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Das Supertalent 2011: Traummänner und Traumquoten

Von "Faszination und Begeisterung pur" bis zum "Höhepunkt des Tiefpunkts" war alles vertreten in der dritten Show der neuen Staffel von "Das Supertalent."

Von Rabea Ottenhues

Auch die dritte Folge des Quotengaranten "Das Supertalent" bei RTL sorgte am Samstag gleichermaßen für Buhrufe und Applaus beim Publikum. Besonders begeisterten in dieser Ausgabe zwei Sängerinnen, die Amy Winehouse zu ihrem Vorbild erkoren hatten.

Die Amsterdamerin Amarante van Amersfort sorgte beim Publikum gleich doppelt für Gänsehaut. Zunächst standen den Zuschauern die Haare zu Berge angesichts der Frage nach der Angemessenheit des Auftritts als Amy- Winehouse-Double so kurz nach dem tragischen Tod der Sängerin. Die Jury schüttelte den Kopf, die Stimme aus dem off tönte mit gespieltem Entsetzen: "So kurz nach dem Tod kann man sie doch nicht imitieren!" Doch dann folgte die Gänsehaut-Performance der Niederländerin, die "Faszination und Begeisterung pur" auslöste und Jury-Mitglied Motsi Mabuse fragen ließ: "Singt die wirklich, oder ist das Playback?" Die Sängerin aus Amsterdam hat ihr Ziel definitiv erreicht, die Soulsängerin "ein kleines bisschen unsterblich" zu machen.

Jacko lebt

Unsterblichkeit attestierte die nachfolgende Kandidatin ihrem Vorbild Michael Jackson ebenfalls. Christine Andro glaubt nämlich daran, dass der Sänger noch lebe und lediglich untergetaucht sei. Ihre eigene Jacko-Version in Form einer Plastikpuppe mit Tütengesicht brachte sie ebenfalls mit. Bei ihrer Performance von "Billie Jean" hat sich Michael Jackson sicherlich im Grab umgedreht. Den Quoten hat der nicht nur peinliche, sondern auch langweilige Auftritt anscheinend keinen Abbruch getan: Mit 7,71 Millionen Zuschauern ließ RTL am Samstagabend die Konkurrenz weit hinter sich.

Marlene Wenzig aus Hannover war der kleine Star des Abends. Das Vorbild der 13-Jährigen ist ebenfalls Amy Winehouse, wenn auch "nicht vom Lebensstil". Dieter Bohlen bescheinigte dem Mädchen die Stimme einer "17- oder 18-Jährigen", dazu Charme und Selbstbewusstsein. Sie war das eigentlich Highlight der Sendung, weil sie im Gegensatz zu vielen anderen Kandidaten wenig vorgecastet wirkte. Keine Frage, dass der Rotschopf es in die nächste Runde schaffte.

Ausziehen, ausziehen!

Weniger Gesangstalent als Ausziehtalent bewiesen die nächsten beiden Kandidatinnen. Der schwarze Schwan Micaela Schäfer hat bislang wenig ausgelassen, wenn es um Fernsehauftritte ging und entschuldigte sich mit einem "Ich liebe Castingshows", für ihre Partnerin Franzi war es offensichtlich der erste Fernsehauftritt. Nur Schade, dass der ansehnliche Strip der beiden nicht über das mangelnde Gesangstalent hinwegtäuschen konnte und es sich nach diesem Auftritt beim "Supertalent" ausgecastet hatte. Da half es auch nicht mehr, Dieter Bohlen als "Traummann" zu bezeichnen. Für die beiden ging es nicht wie in ihrem Songtext angekündigt "Mit der U-Bahn ins Paradies", sondern ab nach Hause.

Bei ihm war es genau andersrum: Toni aus Österreich, der von sich behauptete, er könne "singen, tanzen, strippen", sollte es lieber bei ersterem belassen. Sein Song "Kiss" von Tom Jones kam bei Publikum und Jury noch ganz gut an. Seine spätere Performance sorgte allerdings für Entsetzen. Vor allem Sylvie van der Vaart und Motsi Mabuse konnten Lachen und Schreien kaum unterdrücken, als sie das "Kostüm" des Strippers sahen. Motsi Mabuse fragte entgeistert: "Warum kommen die erotischen Attacken immer von den unerotischsten Männern?"

"Hölle, Hölle, Hölle"

Für den "Höhepunkt des Tiefpunktes", wie Matsi Mabuse es nicht treffender hätte beschreiben können, sorgte das Wolfgang Petry-Double Bärbel. In der "Hölle, Hölle, Hölle" fühlte sich der Zuschauer zweifellos bei der Performance der Gebäudereinigerin aus Sachsen-Anhalt. Der Buzzer der Jury ließ nicht lange auf sich warten.

Mit einer "Fußjonglage" begeisterten die Brüder Emanuel und Max aus Las Vegas. Bei der mehr als durchschnittlichen Zirkusnummer jonglierte dabei Max seinen jüngeren Bruder auf seinen Füßen durch die Luft. Dieter Bohlen war von dem Auftritt so begeistert, dass er seiner Freude gleich in drei unterschiedlichen Sprachen Ausdruck verlieh: "Fantastico, super, great!"

Rabea Ottenhues