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TV-Kritik

Dschungel-Spezial des "Promi-Dinners": "Never gib ab" - Thorsten Legats Sprüche in der Küche

Kasalla? Nicht am Herd. Fürs Kochen ist bei Thorsten Legat die Ehefrau zuständig. Dafür war der Ex-Fußballer bei der Beurteilung der Kreationen seiner Dschungelcamp-Kollegen umso einfallsreicher.

Von Mark Stöhr

Sänger Jürgen Milski, Sophia Wollersheim und Thorsten Legat trinken roten Sekt auf dem Sofa

Sänger Jürgen Milski, Sophia Wollersheim und Thorsten Legat 

Ricky ist eine Stimmungskanone, wissen wir alle, weiß er selbst ("Ich bin eine Spaßperson"). Aber Ricky lebt im Allgäu, wo die Leute in der Regel am Euter und nicht an der Nadel hängen und alles seinen gewohnten Gang geht - was am besten oder eigentlich nur in funktioniert.

Diese legendär unansehnlichen Plastiktreter, erfunden aus purer Menschenverachtung, verleihen ihren Benutzern den typischen Crocs-Walk: eine Mischung aus Stampfen, Stolpern und Schlaganfall. Ricky, wissen wir seit gestern, besitzt die schlimmstmögliche Steigerung dieses modischen und orthopädischen Betriebsunfalls: Crocs in Pink. Da ist die Handynummer von natürlich ein Highlight.

"Thorsten", sagte der Ex-Talkmaster und Ex-Bademeister und er weinte fast dabei, "gab mir seine Privat-Privat-Nummer." Die hat sonst keiner, außer: die kompletten Mannschaftskader von Bochum, Bremen, Frankfurt, Stuttgart und Schalke der Jahre 1986 bis 2001, alle Spieler und Spielerfrauen vom 1. FC Wülfrath und FC Remscheid, Frank Rosin und alle deutschen Fernsehköche, Mickie Krause und alle deutschen Ballermänner, natürlich die letzte Dschungelcamp-Besetzung (bis auf ) - und jetzt also auch Ricky. Das ist der finale Ritterschlag. Congratulations!


Legat hat "Schüttelfrost auf der Zunge"

Thorsten Legat ist schon ein Phänomen. Auf dem Platz nur Mittelmaß, mit der Grammatik seit Jahr und Tag auf Kriegsfuß, hat er es in letzter Zeit vom belächelten Trottel zur Kultfigur geschafft. Längst ist er nicht mehr so verbissen wie früher und rumpelt sich souverän durch den ganzen Unterhaltungsquatsch. Er hat sogar die Selbstironie als Selbstmarketinginstrument für sich entdeckt. Gestern trug er T-Shirts mit eigenen Sprüchen, die ja nie ausgedachte Slogans sind, sondern spontane Eingebungen von bemerkenswertem Wahnwitz - wie: "Ich habe mich von meiner Kompetenz beirren lassen".

Das erste Dschungel-Spezial des "Promi Diners" war die Soloshow des ehemaligen Bundesligaprofis. Natürlich kann ein Thorsten Legat nicht kochen (dafür hat er seine Frau), aber er kann gut den Dicken machen und sich über die Kreationen der anderen auslassen. Alles immer getreu dem alten Malocher-Motto: Der Hunger treibt's rein, der Ekel schiebt's runter und der Geiz behält's drin.

Ausgerechnet beim Drei-Gänge-Menü seines Busenfreundes Jürgen Milski, der in seine Zweitwohnung in einem Münchner Plattenbau für neureiche Call-in-Moderatoren geladen hatte, lief Legat zur Hochform auf. Die Vorspeise - Blutwurst in Blätterteig - fand er noch okay, doch schon der Aperitif - ein Cocktail auf Wermutbasis - stieß ihm bitter auf. Kommentar Numero eins: "Wer das trinkt, frisst auch kleine Kinder." Kommentar Numero zwei: "Ich dachte, ich krieg' Gaumensex, und jetzt hab' ich Schüttelfrost auf der Zunge".

Auch der Wein, in der Tat eine Billigplörre aus dem Tetrapack, fiel bei dem Bergarbeitersohn durch. Während Sophia das Gesöff durchaus - O-Ton - "süffisant" fand, urteilte Legat, für ihn sei das ein "Wasserprodukt hoch zwölf, das kannst du gar nicht runterschütten." Für das Hauptgericht - eine betonharte Reibekuchen-Pizza - forderte er einen "Presslufthammer" und kam schließlich zu dem Gesamturteil: "Das Essen war unterirdisch, aber ein Thorsten Legat ist satt geworden." Zehn von zehn Punkten.

Jenny Elvers klagt gegen Sopia Wollersheim

Eine echte Kochbegabung oder zumindest Bock auf Kochen ließ sich nur bei Ricky - im Verbund mit seiner Frau - und bei der Wollersheim erkennen, die das zusätzliche Handicap hatte, dass sie permanent ihren Mann Bert wie einen notgeilen Demenzpatienten am Hintern kleben hatte ("Hör auf, Darling!"). Eine Hilfe am Herd war der Puff-Opa, wie gewohnt reich geschmückt wie ein Weihnachtsbaum, trotz aller Appelle ("Du misst jetzt mal Mehl ab, Darling") nicht. Auch für diesen "kleinen, schmächtigen Mann", immerhin mal eine Düsseldorfer Rotlicht-Größe, fand Thorsten Legat die richtigen Worte: "Wenn der die Klunker abtut, wiegt der nur noch 22 Kilo".

Sophia Wollersheim war derweil mit ihren Nebraska-Steaks beschäftigt, die so teuer waren, dass sie das auch sagen musste (über 17 Euro das Stück). Zudem machte ihr eine Klage von Jenny Elvers zu schaffen. Wollersheim hatte die trockengelegte Elvers im Camp auf den offenbar übermäßigen Alkoholkonsum von deren Lebensgefährten im Flieger nach Australien angesprochen. Der Haken: Wollersheim saß gar nicht in der Maschine, sondern berief sich auf den Augenzeugenbericht einer Freundin.

Gestern jammerte sie, wie leid ihr das alles täte - um im nächsten Satz noch einmal zu betonen, wie "total besoffen" der Elvers-Freund doch angeblich gewesen sein musste. Das war juristisch sehr schlau. Vielleicht sollte sie bei Thorsten Legat anrufen, wenn es tatsächlich zur Verhandlung kommen sollte, der kennt sich mit skurrilen Prozessen aus. Seine "Privat-Privat-Nummer" hat sie bestimmt.

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