Schwarzer statt roter Teppich, ungewohnter Rollenwechsel: Mit dem Amazon-Film "Melania" rückt US-First-Lady Melania Trump ins Rampenlicht. Der Film begleitet sie in den 20 Tagen vor dem Machtwechsel im Weißen Haus und sorgt bereits vor dem Kinostart für Diskussionen. Melania Trump fungierte bei dem Film auch als Co-Produzentin. Regie führte Brett Ratner.
Bei der Premiere im John F. Kennedy Center zeigte sich Präsident Donald Trump demonstrativ angetan. Er sagte Reportern, er sei stolz auf seine Frau; der Film sei "wirklich gut" und "sehr glamourös". Man benötige "etwas Glamour", fügte er hinzu.
Kein Dokumentarfilm, sondern "kreatives Erlebnis"
Melania Trump sagte bei der Premiere, der Film sei keine Dokumentation. Vielmehr handele es sich um ein "kreatives Erlebnis", das Perspektiven, Einblicke und Momentaufnahmen biete, berichtete unter anderem die "New York Times".
Dem US-Sender CNN sagte die gebürtige Slowenin, sie sei "sehr stolz auf den Film". Ob das Publikum ihn möge oder nicht, sei dessen Entscheidung. Man habe erreicht, was man habe erreichen wollen; für sie persönlich sei das Projekt bereits ein Erfolg.
In der Gästeschar trafen Politik und Popkultur aufeinander. Neben Kabinettsmitgliedern kamen auch prominente Unterstützer wie Rapperin Nicki Minaj und der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Mike Johnson.
Amazon investierte nach Medienberichten einen hohen zweistelligen Millionenbetrag in Produktion und Vermarktung. US-Medien berichten von einem verhaltenen Start an den Kinokassen sowie von Spannungen während der Dreharbeiten.
Zurückhaltende First Lady?
Der Film zeigt seltene Momente öffentlicher Sichtbarkeit von Melania, die sich in ihrer bisherigen Amtszeit weitgehend aus dem politischen Tagesgeschäft herausgehalten hat. Zuletzt trat sie öffentlich vor allem auf, um für ihre Memoiren zu werben. Im Wahlkampf war sie kaum präsent.
Das Ex-Model lebt seit den 1990er Jahren in den USA. Nach der Hochzeit mit Donald Trump im Jahr 2005 erwarb sie die US-Staatsbürgerschaft. Ihr gemeinsamer Sohn Barron studiert in New York.