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TV-Kritik "Menschen bei Maischberger": Der Koryphäen-Zoo blickt zurück

Bei Sandra Maischberger hechelten Experten im Schnelldurchgang durch das "Panikjahr 2011". Der Kollaps kommt auch 2012 nicht, versprachen die Welterklärer: Doch wo war eigentlich Helmut Schmidt an diesem Abend?

Von Jan Zier

Helmut Schmidt fehlt. Dabei war der kleine Egomane, pardon: der ewige Altkanzler, doch eine ganze Weile schon nicht mehr bei "Maischberger" zu Gast. Und: Er darf eigentlich in keiner Runde von Welterklärern und Krisendeutern fehlen. Zu all den Journalisten in Sandra Maischbergers Runde hätte der "Zeit"-Herausgeber zudem hervorragend gepasst. Aber gut. Der Koryphäen-Zoo zum Thema "Panikjahr 2011: Kommt 2012 der Kollaps?" ist auch so bestens ausgestattet.

Von Helmut Schmidt ist natürlich trotzdem die Rede, vor zart rosafarbenem Hintergrund rückt er ins Bild: Sandra Maischberger hat ihn zu einem "Gewinner des Jahres" gekürt. Der Kabarettist Mathias Richling findet dessen unaufhörliche Popularität übrigens "unerklärlich" - und vergleichbar nur noch mit der der ewigen katholischen Kirche. Dazu passt, dass Roger Köppel, der wirtschaftsliberale Chefredakteur der Schweizer "Weltwoche", Schmidt zumindest für fast unfehlbar hält.

Ein Jahr in Stichworten

Fukushima. Eurokrise. Schuldenberge. Stuttgart 21. Der Aufstieg und Fall der Grünen, der Liberalen, der Piraten. Helmut Kohl. Guido Westerwelle. Karl-Theodor zu Guttenberg. Mubarak. Ben Ali. Gaddafi. Maischberger hechelt sich schlaglichtartig durch die Schlagzeilen und Protagonisten des ablaufenden Jahres, imitiert en passant ein wenig die Satiresendung "extra 3" und bietet mutig und fast schon konsequent all jenen eingeladenen Männern Paroli, die sich gerne zu wichtigen Themen wichtig reden hören - und das auch anderer Stelle oft im Fernsehen dürfen.

Peter Scholl-Latour etwa, der sich auch mit 87 noch durch jeden arabischen Volksaufstand nuschelt, ein TV-Experte für Geostrategie und Anekdoten, ein Mann, der alles gesehen und erlebt hat, davon gerne erzählt. Margot Käßmann, aller Fehlbarkeit zum Trotz immer noch Fachfrau für das Gutmenschentum und mediengewandteste Protestantin auf Gottes Erde. Frank Lehmann, der ARD-Börsenerklärer mit dem unerschütterlichen Glauben an den Euro. Jakob Augstein, "im Zweifel links" und Verleger des "Freitag". Roger Köppel, der Agent Provocateur der Runde, der die Energiewende von schwarz-gelb für die "populistischste politische Aktion" überhaupt hält, und die Kritik an der Atomenergie für eine "imaginierte Massenstimmung".

Der Kollaps kommt übrigens nicht

Der Kollaps kommt 2012 übrigens nicht, da zumindest sind sich alle einig. Dafür vielleicht die Eurobonds, aber wer hat die schon so genau verstanden? Wir lernen zudem, dass der Neoliberalismus entweder "ideologisch widerlegt" und im Abschied begriffen ist, wie Journalist Augstein sagt. Oder aber noch gar nicht stattgefunden hat, weil allenthalben sozialdemokratische Ideen Triumpfe feiern, wie Kollege Köppel sagt. So oder so, der Euro wird bleiben, prophezeit jedenfalls Herr Lehmann, und der Sozialstaat wird weiter gehen, also: darnieder. Und der "tugendhafte calvinistische Kapitalismus", den Peter Scholl-Latour gerne hätte, wird nicht kommen. Ebenso wenig wird Margot Käßmann SPD-Politikerin oder Bischöfin oder beides, das jedenfalls hat sie jetzt öffentlich versprochen, auch wenn außer der Moderatorin niemand so Recht danach gefragt hat. Doch es wird ja auch noch ein Nachfolger für Thomas Gottschalk gesucht. Dazu sagt Käßmann nichts.

War sonst noch was? Ach ja, was kommt denn nun 2012, wenn schon nicht der Kollaps? Eine Angela Merkel, die länger als Bundeskanzlerin regieren wird als einst der Kohl (sagt Mathias Richling). Ein Barack Obama, der als US-Präsident wiedergewählt wird – wenn auch mangels Alternativen (sagen Käßmann und Köppel). Dazu ein Fußball-Europameister aus Deutschland (sagt Lehmann).

Und nun zurück zur "Tagesschau".

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.