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Serie Erfolgsmenschen: Vier Kinder, Bäckerin und der Kampf an die Spitze

Vier Kinder, alleinerziehend, Hunderttausende Schulden und dann auch noch eine Ausbildung in einem schlecht bezahlten Beruf. Wie Sabine Gaues sich dennoch an die Spitze der deutschen Bäcker kämpfte.

Von Kristina Kroemer

Eigentlich müsste man mal..." oder "Wenn ich mehr Zeit und Geld hätte, dann würde ich..." Viele Menschen haben Ideen für neue Produkte, Dienstleistungen oder soziale Projekte. Aber meist bleiben die Pläne unverwirklicht, weil die Umsetzung für zu aufwändig und risikoreich gehalten wird. In unserer Interviewreihe "Erfolgsmenschen" stellen wir Männer und Frauen vor, die sich davon nicht abhalten ließen und ihre Ideen in die Tat umsetzten. Sieben Geschichten, die Mut machen, sich selbst mehr zuzutrauen und Dinge einfach anzupacken.

In dieser Folge haben wir mit Sabine Gaues gesprochen. Sie ist die Exfrau des ehemaligen Promi-Bäckers Jochen Gaues, der Feinschmecker-Restaurants und auch das Kanzleramt mit seinem Brot beliefert hat. Nach einem Hygiene-Skandal musste er Insolvenz anmelden. Neben der Firma ging auch die Ehe in die Brüche.

Mit vier Kindern stand Sabine Gaues vor den Trümmern einer Existenz. Doch statt zu resignieren, startete die 48- Jährige noch einmal durch. Sie machte ihren Bäckermeister und eröffnete ihr erstes eigenes Geschäft, das "Gehrdener Backhaus". Heute hat sie insgesamt zehn gut gehende Filialen in Hannover und beliefert viele Geschäfte. Das Magazin "Der Feinschmecker" kürte sie im vergangenen Jahr zu einer der besten Bäckerinnen Deutschlands.

Frau Gaues, war die eigene Bäckerei schon immer ein Traum von Ihnen?
Ein Traum? Ja, vielleicht. Ich habe ja damals vor 26 Jahren die Ausbildung zur Bäckerin angefangen, da habe ich auch meinen Mann kennen gelernt. Ich wollte schon immer was Eigenes haben, etwas, wo einem keiner reinredet. Das war eigentlich schon während meiner Ausbildung so, aber dann haben mein Exmann und ich uns kennen- und lieben gelernt und haben zusammen das Geschäft aufgemacht. Als das dann alles den Bach runterging, als der nur unterwegs und feiern war und immer weniger Geld reinkam, da habe ich wieder angefangen, an ein eigenes Geschäft zu denken, an eins, das nur mir gehört.

Mutige Idee, doch Sie standen vor den Trümmern einer Existenz, mit vier Kindern...


Die Zeit zwischen der Trennung und dem Neuanfang war ganz schlimm. Wie oft saß ich nachts heulend am Küchentisch und habe mich immer wieder gefragt: ‚Schaffst du das? Wie soll das alles gehen? Kümmerst du dich genug um die Kinder?’. Ich hatte ja auch noch die Bürgschaften für meinen Mann am Hals, da ging’s um Summen von bis zu 400.000 Euro. Ich war extrem dünnhäutig zu der Zeit, hab’ viel mit den Kindern geschimpft – und mich oft entschuldigt, weil ich so schlechte Laune hatte.

Hatten Sie Hilfe in dieser Zeit?


Ja, an mein Vater, er ist Tischlermeister. Er hat mich immer wieder auf den Boden gebracht. Er hat mir auch Mut gemacht, wenn ich mal wieder Angst vor meiner eigenen Courage gekriegt habe. Und meinen alten Lehrherrn, er ist vom Fach. Er war und ist immer noch ein Ansprechpartner bei Fragen und Problemen.

Sie haben sich wieder nach oben gekämpft. Hat dieser Erfolg Sie verändert?


Ich bin viel selbstbewusster geworden. Ich sehe das alles nicht mehr so verbissen. Aber das Wichtigste ist, dass ich keine Angst mehr habe! Das kann mir keiner mehr nehmen, und das habe ich auch nicht geschenkt bekommen – das habe ich mir erarbeitet. Darauf bin ich stolz.

Ihr Ratschlag für jemanden, der sich selbstständig machen oder ein projekt angehen will ...?
Das Wichtigste ist meiner Meinung nach, dass man sein Ziel kennt. Dass man sein Ziel formulieren kann, mit ein paar Worten knackig beschreiben kann. Dass man eine ganz klare Vorstellung hat: ‚Ich will einen eigenen Laden haben!’ Und dann darauf hinarbeitet und durchhält, wenn’s mal schwierig wird. Eben die Zähne zusammenbeißen und nicht gleich die Flinte ins Korn schmeißen.

Hat Erfolg für Sie viel mit Geld und Macht zu tun?


Für mich spielt beides eigentlich keine Rolle. Natürlich ist es schön, wenn man Geld auf dem Konto hat, aber Antrieb war das nie für mich. Für mich ist viel wichtiger, dass alles klappt und funktioniert, dass der Laden läuft. Bei meinem 42 Angestellten muss ich natürlich die Chefin sein, klar, manchmal ist das wie im Kindergarten, dann muss man schon ein Machtwort sprechen. Aber eigentlich sind wir ein Team, wir haben keine großen Hierarchien. Wenn’s sein muss, putze ich auch das Klo oder fahre Ware aus, ich bin Teil des Teams.

Verändert Karriere den Bekanntenkreis?


Ja – ich habe in den letzten Jahren viele Geschäftsfrauen kennen gelernt, mit denen ich heute gut befreundet bin. Früher hatte ich keine Freunde, ich habe in unserem gemeinsamen Laden gestanden und ich hatte ja auch die kleinen Kinder. Für Freunde hatte ich damals, während meiner ersten Ehe, eigentlich gar keine Zeit. Jetzt lerne ich wirklich interessante Menschen kennen, mit denen ich viel Spaß habe und tolle Gespräche führen kann.

Wie bauen Sie sich selbst wieder auf, wenn Sie mal keinen Erfolg haben?


Ich lenke mich ab, stürze mich in Arbeit, buddele im Garten rum oder so. Und ich rede drüber. Mit meiner Familie und meinem jetzigen Mann. Das hilft mir, Sachen einfach abzuhaken und nach vorn zu schauen. Das ist, glaube ich, ganz wichtig: Sachen abhaken und nach vorn schauen. Vor allem, wenn man’s eh nicht ändern kann.

Themen in diesem Artikel
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(