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ARD und ZDF: Das große Schweigen der Polit-Talkshows zur GroKo – das steckt dahinter

Große Leere in den deutschen Talkshow-Studios. Zu besprechen gibt es nach der GroKo-Entscheidung zwar vieles, doch "Anne Will", "Maischberger" und Co. fallen aus. Das sind die Gründe.

Talkshow-Studios von ARD und ZDF

In der Woche nach der GroKo-Entscheidung bleiben die Talkshow-Studios von ARD und ZDF leer

"Hart aber fair" am Montag, "Maischberger" am Mittwoch, "Maybrit Illner" am Donnerstag und " " am Sonntag – so sieht der Talkshow-Fahrplan im deutschen Fernsehen aus, seit Jahren.

Genauso verlässlich ist die Kritik an den Runden, gerade dann, wenn es eigentlich nicht viel zu bereden gibt. Die Themenauswahl zu beliebig, die Gespräche zu seicht, heißt es dann in den TV-Kritiken (auch im  ). Die Talkshow – bloß ein nicht hinterfragtes Ritual? Plaudern um des Plauderns Willen?

Themen gibt es dank GroKo genug

Nein, richtig interessant werden die Sendungen meist dann, wenn sie auf aktuelle Ereignisse reagieren können. Mit spannenden Gästen, die etwas zu sagen haben und dabei helfen zu verstehen, was da in , Brüssel oder Washington so vor sich geht.

In dieser Woche gibt es genug Diskussionsstoff: Schwarz und Rot wollen es wieder miteinander versuchen, die führt eine beispiellose Personalrochade aus, während an der Basis die Diskussion um das Für und Wider einer GroKo-Neuauflage läuft. Bei der CDU herrscht mancherorts angesichts der Postenvergabe Ratlosigkeit, einige sehen schon das Ende von Bundeskanzlerin Merkel aufziehen. Und die Sechs-Prozent-Partei CSU darf sich jetzt mit einem ominösen Heimatministerium schmücken, ihr 68-jähriger Vorsitzender feiert seine Rückkehr in die Bundesregierung.

Zu bereden und zu erklären gibt es viel in diesen Tagen. Doch bei ARD und bleiben die Talkshow-Studios in dieser Woche leer.

Frank Plasberg durfte am Montag zwar noch ran. "Macht, Mann, Missbrauch – was lehrt uns der Fall Wedel?", fragte er in "Hart aber fair" seine Gäste, als noch nicht klar war, was sich zwei Tage später in der Hauptstadt abspielen sollte.

Polit-Talkshows fallen aus

Am Mittwoch, dem Tag der GroKo-Enscheidung, musste "Maischberger" im Ersten der Übertragung des DFB-Pokalspiels und der Fußball-Sprechstunde "Sportschau Club" weichen. Ein "Brennpunkt" schaffte es ins ARD-Programm, eingezwängt zwischen "Tagesschau" und Schalte ins Gelsenkirchener Stadion.

Das ZDF immerhin konnte seinen Zuschauern ein viertelstündiges "Was nun, Frau Nahles?" und ein "ZDF spezial" anbieten. Getalkt wird aber auch im ZDF in dieser Woche nicht. Der "Illner"-Abend am Donnerstag fällt aus, weil der Karneval das Programm bestimmt: "Kölle Alaaf – die Mädchensitzung".

Auch am Sonntag, wenn normalerweise Anne Will zum Gespräch bittet, müssen Talkshow-Junkies sich in Verzicht üben. Auf den "Tatort" folgt "Mordkommission Istanbul", Will macht planmäßig Pause. In die hat sich auch Frank Plasberg verabschiedet, sodass die ARD Montagabend statt "Hart aber fair" den "Karneval in Köln 2018" ausstrahlt. Am kommenden Mittwoch dann ist "Maischberger" zurück. Das geplante Thema allerdings: "Flucht aus Europa". Es ist Themenabend im Ersten.

Erst am kommenden Donnerstag herrscht wieder Talkshow-Business as usual: Maybrit Illner ist zurück und mit ihr die gleichnamige Sendung im ZDF, über eine Woche nach der GroKo-Entscheidung. Drei Tage später flimmert dann auch wieder "Anne Will" über die deutschen Fernseher.

Die närrische Zeit ist dann vorüber – womöglich aber auch der Diskussionsbedarf.


Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo