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Deutscher Fernsehpreis: "Auf der Flucht" setzt sich gegen "Berlin - Tag und Nacht" durch

Umstritten waren sie beide: In der Kategorie "Bestes Dokutainment" waren die Reihe "Auf der Flucht" und "Berlin - Tag und Nacht" nominiert. Die Flüchtlingsdoku überzeugte die Jury.

Im Duell zweier umstrittener TV-Formate hat sich die ZDFneo-Reihe "Auf der Flucht" gegen die RTL-II-Dauershow "Berlin -Tag und Nacht" (BTN) durchgesetzt. Die ZDFneo-Sendung, in der Prominente sich auf die Spur von Flüchtlingen begeben, wurde am Mittwochabend in Köln mit dem Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie Beste Unterhaltung Doku/Dokutainment ausgezeichnet. Internationale Hilfsorganisationen hatten die Reihe kritisiert.

Auch BTN war gerügt worden: "Ein bewusst dilettantisches Schauspiel", nannte der Medienwissenschaftler Bernd Gäbler, früher Leiter des Grimme-Instituts in Marl, das in einer Berliner WG angesiedelte Format. Es solle die Vermutung mobilisiert werden: "Was so schlecht gespielt ist, kann nur echt sein." Das Format sei "aggressive Anti-Kunst" und lebe nur von einem "Kult des Authentischen".

"Operation Zucker" bester Film

Das ARD-Drama "Operation Zucker" ist der Beste Fernsehfilm Deutschlands. Die Geschichte um die Zwangsprostitution rumänischer Kinder in Deutschland mit Hauptdarstellerin Nadja Uhl setzte sich gegen "Der Fall Jakob von Metzler" (ZDF) und "Der Minister" (Sat.1) durch. "Ich freue mich, dass es den Mut gibt, solch radikale Filme zu machen", sagte Produzentin Gabriela Sperl. "Und ich hoffe, dass nach der Wahl die Politiker sich für Kinder und gegen Prostitution einzusetzen."

Susanne Wolff hat den Deutschen Fernsehpreis als Beste Schauspielerin bekommen. Die 1973 geborene Wolff wurde für ihre Leistung im ARD-Drama "Mobbing" geehrt. Wolff sagte nach der Laudatio von Schauspieler-Kollegen Henning Baum: "Mein Herz rast schon seit 3 Uhr heute. Es waren schöne drei Wochen, seitdem ich von der Nominierung weiß." Wolff setzte sich gegen Naja Uhl, Claudia Michelsen, Julia Jäger und Alice Dwyer durch.

swd/DPA / DPA