als zwölfter Kandidat die Show ergänzen. 2019 nahm Dylan an der ersten Staffel von "Prince Charming" teil, aus der er in der fünften Folge freiwillig ausstieg. Im Dezember 2019 machte er im Showfinale des Bachelor-Spin-Offs "Bachelor in Paradise" die Liebe zum Kandidaten Rafi Rachek öffentlich. Dieser outete sich zuvor in der Show als homosexuell.

mai

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