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Herbert Grönemeyer bei Jauch: "Das ist doch verbale Brandstiftung, was der Seehofer macht"

Beim Günther-Jauch-Talk zum Thema "Flüchtlingsrepublik Deutschland“ wurde vor allem eine Frage diskutiert: Welcher Weg ist der richtige - Abschottung oder Öffnung? Herbert Grönemeyer übt scharfe Kritik - besonders an der CSU.

Herbert Grönemeyer zu Gast bei Günther Jauch

Herbert Grönemeyer zu Gast bei Günther Jauch: Herr Seehofer solle sich mal "genau überlegen, was er da sagt"

Kanzlerin Angela Merkel sagt, "wir schaffen das!" - doch nach dem ersten Flüchtlings-Ansturm macht sich in Teilen Deutschlands Skepsis breit: Strömen zu viele Menschen in zu kurzer Zeit in unser Land? Vize-Kanzler Sigmar Gabriel sagt, dass die "Grenzen unserer Möglichkeiten" bald erreicht seien könnten. Besonders innerhalb der CSU brodelt der Unmut über die deutsche Flüchtlingspolitik: Horst Seehofer übt offen Kritik an Merkels Politik der Öffnung. Diese sei ein "Fehler, der uns noch lange beschäftigen wird".

Kanzleramts-Chef Peter Altmaier musste sich bei Günther Jauch zur deutschen Flüchtlingspolitik - und zu den Querelen innerhalb der Union - rechtfertigen. Jauch fragte, "wird Deutschland den Merkel- oder den Seehofer-Weg gehen?" Daraufhin holt der CDU-Mann aus und zeichnet ein Bild der Geschlossenheit innerhalb der Union. Alle bisherigen Beschlüsse seien gemeinsam mit der CSU getroffen worden.

"Seehofer soll sich genau überlegen, was er da sagt"

Trotz aller Rechtfertigungsversuche Altmaiers übte Herbert Grönemeyer Kritik an CSU-Chef Seehofer: "Das ist doch verbale Brandstiftung, was der Seehofer macht", sagte der Musiker. Grönemeyer warf der CSU vor, "im rechten Lager zu fischen" - dies sei eine "Unverschämtheit" und gehe "überhaupt nicht". Herr Seehofer solle sich mal "genau überlegen, was er da sagt". Altmaier wollte den Vorwurf der "verbalen Brandstiftung" so nicht stehenlassen: Die Union sei mit großer Mehrheit der Auffassung, dass die Kanzlerin richtig gehandelt habe.

Auf Jauchs Frage ob wir es in Deutschland mit der Aufnahmebereitschaft übertreiben, bezog Grönemeyer eine klare Position: "Es ist ein historischer Moment, dass die Gesellschaft der Politik zeigt, wie es geht", so der Musiker. "Die Politik hat sich unheimlich zaghaft verhalten und die Gesellschaft hat sich das erste Mal nach der Wiedervereinigung endlich erwachsen verhalten (…) das fand ich schon mal sehr toll." Man solle nicht gleich am Anfang Ängste schüren, weil keiner genau wisse, wie man am Besten mit der aktuellen Situation umgehe. Wichtig sei es jetzt, schloss Grönemeyer, erst einmal zu helfen.

amt