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"Sing meinen Song - Das Tauschkonzert": Warum Nena die Künstlerin der Stunde ist

Neue Runde in Xavier Naidoos heiterem Tauschkonzert: In der ersten Folge standen die Lieder von Nena im Mittelpunkt. Annett Louisan gelang eine besonders hübsche Version, ein anderer Musiker hatte dagegen seine Probleme.

"Sing meinen Song"

Sie bestreiten die dritte Staffel von "Sing meinen Song": Alec Völkel, Xavier Naidoo, Annett Louisan, Samy Deluxe, Nena, Wolfgang Niedecken, Sascha Vollmer und Seven.

Zum dritten Mal hatte Xavier Naidoo zu "Sing meinen Song" nach Südafrika geladen, und wieder einmal war eine illustre Runde unterschiedlicher Künstler seinem Ruf gefolgt: Kölsch-Rocker Wolfgang Niedecken, die Country-Popper The BossHoss, Chansonniere Annett Louisan, der Schweizer Funk-Künstler Seven und Rapper Samy Deluxe. Und Nena.

Deren Werk stand im Mittelpunkt der ersten Folge. Was eine glückliche Fügung war, denn irgendwie ist sie aktuell die Künstlerin der Stunde: Ihr Song "Irgendwie, irgendwo, irgendwann" bildet die Grundlage für die Erdogan-Satire "Erdowie, Erdowo, Erdogan". Die wiederum bei Jan Böhmermann den Ehrgeiz weckte, noch einen draufzusetzen - und der damit die aktuelle Krise auslöste, die das halbe Land seit Tagen in Atem hält.

Ein Nena-Hit fehlte

Ob Zufall oder nicht: Ausgerechnet "Irgendwie, irgendwo, irgenwann" fehlte beim Tauschkonzert. Dafür wurden den Zuschauern durch die Bank interessante Coverversionen von Nenas Songs geboten. Sascha Vollmer und Alec Völkel von The BossHoss verpflanzten Nenas "Leuchtturm" von der Küste in die staubige Wüste und machten aus ihrem frühen Neue-Deutsche-Welle-Hit einen erstklassigen Country-Song.

Samy Deluxe machte es sich etwas einfach und performte den von ihm mitgeschriebenen Nena-Song "Berufsjugendlich", der bei ihm nicht wirklich anders klang als auf Nenas letztem Album "Oldschool". Wie kreativ man mit den Songs umgehen kann, demonstrierte dann Annett Louisan, die Nenas Debütsingle "Nur geträumt" in einen Sechziger-Jahre-Soulpop-Song verwandelte, mit röhrendem Saxofon und lasziver Kieksstimme.

Als Nena ein Signal bekam

Zwei Anläufe brauchte dagegen der Schweizer Funk-Sänger Seven. Nachdem ihm beim ersten Versuch der Text entfiel, gelang ihm schließlich eine furios groovende Variante von "99 Luftballons", die Xavier Naidoos soulige Version von "Wunder geschehn" locker in den Schatten stellte.  Den Schlusspunkt in dieser harmonischen Runde setzte Wolfgang Niedecken, der "Liebe ist" op kölsch darbot.

Ein starker Auftakt, der nebenbei Raum für allerhand Anekdötchen bot. So verriet Nena, dass ihre Plattenfirma anfangs "99 Luftballons" gar nicht als Single herausbringen wollte, weil sie darin kein Hitpotenzial sah. Und erzählte die unglaubliche Geschichte, dass sie auf der Beerdigung von Nena-Gitarrist Carlo Karges 2002 "das Signal" erhalten habe, sich selbst zu covern - was in dem Erfolgsalbum "Nena feat. Nena" mündete.

Einen neuen Song brachte die 56-Jährige auch zur Aufführung. Der unterstrich die These, dass Nena die Künstlerin der Stunde ist: Er heißt "Genau jetzt".