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TV-Film "Das Ende der Geduld": Über den Kampf einer Richterin gegen Gewalt

Die Berliner Richterin Kirsten Heisig verurteilte kriminelle Jugendliche zum Schulbesuch, zu gemeinnütziger Arbeit oder zum Gespräch mit Opfern. 2010 nahm sie sich das Leben. Stoff für ein TV-Drama.

Martina Gedeck in der Rolle der Kirsten Heisig im Film "Das Ende der Geduld"

Martina Gedeck in der Rolle der Kirsten Heisig im Film "Das Ende der Geduld"

Sie geht keinem Konflikt aus dem Weg, sie will nicht beliebt sein, sie gibt die kriminellen Kids aus Berlin-Neukölln nicht auf. "Distanz kann ich nicht", sagt Jugendrichterin Corinna Kleist (Martina Gedeck) in dem Fernsehfilm "Das Ende der Geduld", der heute um 20.15 Uhr im Ersten gezeigt wird. Das Drama heißt genauso wie das Buch, das die bundesweit bekannte Jugendrichterin Kirsten Heisig geschrieben hat. Kurz nach Heisigs Suizid im Sommer 2010 ist ihr Vermächtnis erschienen.

Der Film greift die Analyse der Juristin zur Jugendkriminalität auf. Und er fragt, was falsch gelaufen ist bei der Integration. Was die Zuschauer aus einer Parallelwelt krimineller arabischstämmiger Familienclans mit Drogen und Armut im sozialen Brennpunkt Neukölln zu sehen bekommen, ist noch schonungsloser und zugespitzter als das Buch der Juristin. Der Film läuft als Teil der ARD-Themenwoche zur Toleranz "Anders als Du denkst".

Das Neuköllner-Modell

Heisig hatte gegen alle Widerstände das Neuköllner Modell initiiert. Nach diesem Modell werden die Straftaten von Jugendlichen in wenigen Wochen geahndet - und nicht erst Monate später. "Die Kids müssen schnellstmöglichst die Konsequenzen spüren", sagt Kleist in dem Film fast beschwörend zu einem skeptischen Kollegen. Martina Gedeck ("Das Leben der Anderen", "Die Wand") spielt die ungeduldige Richterin eindringlich und differenziert. "Und was ist mit den Opfern?", fragt sie nachdenklich. Es soll nicht immer nur um die Täter gehen.

Die Widerstände in den Behörden gegen eine engere Zusammenarbeit treiben Corinna Kleist um. Sie gibt nicht auf, versucht immer wieder einen neuen Anlauf - und stellt alles infrage. Gedeck zeigt eine engagierte Frau, die immer härter gegen sich selbst wird. Kleist nimmt auch Tabletten und absolviert einsame Jogging-Runden. Nur in einem Satz offenbart die Juristin, dass sie auch Kinder hat.

Heisig habe keine Angst gehabt, zu polarisieren, sagt die Schauspielerin laut Pressetext. "Es ist gut, einen solchen Menschen nicht zu vergessen, und der Film wird dazu beitragen." Die 53-Jährige war ebenso wie ihr Schauspieler-Kollege Jörg Hartmann ("Weissensee") und Regisseur und Produzent Christian Wagner ("Ghettokids", "Hopfensommer") etliche Male im Amtsgericht Tiergarten. Dort hatte Heisig ihren Arbeitsplatz.

"Richterin Gnadenlos"

Hartmann spielt den liberalen Richter Herbert Wachoviak. "Wir sind Richter, keine Sozialarbeiter", gibt dieser im Film zu bedenken. "Mediengeil, berechnend, eine Irre", ereifert er sich über Kleist und kann sich doch nicht entziehen. Als "Richterin Gnadenlos" wurde Kirsten Heisig tatsächlich angefeindet. "Das ist doch kein Rassismus, wenn wir die Gesetze konsequenter anwenden", sagt die Film-Richterin.

Corinna Kleist will Rafiq, der als Drogenkurier für seinen Bruder und Intensivtäter Nazir aus einem libanesischen Clan unterwegs war, eine Chance geben. Doch die Dinge entwickeln sich anders als gedacht. Eine Lehrerin wird verprügelt, ein Mädchen vergewaltigt, im Gerichtssaal gelogen. Dazwischen agiert auch der desillusionierte Polizist Hück (gespielt von Sascha Alexander Gersak), der die vielschichtigen Probleme auf drastische Punkte bringt. An einigen Stellen entsteht das Gefühl, dass sich Realität und Film vermischen.

Ist die Gesellschaft machtlos, was kann ein Einzelner bewirken? Zu den Fragen im Mittelpunkt des 90-Minuten-Streifens sagt Regisseur Wagner: "Es gibt Hoffnung, wenn Menschen über das Normale hinausgehen und ihnen nicht alles gleichgültig ist." Kirsten Heisig stehe für "Zivilcourage in eingeschlafenen Strukturen". Aber "eine Ikone war sie eher nicht", sondern zutiefst menschlich. Wagner bedauert, dass er Heisig nicht persönlich kannte.

Kritik am Film

Der 55-Jährige betont auch, dass längst nicht alle in Deutschland lebenden Araber kriminell seien. "Das ist kein Film, der gegen Libanesen ist." Viele Potenziale lägen brach. Die Gesellschaft müsse sich fragen, warum es nicht gelingt, Migrantenkinder besser in Schulen einzubinden oder warum deren Eltern oft nur schwer zu erreichen seien. "Wenn es über das Neuköllner Modell gelingt, nur einen jungen Menschen von einer kriminellen Laufbahn abzubringen, wäre das schon was", sagt Wagner.

Mittlerweile regte sich bereits Kritik am Film: Der Berliner Jugendrichter Andreas Müller, Weggefährte Heisigs, sagte in einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Ich erkenne Kirsten und ihr Werk in dem Film nicht wieder." Obwohl Heisig Depressionen hatte, erwecke der Film den Eindruck, ihr Tod könne andere Motive gehabt haben. "Es kommt so rüber, als hätte sie einfach aufgegeben", so Müller. "Kirsten Heisig war aber krank und sonst nichts." Bedrohungen aus Heisigs Leben seien ihm nicht bekannt.

Müller warf den Machern außerdem vor, dass der Film zum Auftakt der Themenwoche Toleranz Vorurteile gegen Migranten noch verstärken könnte: "Ich bezweifle, dass dieser Film etwas für die Toleranz tut." Dass Corinna Kleist alias Kirsten Heisig zu einer Muslimin sagt, sie brauche kein Geld, sondern einen Deutschkurs, wundert Müller: "So etwas hätte Kirsten nie gesagt."

yps/DPA / DPA
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(