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BBC-Reihe "Dynasties": Dokufilmer retten Pinguine in Not – Zuschauer jubeln und weinen

Bei Dreharbeiten für die BBC-Tierdoku-Serie "Dynasties" stieß ein Filmteam auf eine Gruppe Pinguine in Lebensgefahr. Die Crew zögerte nicht lange – und brach ausnahmsweise mit einem Grundsatz ihrer Zunft.

Kaiserpinguine

Auch Kaiserpinguine müssen im antarktischen Winter ums Überleben kämpfen

Picture Alliance

Dokumentarfilmer sind eigentlich per Definition Beobachter. Sie halten fest, was passiert, und greifen selbst nicht ein – dieses eiserne Gesetz gilt vor allem für Tierfilmer. Aber auch sie sind ja keine Unmenschen. Eine britisches TV-Team hat bei einem Einsatz in der Antarktis mit der Regel gebrochen und bekommt dafür nun jede Menge Sympathien.

Die Crew drehte für die neue Serie "Dynasties", die von der BBC ausgestrahlt wird. Sie gehört zur Reihe des bekannten Tierfilmers Sir David Attenborough und genießt in Großbritannien Kultstatus. Dabei begleitete das Team eine Gruppe von Kaiserpinguinen, die sich durch den eiskalten Winter in der Antarktis schlägt. Nach einem Sturm entdeckte die dreiköpfige Crew einige Muttertiere und deren Junge, die in einer Eiskuhle gefangen waren und sich nicht daraus befreien konnten. Einige Tiere ließen ihre Babys sogar im Stich, um sich selbst zu retten.

Daraufhin entschieden sich die Dokumentarfilmer, ausnahmsweise, einmal selbst in die Natur einzugreifen und den Pinguinen eine Rampe zu bauen, über die sie wieder auf ebenen Boden gelangen konnten. So fanden die Tiere auch wieder Anschluss an ihre Gruppe, denn bei minus 60 Grad Celsius ist Überleben auch im Tierreich nur gemeinsam möglich.

BBC-Tierdoku "Dynasties": Begeisterung und Tränen bei den Zuschauern

Auf Twitter begeisterten sich die User während der Ausstrahlung der Folge nicht nur für die putzigen Tiere, sondern auch für das BBC-Team. Wie jedes Mal bei den legendären Tierdokus des Senders saßen auch diesmal Millionen vor ihren Fernsehern. Die Hilfsbereitschaft der Filmer stieß auf viel Lob – die meisten Twitterer hätten genauso gehandelt.

Überhaupt zeigten sich die Zuschauer fasziniert vom Leben der Pinguine, die in der eisigen Antarktis ums Überleben kämpfen. Twitterer berichten, wie sie vor dem Fernseher angefangen hätten zu weinen oder ihre Mutter den Bildschirm angeschrien habe.

Für die meisten Zuschauer war die Sache klar: Wenn ein Tier in Not ist, dann hilft man eben. Der Mensch schade den Tieren schon genug, argumentierte jemand auf Twitter ganz pragmatisch. Die Film-Crew, bestehend aus Regisseur Will Lawson, Kamerafrau Lindsay McCrae und Kameraassistent Stefan Christmann, aber befand sich in einem grundlegenden Konflikt. Entgegen des Kodex' ihres Berufsstandes entschieden sie sich trotzdem dazu, in den Lauf der Natur einzugreifen. "Wir wussten, dass wir die einzigen dort draußen waren. Da war kein anderes Tier, das von dem Tod der Pinguine hätte profitieren können", sagte Lawson der "Times".

Quellen: "The Times" / BBC

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