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"Germany's next Topmodel": Lieschen Müller im Märchenland

Sich einmal wie die Reichen und Schönen fühlen: In der elften Topmodels-Folge erhielten die Kandidatinnen eine Einführung, wie man Geld auch in Zeiten der Krise zum Fenster rauswirft, und mussten in ihre Seelen gucken. Das bekam ihnen gar nicht gut.

Von Mark Stöhr

Klingeling in der Modelvilla - wer mag das wohl sein? Ein Typ von den Stadtwerken, der den Strom abliest? Oder haben die Bewohnerinnen die GEZ-Gebühr nicht bezahlt? Gespanntes Warten, niemand rührt sich. Endlich fasst sich Onkel Rolf ein Herz und öffnet die Tür. Ein schmucker Beau mit Dreitagebart steht im Rahmen. In einem Porno wäre er jetzt der Gärtner, der die Hausherrin um ein Glas Wasser bittet. Scheider überrascht: "Hi Philipp, grüß dich, wie geht es dir? - Philipp: "Ganz okay, ein bisschen gejetlagt."

Also nicht der Gärtner. Der Gast ist ein aufstrebender Jungdesigner, Philipp Plein, der T-Shirts mit Strass-Steinchen bestickt und damit Millionen macht. Seine Jugend verbrachte er im Internat Schloss Salem am Bodensee, wo die Kinder von Großindustriellen geparkt werden, die es im normalen Schulbetrieb nicht packen. Plein sucht ein Model für die neue Vogue-Kampagne, das in die Fußstapfen von Naomi Campbell passt. Hat er sich in der Tür geirrt?

Unsere Landpomeranzen aus Deutschland wurden gestern wieder einmal mit dem Gift des Glamours besprüht, einem Parfum, von dessen bittersüßem Geruch sie sich ein Leben lang nicht mehr erholen werden. Mit der Strechlimousine zum Casting, mit dem Rolls-Royce zum Shoot. Marie, die von Plein nach dem "Go and See" in einem Prachtanwesen an den Hängen über Los Angeles den Zuschlag erhalten hatte, trug beim Fototermin Schmuck im Wert von zwei Millionen Dollar. Eine schöne Märchenwelt aus vergangenen Tagen. Was sich wohl der Opel-Arbeiter vor dem Fernseher denkt, der demnächst vielleicht sein Häuschen verliert?

Möglicherweise hatte einer der Krisengebeutelten ja Glück beim Gewinnspiel, das wie immer vor den Werbeblöcken geschaltet war. Die Preisfrage diesmal: Wer gilt als Stilikone? A) Marilyn Monroe oder B) Lieschen Müller. Nicht schwierig zu beantworten, wenn man den acht Kandidatinnen beim Stilikonen-Shooting zusah. Sie mussten sich in Marilyn Monroe, Brigitte Bardot, Bettie Page oder Sophia Loren verwandeln. Am Auslöser hing der Fotograf Kristian Schuller, eine sagenhafte Flachzange mit Schnurrbart, der in einem fort Blödsinns-Anweisungen brüllte wie ein Steuermann im Ruder-Achter.

Mehr Lieschen Müller als Stilikone

Das Ergebnis war erwartungsgemäß mehr Lieschen Müller denn Stilikone. Sarina verhakte sich als Monroe mit ihren Stilettos im Gitter über der Windmaschine und brach sich fast den Hals. Jessica, schon vor der Knipserei im Delirium ("Ich habe große Ähnlichkeit mit Marilyn - bis auf die Zahnlücke"), konnte sich nicht auf ihre Rolle konzentrieren, weil sie den Techniker unterm Gitter für einen Spanner hielt. Marie sollte Bettie Page verkörpern, ein Pin-up-Girl aus den 60er Jahren, und sah aus wie Lilo Wanders. Heidi Halbwissen machte einen Exkurs in Filmgeschichte und lieferte einen interessanten Steckbrief von Sophia Loren ("Die war so heiß, die Frau. Die ist immer noch heiß"). Getoppt nur noch von Modeschnulli Schuller, der die Schauspielerin als "Sinnbild der italienischen Sexbombe" diffamierte. Die Sonne über Kalifornien brennt einfach gnadenlos.

Doch es gab gestern auch charmante, gar bewegende Momente. Unglaublich aber wahr. Die Mädchen wurden mit Monstergebissen, Schweinenasen und Pyrenäen-Pickeln ausgestattet und sollten eine Casting-Situation simulieren. Am besten gelang das Sara, die ihr natürliches Charisma auch als Helga Feddersen behielt. Und Rolf Scheider gelang der erste Witz in vier Staffeln Topmodels, der als Witz gemeint und trotzdem lustig war: "Mit deinen Zähnen kann man einen Garten rechen."

Prekäre Seelenschau vor laufender Kamera

Er war es auch, der die Mädchen durch das Tränenmeer einer Selbstbespiegelung führte. Eine prekäre Seelenschau vor laufender Kamera. Maria antwortete auf die Frage, warum sie beim Model-Contest mitmache, sie wolle beweisen, dass sie nicht nur die Tochter ihrer Eltern sei, sondern etwas Eigenes auf die Beine stellen könne. Marie gestand, dass sie in ihrem Leben einmal sehr enttäuscht worden sei und es nun allen Leuten recht machen wolle, um sie ihrerseits nicht zu enttäuschen. Das Wasser lief in Bächen die Backen runter, als machten die Kandidatinnen einen Tauchschein fürs Ich.

Nur eine weinte nicht: Larissa. Die Wuchtbrumme aus Kärnten mit der ausgewachsenen Profilneurose ("Ich bin nicht die Monroe oder die Bardot, ich habe meine eigene Persönlichkeit.") nahm auch die Nachricht über ihren Rauswurf ohne erkennbare Emotion zur Kenntnis. So werden die verbleibenden Folgen zum rein innerdeutschen Duell. Nächste Woche geht es nach Mallorca, nein: Hawaii.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.