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Grimme-Preis: Trophäe für "Tatortreiniger" Mädel

Bjarne Mädel ist einer der Gewinner der diesjährigen Grimme-Preise. Insgesamt wurden zwölf Produktionen ausgezeichnet. Die Öffentlich-Rechtlichen dominieren - lediglich ein kleiner Privatsender drängt sich zwischen die Preisträger.

Sollte man sich als Kritiker jemals aus Verzweiflung über so manches Fernsehprogramm oder besonders abwegige Sendetermine etwas antun - man wünschte sich, Schotty würde sich anschließend um die sterblichen Überreste kümmern". Selten hat es die Grimme-Preis-Jury in ihrer Begründung derart auf den Punkt gebracht, wie in diesem Jahr: Die NDR-Reihe "Der Tatortreiniger" mit Bjarne Mädel bekommt einen Grimme-Preis in der Kategorie "Unterhaltung/Spezial". Mädel spielt in dem Comedy-Format den Putzmann Schotty, der an Leichenfundorten das Blut von der Tapete scheuert.

Ebenfalls in dieser Kategorie ausgezeichnet wird in diesem Jahr die TV-Satire "Walulis sieht fern", in der Kritiker Philipp Walulis auf Tele 5 Coaching-, Dating- oder Koch-Dokusoaps durch den Kakao zieht - und auch vor dem "Tatort" nicht halt macht. Tele 5 ist damit der einzige Privatsender, der sich in diesem Jahr über einen Grimme-Preis freuen darf. Die anderen elf Auszeichnungen gehen an öffentlich-rechtliche Produktionen, gab das Grimme-Institut am Dienstag in Düsseldorf bekannt.

Preise für "Homevideo" und "Dreileben"

Im Bereich Fiktion werden in diesem Jahr fünf Qualitäts-Trophäen vergeben: Darunter sind das Cybermobbing-Drama "Homevideo" (NDR/BR/Arte), der Historienfilm "Die Hebamme - Auf Leben und Tod" (ZDF/ORF) und der Krimi-Dreier "Dreileben" (ARD/BR/Degeto/WDR). Für Dominik Graf, einen der drei "Dreileben"-Regisseure, ist es bereits der zente Grimme-Preis. Auch Iris Berben, Peter Simonischek, Nina Kunzendorf und Axel Milberg und ihr ZDF-Film "Liebesjahre" werden ausgezeichnet. Ebenso wie die Tragikkomödie "Ein guter Sommer" (ARD/HR).

Ein weiterer Gewinner ist die Dokumentation "Geschlossene Gesellschaft - Der Missbrauch an der Odenwaldschule" (ARD/SWR/HR) von Luzia Schmid und Regina Schilling über die Missbrauchsfälle am hessischen Reforminternat. In der gleichen Kategorie "Information und Kultur/Spezial" freut sich auch Rosa von Praunheim über einen Grimme-Preis für seine Dokumentation "Die Jungs vom Bahnhof Zoo" (rbb/NDR). Weitere preisgekrönte Produktionen sind "The Other Chelsea" (ZDF), "Alarm am Hauptbahnhof - Auf den Straßen von Stuttgart 21" (ARD/SWR) und "Mein Leben - Die Fotografin Sibylle Bergemann" (ARTE/ZDF).

Der Sonderpreis "Kultur des Landes NRW" geht an die Reihe "Du bist kein Werwolf" (Ki.KA/WDR). Brigitte Bertele erhält das Eberhard-Fechner-Förderstipendium der VG Bild-Kunst für ihren Film "Der Brand" (SWR). Des Weiteren wird Hannelore Hoger die Besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschulverbandes zuteil. Sie wird für ihre Verdienste um das deutsche Fernsehen ausgezeichnet.

Die Verleihung des Grimme-Preises findet am 23. März in Marl statt. MOderiert wird die Gala von moderiert vom ZDF-Mann Michael Steinbrecher.

kmi