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Sonja Gerhardt: Das ist die wilde Maja aus "Honigfrauen"

Sie gilt als eines von Deutschlands größten Schauspieltalenten: Sonja Gerhardt begeistert mit ihrem natürlichen Spiel Zuschauer und Kritiker. Momentan ist sie im ZDF-Dreiteiler "Honigfrauen" zu sehen. Ein Treffen mit der Berlinerin.

Sonja Gerhardt

Sonja Gerhardt ist momentan im ZDF-Dreiteiler "Honigfrauen" zu sehen

Wer das deutsche Fernsehen in letzter Zeit nur ein wenig verfolgt hat, der kam an Sonja Gerhardt nicht vorbei. Von "Jack the Ripper" bis zu "Deutschland 83": Überall war die 28-Jährige zu sehen. Und dann kam "Kudamm 56". Als schüchterne Monika, die dank Rock'n'Roll wieder Lebensmut findet und sich - soweit für die 50er Jahre möglich - emanzipiert, gewann sie die Herzen der Zuschauer. Prompt bekam Sonja Gerhardt dafür im Februar den Deutschen Fernsehpreis verliehen.

"Das war ein besonderer Moment", sagt die Schauspielerin beim Pressegespräch in Hamburg. "Die Wertschätzung von der Branche freut mich am meisten. Ich habe darauf lange hingearbeitet und bin sehr ehrgeizig - das muss man in diesem Beruf auch sein."

Von der Telenovela-Darstellerin zur gefeierten Schauspielerin

Es ist dieser Ehrgeiz, der sie dahin gebracht hat, wo sie jetzt ist, vorgezeichnet war der Weg keineswegs. Gerhardt wurde 1989 in Berlin geboren, ist dort aufgewachsen. Sie hat einen älteren Bruder, ihr Vater ist Feuerwehrman, die Mutter arbeitet in einer Fahrschule. "Ich hab mir das alles selbst erarbeitet und darauf bin ich wahnsinnig stolz", sagt sie.

Schon als Fünfjährige tanzte Gerhardt im Kinder-Ensemble des Friedrichstadt-Palastes, als sie dafür zu alt wurde, kam das Angebot einer Schauspielagentur. Gerhardt dreht seit über zehn Jahren fleißig, nahm alles mit, was ihr in den Weg kam, von der Soap ("Schmetterlinge im Bauch") bis zum "Tatort". "Ich hätte selber nicht gedacht, dass ich es mal von der Telenovela zu internationalen Produktionen wie 'Deutschland 83' schaffe. Da spielt auch viel Glück eine Rolle, zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein."

Geholfen hat es sicherlich, dass sie irgendwann dem UFA-Chef Nico Hofmann auffiel. "Sonja besitzt un­glaubliches Talent und eine tolle Ener­gie", sagte er einmal über sie, er produzierte neben "Deutschland 83" auch "Kudamm 56" mit ihr. 

"Honigfrauen" im ZDF: Sommer, Sonne, Stasi-Spitzel: Die DDR in Badehose
Honigfrauen

An drei Sonntagen nimmt der ZDF-Mehrteiler "Honigfrauen" die Zuschauer mit in die 80er an den Balaton. Die Schwestern Catrin (Cornelia Gröschel) und Maja (Sonja Gerhardt) freuen sich auf den Sommer ihres Lebens - und treffen in Ungarn erstmals auf Wessis. Die nennen Frauen aus dem Osten "Honigfrauen": "Weil wir so süß sind", glaubt Maja. "Weil die so an einem kleben", lachen die Bayern.


Sonja Gerhardts Spiel ist natürlich und kommt ohne große Effekte aus. Sie hat eine Präsenz, die an Hollywoodstars wie Jennifer Lawrence erinnert. Aktuell ist sie im ZDF-Dreiteiler "Honigfrauen" zu sehen, wo sie die lebenslustige Maja spielt, die aus der DDR an den Balaton kommt und dort ihr Glück sucht. "Mit den größeren Rollen traut man mir mittlerweile auch mehr zu. Früher musste ich mich stärker beweisen, gerade als junge Frau hatte ich oft mit Vorurteilen zu kämpfen. Aber jetzt mit mehr Erfahrung ist das anders und das ist schön", freut sich Gerhardt über ihren Erfolg.

Demnächst stehen die Dreharbeiten zur Fortsetzung von "Kudamm 56" an und so kommt die Schauspielerin Stück für Stück ihrem Wunsch näher: "Irgendwann möchte ich meinen Eltern ein Häuschen kaufen können, das ist mein Ziel."

Video: Warum wünschen sich Ostdeutsche die DDR zurück?