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Wechsel zu Sat1: Kerner und das ZDF - eine erloschene Liebe

Johannes B. Kerners spektakulärer Wechsel vom ZDF zu Sat1 wirft Fragen auf. Wie stern.de erfuhr, hat es schon seit Längerem Differenzen zwischen dem Moderator und dem Mainzer Sender gegeben. Kerner wollte mehr redaktionelle Freiheit.

Von Katharina Miklis

Nach dem Wechsel von Oliver Pocher von der ARD zu Sat1 ist der Wechsel von Kerner der zweite große Schlag ins Gesicht der Öffentlich-Rechtlichen innerhalb kürzester Zeit. Und das in einer Phase, in der kaum jemand damit gerechnet hat. Der Sympathieträger des Zweiten, Aushängeschild, Allzweckwaffe und Quotenbringer, geht nach zwölf Jahren zu dem Sender zurück, der in den vergangenen Monaten lediglich für Negativschlagzeilen gut war, nicht jedoch für Erfolgsmeldungen.

Warum Kerner letztlich den Weg zurück zu den Privaten geht, darüber kann man derzeit nur spekulieren. Weder die Produktionsfirma von "Johannes B. Kerner" noch der Moderator selbst wollen derzeit Auskunft über den Wechsel geben. Wie Sat1-Sprecherin Diana Schardt gegenüber stern.de verriet, gab es ein erstes Treffen von Kerner und Sat1-Geschäftsführer Guido Bolten zu diesem Thema erst Anfang April in Barcelona - beim legendären Spiel vom FC Barcelona gegen Bayern München. Bolten war auf Kerner zugegangen, weil er eine Sportgröße für die Fußball-Übertragung "ran" suchte. Die Chemie beim ersten Treffen soll einfach gestimmt haben, so Schardt.

Zu dieser Zeit war die Liebe zwischen Johannes B. Kerner und dem ZDF längst erkaltet. Vertragsverhandlungen zogen sich hin. Das ZDF hatte Kerner eine Verlängerung seines zum Jahresende auslaufenden Vertrages um weitere drei Jahre angeboten. Man habe sich jedoch nicht über die Konditionen einigen können. "Es ging nicht in erster Linie um das Geld", so das Statement des ZDF gegenüber stern.de. Nein, Geld war nicht das Problem. Es ging um Macht. Kerner wollte sich künftig von keinem Mainzelmännchen mehr rein reden lassen bei Themenfindung und Gästeauswahl.

Zu viel Verona, Bohlen und Co.

Wie stern.de erfuhr, gab es schon seit Jahren immer wieder Streit zwischen Kerner und dem ZDF wegen dieser Fragen. Jede Sendung, auch die Auswahl der Gäste, musste vorab redaktionell in Mainz abgenommen werden. Das ist üblich bei den Öffentlich-Rechtlichen. Nur Kerner soll dies nicht mehr gewollt haben. Zumal sich das ZDF an der seichten Gewichtung der Sendung störte. Zu viele Boulevardthemen, zu viel Verona, Bohlen und Co. Und auf der anderen Seite zu viele Polit-Interviews, in denen sich die Politiker präsentieren konnten und vom freundlichen Herrn Kerner journalistisch nicht hart genug rangenommen wurden. Das ZDF wollte das nicht - zumal immer mehr Politiker lieber zu Beckmann oder Kerner gehen als zu den politischen Interviews der Sender.

Nicht einmal richtig zu Verhandlungen soll es gekommen sein. ZDF-Intendant Markus Schächter hat lediglich einmal mit Kerner gesprochen. Am Dienstag soll es dann einen letzten Schriftverkehr zwischen ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut und Kerner gegeben haben. Dann war alles klar.

Zu wenig Rückendeckung vom Sender

Die zahlreichen Werbeverträge Kerners, die beim ZDF immer wieder für Unmut gesorgt haben, sind laut Sender kein Grund für den Wechsel gewesen. Als Kerner in der Vergangenheit unter anderem den Börsengang der Fluglinie Air Berlin bewarb, erntete er von vielen Seiten Kritik, da er zugleich für einen öffentlich-rechtlichen Sender arbeitete. Auch der Deutsche Journalisten-Verband hielt es für problematisch, wenn ein prominenter Moderator wie Kerner sein Gesicht für kommerzielle Kampagnen hergibt. Kerner beschwerte sich damals über zu wenig Rückendeckung seines Senders.

Diese Probleme wird JBK bei seinem neuen Arbeitgeber wohl nicht haben. Der gebeutelte Privatsender freut sich auf die neue, alte Lichtgestalt der Abendunterhaltung. Ein Flop nach dem anderen wurde zuletzt bei Sat1 produziert, die Quoten befanden sich im Sinkflug, der Umzug des Sender nach Unterföhring sorgte für Unmut bei den Mitarbeitern, die ihrem Arbeitgeber eine Heuschreckenmentalität vorwerfen, seit der Mutterkonzern ProSiebenSat1 von Finanzinvestoren übernommen wurde. Selbst Oliver Pocher machte sich lange vor seinem Wechsel zu Sat1 über die Probleme des Senders lustig. "Der Sparkurs würde sich demnächst auch in den Sendungen zeigen", scherzte er vor Monaten bei "Schmidt & Pocher". "Freuen sie sich auf 'Toto ohne Harry', 'Die dreisten Zwei' und 'Einer bei Kallwass'".

Letztes Aufbäumen oder die große Kehrtwende?

Doch die Häme scheint jetzt unangemessen. Mit den Neuverpflichtungen von Pocher und Kerner, dem Comeback von Sabine Christiansen zur Wahl und der Wiederbelebung der Fußballsendung "ran", die Kerner moderieren soll, scheint der neue Geschäftsführer Guido Bolten alles richtig gemacht zu haben. Ein letztes Aufbäumen oder die große Kehrtwende beim Koma-Sender? Sat1 betont gegenüber stern.de, dass es dem Sender "nie so schlecht ging, wie überall zu lesen war" und jetzt langsam das neue Gesamtkonzept Früchte trage.

Beim ZDF indes wird der gleichsam beliebte und umstrittene TV-Moderator Kerner eine große Lücke hinterlassen. Er talkt, kochte, kommentiert Sportsendungen. Teilweise hatte man gar den Eindruck, der Sender hätte außer dem Schmuse-Talker nichts zu bieten. Für das Länderspiel Deutschland-Belgien wurde der Moderator im vergangenen Jahr extra aus Peking von den Olympischen Spielen nach Nürnberg zum Fußball eingeflogen. Das ZDF hatte damals viel Kritik dafür einstecken müssen. Wer jetzt Kerners Nachfolge antreten wird, darüber will man sich in Mainz noch nicht äußern.

Nachdem Markus Lanz Kerner schon im vergangenen Sommer vertreten hatte, dürfte er der erste Anwärter auf die Nachfolge beim Late Night Talk sein. Wer Kerner als Sportmoderator beerben wird, ist völlig offen. "Sportstudio"-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein wäre eine denkbare Nachfolgerin. Die Zeiten der Kernerisierung des Fernsehens sind beim ZDF jedenfalls definitiv zu Ende.

Katharina Miklis
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(