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Turbulenter Songcontest: Ralph Siegel wettert gegen ESC-Voting

Ralph Siegel kennt den ESC schon seit Jahrzehnten. Mit dem Ende des ereignisreichen Vorentscheids ist der Komponist eigentlich zufrieden, nur "dieses unerträgliche Voting" stößt ihm sauer auf.

Altmeister Ralph Siegel beim ESC in Kopenhagen: Ann Sophie wird ihre Sache schon gut machen

Altmeister Ralph Siegel beim ESC in Kopenhagen: Ann Sophie wird ihre Sache schon gut machen

ESC-Urgestein Ralph Siegel hat schon lange keinen Beitrag mehr für den Songwettbewerb geliefert, jedenfalls keinen deutschen. Seine Meinung aber zählt immer noch, schließlich kennt er die Veranstaltung seit Jahrzehnten. Beim "Focus" haben sie ihn deshalb als Experten angeheuert und was er über die turbulente Vorentscheidung in Hannover sagt, schmeichelt vielen, aber (mal wieder) nicht dem öffentlich-rechtlichen Veranstalter.

Ann Sophies Song für Österreich

Vor allem "dieses unerträgliche "Voting" geht dem Altmeister gegen den Strich, bei "Focus Online" fragt er sich, warum es nicht wieder in eine normale Publikumsabstimmung zurückführt" werde. In der Sendung "Unser Song für Österreich" gab es drei Abstimmungsrunden. Erst traten alle acht Sänger beziehungsweise Bands auf. Dann präsentierten die vier Musik-Acts mit den meisten Stimmen je ein zweites Lied. Schließlich traten die beiden Besten noch mal an. "Vier durften ihren zweiten Song dann gar nicht präsentieren!", empörte sich Siegel.

Begeistert von Andreas Kümmert

Mit dem Ergebnis an sich hat der Liedermacher keine Probleme. Gewinner der Herzen, Andreas Kümmert, habe ihn schon bei "Voice of Germany" begeistert. "Seine Stimme und Performance erinnert an Joe Cocker und hinterließ schon von Anfang an bei mir den Eindruck, dass hier ein Talent geboren wurde, das glaubwürdig, ehrlich, hochbegabt in allen Belangen der Musik ist." Vermutlich werde Kümmert nun groß durchstarten, und Siegel wünscht ihm, dass er mit dem kommenden "Ruhm und Trubel" gut zurechtkomme.

Auch Ann Sophie, die Zweite, die zur Siegerin ernannt wurde, werde in Wien einen guten Eindruck hinterlassen - da macht sich Siegel keine Sorgen. Ein weiterer Wermutstropfen für den Komponisten war allerdings, dass er selbst (mal wieder) nicht berücksichtigt wurde. "Leider hatte ich trotz mehrfacher Bewerbung wieder keine Chance, einen Titel in der Sendung zu platzieren", schreibt er, glaubt aber auch, dass "wir gegen Andreas Kümmert wohl auch keinen Blumentopf gewonnen hätten".

And the winner is: Barbara Schöneberger

Die eigentliche Gewinnerin des Abends aber ist Barbara Schöneberger, die für souveränen Auftritt Lob von allen Seiten bekommt. Nicht nur von Ralpf Siegel, der sie "Queen of Entertainment" nannte. Die "Süddeutsche Zeitung" schreibt, sie habe die Liveshow "trotz erheblicher Turbulenzen souverän über die Runden" gebracht, und für die "Bild" habe Schöneberger "geistesgegenwärtig eine ganze TV-Show gerettet". Die Gepriesene selbst war am Freitagabend wieder im Fernsehen zu sehen. In der "NDR Talk Show" zeigte sie sich noch "erschöpft", wie sie selbst sagte, nachdem der Abend zuvor "ein bisschen anders" als geplant verlaufen sei.

nik