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TV-Kritik

Finale "Let's Dance": Ingolf Lück gewinnt "Let's Dance" und stellt zwei Rekorde auf

Ein Abend für die "Let's Dance"-Geschichtsbücher: Ingolf Lück ist mit 60 Jahren der älteste Gewinner alle Zeiten und Profitänzerin Ekaterina Leonova verteidigt den Titel zum ersten Mal überhaupt.

Von Marie von den Benken

Wayne Carpendale, Susan Sideropoulos, Sophia Thomalla, Maite Kelly, Magdalena Brzeska, Manuel Cortez, Alexander Klaws, Hans Sarpei, Victoria Swarovski und Gil Ofarim. Nicht etwa die Kandidaten bei Peter Zwegats "Promis raus aus den Schulden", sondern alle bisherigen " "-Gewinner. Ein Muster? Nicht zu erkennen. Es gewannen bisher fünf Männer und fünf Frauen aus so ziemlich allen Disziplinen. Sänger, Schauspieler, Sportler, Moderatoren. Und halt Sophia Thomalla.

Am häufigsten aus der Kategorie "Soap-Star". Schon Carpendale, Sideropoulos, Cortez und Klaws quälten sich durch den Serien-Vorabend. 40 Prozent aller "Let's Dance"-Gewinner sind Soapies. 2018 wird keiner hinzukommen. Dafür gäbe es mit  zumindest eine neue Kategorie: Model.

Drei Engel für Llambi

Meier, (Schauspieler und Comedian) und Judith Williams ("Höhle der Löwen"-Investorin) machen den Titel in der Tanzhochburg Ossendorf unter sich aus. Final-Glamour liegt in der Luft. Jochim Llambi trägt zur Feier des Tages ein Sakko, das er kurz vorher noch dem Oberkellner einer Kölner Karaoke-Bar geklaut haben muss und kommt als Grumpy in Pink.

steht die Trauer, sich heute Abend für mindestens neun Monate von der TV-Prime-Time verabschieden zu müssen, ins Gesicht geschrieben. Vielleicht ist es aber auch die Ankündigung von Tanz-Dompteur Daniel Hartwich, zur Einstimmung in den Abend würden erst mal einige Ex-Kandidaten tanzen. Darunter Tina Ruland, Jessica Paszka, Heiko und Roman Lochmann, Charlotte Würdig, Iris Mareike Steen und Julia Dietze.

Jimi Tanz-Bluechip Ochsenknecht

Den größten Applaus erhält Jimi Blue Ochsenknecht, der nicht durch knallharte Jury-Votings oder Ungnade der Zuschauer ausschied, sondern aufgrund einer Verletzung. Im Auditorium ist man sicher, er stünde heute Abend im Finale, wäre er gesund geblieben. Aber das hat man von auch gedacht, die vor Wochenfrist als Top-Favoritin gnadenlos von den Zuschauern rausvotiert wurde. Die Punkte-Situation nach den Jury-Votings stärkt die mathematische Wahrscheinlichkeit, neben ihrer besten Freundin hätte höchstens noch Joachim Llambi für sie angerufen.

Was das Outfit angeht, hält Gonzales sich an den berühmten Leitspruch "Save the best for last" und thront in einem schwarzen Designer-Fummel am Jurypult Es sieht aus, als hätten die Kleiderschränke von Elton John und Harald Glööckler ein Kind gezeugt. "Ein Oktopus mit abgeschlagenen Armen" nennt Hartwich das. Er kennt sich da aber auch aus. Seiner Frisur nach zu urteilen, hat besagte Krake offensichtlich diese Saison sein Haarstyling übernommen.

Jury-Tanz und Pietro Lombardi

So plätschert die Zeit dahin. Unterbrochen von vielen Schnitten ins Publikum, wo Dauergast Pietro Lombardi gewohnt gelangweilt in die Kamera grinst. Ob er sich schon die Post ins "Let's Dance"-Studio nachschicken lässt? Unklar. Sicher ist jedoch: Von dort sieht er den ersten Finaltanz aus nächster Nähe. Barbara Meier und Sergiu Luca mit der Samba, die mit 24 Punkten belohnt wird.

Es folgen Judith Williams und Erich Klann, denen die Jury die Salsa aufbrummt. Apropos brummen: Der ansonsten berufs-brummelige Llambi attestiert Williams anschließend "eine echt geile Vorlage". Vorlage? Vielleicht guckt der einzige halbwegs prominente Fan des MSV Duisburg ja heimlich auf dem Handy parallel das Testspiel der Nationalelf gegen Saudi-Arabien. Dort wird Ilkay Gündogan, obwohl ausnahmsweise ohne Erdogan angereist, ausgepfiffen. Bei Williams ist das umgekehrt. Das Publikum ist verzückt und die Jury vergibt 27 Punkte.

