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"Tatort" aus Münster: Der junge Professor Boerne und seine Schwäche für Lakritz

Wie wurde Professor Karl-Friedrich Boerne zu dem Besserwisser, der er heute ist? Diese Frage beantwortet der neue "Tatort" aus Münster - und dank Boernes Vergangenheit lassen sich auch zwei Todesfälle klären.

Tatort: Lakritz aus Münster

Professor Karl-Friedrich Boerne als 14-jähriger Nerd. Er gab Mathe-Nachhilfe und hatte eine Vorliebe für Lakritz.

  • 3 von 5 Punkten
  • Solide Krimi-Unterhaltung aus Münster, die neben zwei Todesfällen auch die Vergangenheit von Professor Boerne aufklärt

Worum geht's?

Hannes Wagner (Pierre Siegenthaler) gehört zu Münsters mächtigen Männern: Als Meister des Wochenmarktes entscheidet er seit 40 Jahren über die Vergabe von Standlizenzen und damit über das Wohl und Wehe zahlreicher Händler. Doch am Morgen nach seinem Dienstjubiläum liegt Wagner tot in seiner Villa, vergiftet mit einem Zyankali getränkten Lakritz. Die Aussage seiner Haushälterin - "Er ist tot - endlich" - lässt ahnen, dass Wagner mit seiner selbstherrlichen, arroganten Art nicht überall beliebt war. Kommissar Thiel (Axel Prahl) und seine Kollegin Nadeshda Krusenstern (Friederike Kempter) ermitteln im Umfeld des Wochenmarktes, um auszuschließen, dass womöglich weitere vergiftete Produkte in Umlauf gelangen. Professor Boerne (Jan Josef Liefers) forscht derweil in seiner eigenen Vergangenheit und stößt auf Parallelen zwischen einem 40 Jahre zurückliegenden Suizid und dem Mord an Wagner.

"Tatort: Lakritz" aus Münster

Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl) und Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) müssen den Mörder des Münsteraner Marktmeisters finden. Er starb an einem vergifteten Lakritz.

Warum lohnt sich dieser "Tatort"?

Die Geschichte lebt vor allem durch Rückblicke in die Vergangenheit - Boernes Vergangenheit. Als Teenager war er ein pummeliger Besserwisser mit einer Schwäche für Süßigkeiten und Monika Maltritz, Tochter eines Lakritz-Fabrikanten, der er Mathe-Nachhilfe gegeben hat. Schon damals besaß er einen scharfen Verstand und die Fähigkeit, Dinge klug zu hinterfragen. Eine Eigenschaft, die sich Boerne auch als Erwachsener bewahrt hat und die hilft, das Rätsel der Gegenwart mit Hinweisen aus der Vergangenheit zu lösen.

Was stört?

Seit ihrem ersten Fall im Oktober 2002 haben sich Thiel und Boerne eine riesige Fangemeinde erspielt. Ihre Fälle folgen jedoch stets dem gleichen Schema: Mord, Klamauk und kuriose Figuren. Das ist dieses Mal nicht anders. Auch Thiels schräger Vater, der in der Episode Drogen vor einem Seniorenheim vertickt, hat wieder seinen Auftritt. Es gibt wenig Innovatives, wenig Überraschendes in diesem "Tatort". Der Fall ist kurzweilig, aber auch so zeitlos, dass er schon vor fünf Jahren hätte ausgestrahlt werden können.

Die Kommissare?

Während Boerne in der Vergangenheit schwelgt, versucht Thiel ganz akut etwas zu ändern. Der Kommissar hat sich mehr Bewegung und eine gesündere Ernährung verordnet. Statt Wurst gibt es Gemüse, statt Bier nur noch Tee und Wasser. Seiner Laune ist das nicht gerade zuträglich, weshalb er sich mehrheitlich durch den Fall grummelt. In einem schwachen Moment bezeichnet er Boerne sogar als seinen Freund und nicht als Kollegen, was der Professor gerührt zu Kenntnis nimmt.

Ein- oder Ausschalten?

An Lakritz scheiden sich die Geister: Entweder man liebt oder man hasst sie. Genau so ist es mit dem Münsteraner "Tatort". Fans sollten die neuen Folge nicht verpassen, alle anderen können sie sich sparen.