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Prozess Depp vs. Heard Expertin sagt: "Wir alle haben Amber Heard im Stich gelassen"

Amber Heard wird von radikalen Johnny-Depp-Fans bedroht.
Amber Heard wird von radikalen Johnny-Depp-Fans bedroht.
© Ovidiu Hrubaru/Shutterstock
Amber Heard sah sich während ihres Verleumdungsprozesses gegen Ex-Mann Johnny Depp einer Flut von Hasskommentaren im Netz ausgesetzt. Doch dieser Umgang könnte neben Heard auch einer ganzen jungen Generation schaden: Nicht nur die Schauspielerin wurde im Stich gelassen.

Amber Heard wurde im Prozess gegen Johnny Depp für schuldig befunden. Die Jury verurteilte sie, 8,35 Millionen Dollar an ihren Ex-Mann zu zahlen. Doch auch im Internet wurde der Fall viel diskutiert und: Die Meinung tendierte zu Depp als "wahres Opfer". Wochenlang überschwemmten Memes und Reels, die Heard als "Lügnerin", "Psychopathin" und "Manipulatorin" bezeichnen, die sozialen Medien. Sie machten sich über ihre Haare, ihr Outfit und ihre Mimik lustig und wünschten ihr manchmal sogar den Tod.

Amber Heard: Einige User haben schon Angst, sich auf ihre Seite zu stellen

Die bissigen Kommentare haben schon eine verstummende Wirkung. Einige User haben bereits zu viel Angst, sich gegen Depp auszusprechen, weil sie nicht wollen, dass "seine Horde" sie angreift.

"Ich denke nicht, dass wir nur Amber Heard im Stich gelassen haben. Ich denke, wir haben alle Frauen im Stich gelassen, die geschlechtsspezifische Gewalt erfahren haben", sagte Mandi Gray, Expertin für Geschlechtergerechtigkeit und Forscherin an der Universität von Calgary, gegenüber "Vice News". Diese Aussage kann auch Farrah Khan gegenüber "Vice News" bestätigen, sie ist Anwältin für Geschlechtergerechtigkeit: "Man braucht ein ganzes Dorf. Es geht nicht nur um die Person, die Schaden anrichtet, sondern auch um die Menschen in ihrem Umfeld, die dies ermöglichen, unterstützen und fördern."

Beide haben auch darauf hingewiesen, dass Verleumdungsklagen sehr oft von Missbrauchstätern benutzt werden, um Überlebende weiter zu kontrollieren und zu zwingen. Gray, die das Phänomen untersucht hat, sagte, solche Gerichtsverfahren seien eine "Möglichkeit, Menschen, vor allem Frauen, öffentlich zu demütigen und Kontrolle zu gewinnen". Das liegt zum Teil daran, dass man bei einer Klage einen großen Teil seines Lebens preisgeben muss: Textnachrichten zwischen Freunden und Familien, E-Mails und mehr, die dann vor Gericht untersucht werden. Für andere Frauen, insbesondere für farbige oder ärmere Frauen, würde dies wahrscheinlich noch schlimmer ausfallen. "Wenn wir also eine weiße Cis-Frau so schlecht behandeln, was sagen wir dann den anderen?" fragte Khan.

Johnny Depp: Das sind die skurrilsten Momente des Gerichtsverfahrens

"Es ist ein Thema, das wir ernst nehmen sollten, denn dies ist eine der größten öffentlichen Fehlinformationskampagnen, die wir je über häusliche Gewalt gesehen haben", sagte Khan. "Dieser Fall prägt das Bild, das junge Menschen von häuslicher Gewalt haben."

Quelle: "Vice News"

gfk

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