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Dschungel-Show: Costa zum König gekürt

Nach zwölf Tagen Ekelfaktor, Luxusentzug und Lagerkoller ist es geschafft: Costa Cordalis ist von den Zuschauern der Sendung "Ich bin ein Star" zum "Dschungel-König" gekürt worden.

Nach zwölf Tagen Ekelfaktor, Luxusentzug und Lagerkoller ist es geschafft: Mit dem 59 Jahre alten Schlagersänger Costa Cordalis haben die Zuschauer der umstrittenen RTL-Dschungelshow "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" am Dienstagabend ihren "Dschungel-König" gekürt. Die Bayern-Fraktion mit der Kabarettistin Lisa Fitz und "Superstar" Daniel Küblböck musste sich mit den Plätzen zwei und drei zufrieden geben. Auf dem Weg ins Baumhaus des Moderatoren-Duos Sonja Zietlow und Dirk Bach tanzte Cordalis den "Jungle-Beat".

RTL bescherte das Finale seines Urwaldspektakels in Australien eine Rekordquote: Zwischen 22.15 Uhr und Mitternacht saßen nach Senderangaben 8,33 Millionen Zuschauer (43,4 Prozent) vor den Bildschirmen - so viele wie noch nie zuvor beim Dschungelabenteuer. Die Konkurrenzsender hatten mit ihren Talkshows mit Sandra Maischberger und Johannes B. Kerner keine Chance.

Show war stark umstritten

"Ich bin der einzige, der alle Voraussetzungen für den Dschungel-König erfüllt", hatte der Barde aus Griechenland noch im Finale den Zuschauern ans Herz gelegt. Am Ende waren alle froh, die Prüfung überstanden zu haben. Die Show war in Deutschland stark umstritten. Politiker und Tierschützer forderten ein Verbot, weil sie neben der Menschenwürde auch die Tierschutzgesetze verletzt sahen.

Im Finale der letzten drei von einst zehn Kandidaten hatten Cordalis, Fitz und Küblböck noch jeweils eine Mutprobe zu überstehen. Die 52 Jahre alte Kabarettistin stand dabei wohl vor der größten Überwindung: Sie musste Mehlwürmer, Maden und Ameisen bei lebendigem Leibe verspeisen. Fitz meisterte ihre Aufgabe jedoch genauso souverän wie Costa Cordalis, der über ein Spinnennetz aus Stricken über einem Dümpel balancieren musste. Auch Küblböck holte trotz einiger spitzer Schreie fünf Sterne, als er sich selbst Ungeziefer in einen um den Körper gespannten Trichter gießen musste.

Nach Luxusentzug gab's Champgner

Die Belohnung bot dann ein ungewohntes Bild im zwei Wochen lang von Enthaltsamkeit und Luxusentzug geprägten Dschungel-Camp: Die Finalisten stießen mit Champagner an und labten sich an fein zubereiteten Salattellern und Lachsspeisen.

Die Kritik an dem bereits in Großbritannien und den USA mit großem Erfolg gelaufenen Format hielt auch nach dem Ende der ersten Staffel an. Der Generaldirektor des Europäischen Medieninstituts, Jo Gröbel, sagte der "Heilbronner Stimme", auch wenn sich Menschen freiwillig zu etwas hergäben, "muss man sich fragen, ob man sich hämisch und schadenfroh über sie lustig machen darf". Diese Leute stünden unter einem enormen Druck, "sei es ein sozialer, sei es die fast verzweifelte Abhängigkeit von öffentlicher Aufmerksamkeit um jeden Preis". Das Format der Sendung an sich sei nicht das Problem, sondern der Umgang mit den Kandidaten. Vor allem die Moderationen seien "unappetitlicher als der Tümpel, in den Caroline Beil steigen musste", sagte Gröbel.

Warnung vor psychischen Folgen

Vor "posttraumatischen Stressreaktionen" der Teilnehmer warnte die Medienpsychologin Ines Vogel in der Münchner "tz". Äußern könne sich dies etwa in depressiven Verstimmungen, Angstzuständen, Schlafstörungen oder Albträumen. Besonders gefährdet sei Küblböck, der teilweise panisch reagiert habe. "Die Frage ist, inwiefern er dieses Erlebnis verarbeiten kann."

DPA / DPA