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Pilotsendung "5 gegen Jauch": Operation Jauch und Pocher

Oliver Pocher und Günther Jauch machen gemeinsam auf Stefan Raab: Zusammen haben sie nach Angaben eines Branchendienstes eine Pilotsendung für eine neue Gameshow aufgezeichnet. Testweise. Die Spekulationen über Pochers Zukunft dürften damit weiter angeheizt werden. Und sein Wechsel von der ARD zu RTL wird immer wahrscheinlicher.

Von Katharina Miklis

Geht er oder geht er nicht? Um die Zukunftspläne von Oliver Pocher wird in diesen Tagen viel spekuliert. Während man sich bei der ARD nach dem jüngsten "Operation Walküre"-Eklat noch nicht geeinigt hat, ob der übermütige Adjutant Harald Schmidts dem Sender nun schadet oder man ihn unbedingt behalten sollte, könnten die Unstimmigkeiten um die Personalie Pocher eben diesen in die Arme eines anderen TV-Profis getrieben haben: Günther Jauch, 52. Oliver Pocher und die älteren TV-Herren - der junge Komiker scheint sich gerne an die Großen zu heften. Und die schmücken sich gerne mit dem aufmüpfigen Jungspund.

Die Verhandlungen zwischen Oliver Pocher und RTL sind seit einigen Tagen ein offenes Geheimnis. Während sich Oliver Pocher auf Nachfrage von stern.de noch nicht zu seinen Zukunftsplänen äußern möchte, berichtete der Medienfachdienst DWDL.de von einer Testsendung, die RTL-Moderator Günther Jauch und ARD-Komiker Oliver Pocher am gestrigen Montagabend in Hürth bei Köln aufgenommen haben sollen. Der Titel des Formats lautet demnach "5 gegen Jauch", mit Günther Jauch als Kandidat und Oliver Pocher als Moderator. Fünf Kandidaten, möglicherweise Prominente, sollen gegen Jauch antreten. Bei welchem Sender das Format ausgestrahlt werden soll, steht allerdings noch offen.

Pocher und Jauch auf Stefan Raabs Spuren

Sowohl das Management Pochers als auch der Kölner Sender halten sich zu den Gerüchten bedeckt. RTL-Sprecherin Anke Eickmeyer zu stern.de: "Wir pilotieren viel und entwickeln ständig neue Formate". Die aktuellen Spekulationen will man jedoch nicht kommentieren. "Sollte es eine neue Sendung mit Herrn Pocher und Herrn Jauch geben, werden wir rechtzeitig darüber informieren".

Wen wollen Sie im Fernsehen sehen?

Dem Medienfachdienst zufolge wird die Sendung, die sich an Stefan Raabs inzwischen in 16 Länder verkaufte Show "Schlag den Raab" orientieren soll, von Jauchs Firma I&U TV produziert. Eine tatsächliche Zusammenarbeit von Oliver Pocher und Günther Jauch wäre eine Sensation, kommt jedoch nicht überraschend. Schon bei Jauchs Prominentenausgabe von "Wer wird Millionär?" saß Oliver Pocher auf dem Stuhl und gewann eine Million Euro. Auch in der ARD-Sendung "2008! Das Quiz", produziert von Jauch und moderiert von Frank Plasberg, traten beide zusammen auf und schienen bestens zu harmonieren. Mit den komplizierten ARD-Gremien haben ebenfalls beide Moderatoren ihre Erfahrungen gemacht. Auch Günther Jauch stand vor zwei Jahren zwischen den Stühlen. Ein Wechseln von RTL zum Ersten stand damals kurz bevor. Nach Kritik vor allem von Rundfunkräten, blieb er aber bei RTL.

Pocher: Zu skandalös für die ARD?

Fakt ist, dass Pocher sich nach dem Ende der Late-Night-Show "Schmidt & Pocher" im April in der ARD neu orientieren muss. Beim Rundfunkrat des Südwestrundfunks (SWR) war man regelmäßig aufgebracht über die Auftritte des 30-Jährigen. Zuletzt sorgte sein Auftritt mit Wehrmachtsuniform und Augenklappe nach dem Kinostart von Tom Cruises Stauffenberg-Film "Operation Walküre" für Kritik.

Auch der Dialog zwischen Pocher und der Skandalrapperin Lady Bitch Ray im April letzten Jahres bei "Schmidt & Pocher" rief die Aufsichtsgremien der ARD auf den Plan. ARD-Programmdirektor Volker Herres betonte zwar bereits mehrfach, Pocher halten zu wollen, weil er sich von ihm eine Verjüngung der Zuseher erwarte. Der Vorsitzende des SWR-Landesrundfunkrates, Volker Stich, betonte jedoch kürzlich "die überwiegende Mehrheit von uns, bestimmt 80 bis 90 Prozent, ist der Meinung, dass Herr Pocher der ARD nicht gut tut". Der SWR-Landesrundfunkrat sei froh über das Ende von "Schmidt & Pocher". "Wir sind absolut unzufrieden mit dem Format."

In Branchenkreisen wird erwartet, dass sich Pocher nach der "Echo"-Verleihung am 21. Februar zu seiner beruflichen Zukunft äußern wird. Oliver Pocher wird gemeinsam mit Barbara Schöneberger das Event in der ARD moderieren.