AfD-Schocker eKat

Ingolf Lück und eKat versuchen danach, Llambi während ihres Quicksteps mit einem Schwarz-Rot-Goldenen Outfit auf ihre Seite zu ziehen. Das gelingt. Mit 29 Punkten gewinnen sie Runde eins. Ekaterina Leonova trägt ein Deutschland-Kleid, das den AfD-Wählern unter den RTL-Zuschauern Tränen der Freude in die Augen treibt. Die verfliegen natürlich, als ihre kurze "Wer ist denn die geile Alte, die mit dem Wochenshow-Trottel tanzt?"-Recherche ergibt, dass sie ausgerechnet in Wolgograd geboren wurde.

In der zweiten Runde zeigen die Promis ihre Lieblingstänze. Weil die "Let's Dance"-Redakteure viele Kinder haben und oft bei McDonald's essen, heißt diese Kategorie "Happy Dance", die Barbara Meier mit einem Wiener Walzer eröffnet. Sie verteidigt ihre bislang einzigen 30 Punkte vom ersten Wiener Walzer aus Show sieben. Es folgt Judith Williams. Sie wählt Paso Doble. "Magisch" findet Motsi Mabuse. Auch hier 30 Punkte. Gleiches versuchen Ingolf Lück und eKat dann mit ihrem Tango. Es gelingt. 30 Punkte. Nachdem Lück zumindest bis letzte Woche eindeutig der Sieger des Publikums war, führt er heute nach zwei von drei Runden zusätzlich souverän die Jury-Tabelle an. Eine Vorentscheidung?

Freestyler

Der letzte Tanz der Finalisten ist der Freestyle. Barbara Meier wurde von den Zuschauern eingangs kritisch gesehen und rausgewählt. Nur durch Jimi Blues Verletzung kam sie zurück. Ihren Freestyle, in dem sie den Film "Bodyguard" nachtanzt, findet Motsi "hektisch", Jorge "rhythmisch schwierig" und auch Llambi sieht keine Top-Leistung. Ausgerechnet ihr allerletzter Tanz bringt nur 24 Punkte. Damit ist klar: Um zu gewinnen, müsste sie das Zuschauer-Voting gewinnen.

Judith Williams zeigt sich in ihrem Freestyle zu "Die Hexen von Oz" grün geschminkt. Auf grün stehen auch die Ampeln der Jury. Motsi bricht tränenüberströmt ihr Urteil ab, Llambi übernimmt. Sie ist aber auch schwanger, da soll man ja grundsätzlich näher am Wasser gebaut sein. Erneut 30 Punkte. Judiths Dank an ihre Familie wird dann ebenfalls rührselig, obwohl sie nicht schwanger ist. Ihre Töchter, der Beweis, dass sie es aber zumindest mal war, liegen heulend Vater und Oma in den Armen. Tränen lügen nicht.

Last Man Dancing

Den wirklich allerletzten Tanz der gesamten Staffel legen danach Ingolf Lück und eKat aufs Parkett. Sie tanzen zu "Shrek" und enden in einem Jubelorkan des ausrastenden Studiopublikums. Und auch Jorge Gonzales ist nahe an der Schnappatmung: "Ich liebe das! Zugabe!" Selbst Llambi zeigt sich in Feierlaune und gibt das kürzeste Urteil seiner Karriere ab: "Holt euch die 30 Punkte, fertig!" Und so kommt es. Aus Publikumsliebling Lück wird rechtzeitig zum Finale auch der Jury-Liebling: 89 von 90 Punkten.

Lück kam bislang durch den immensen Zuspruch der Zuschauer immer eine Runde weiter. Zuletzt im Halbfinale als Jury-Letzter gegen die hoch favorisierte Julia Dietze. So geht er nach diesem Sensationsergebnis als absoluter Gewinn-Kandidat in die Entscheidung.

Good Lück

Die Spannung ist daher eher mittelmäßig zerreißend, als Daniel Hartwich um 00:16 Uhr Ingolf Lück zum "Dancing Star 2018" ausruft. Als "Let's Dance" vor drei Monaten begann, hätte das keiner gedacht. Auch ich nicht, das gebe ich zu. Artig sage ich jetzt aber: verdient! Genau so artig bedankt sich Ingolf Lück bei seiner Profi-Partnerin Ekaterina Leonova: "Jeder Schritt, den ich getanzt habe, gehört dir!"

Beide schreiben heute Geschichte: Lück ist der älteste "Let's Dance"-Gewinner aller Zeiten, eKat der erste Profi, der den Titel verteidigen kann. Das Fazit dieses Jahres darf also durchaus positiv ausfallen. Viele Promis, die sich eingangs auf dem Parkett bewegten wie der HSV verteidigt, haben tanzen gelernt. Und Victoria Swakovski moderieren. Die "Let's Dance“-Saison des Jahrgangs 2018 endet somit versöhnlich. Ich freue mich schon auf 2019.

Bis dahin: See you on the Dancefloor,

Eure Marie

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo