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Abgewatscht - die Promi-Satire: Der Promi schnackselt gern

Von einer Haarstylistin am Set von Harry Potter entjungfert. Das Liebesleben hat es mit Daniel Radcliffe gut gemeint. Im Gegensatz zu Sarah Connor: Die hat derzeit offenbar nur noch Telefonsex.

Von Stefan Mielchen

Wer eine solche Mutter hat, braucht keine Feinde! Britney Spears hat sich gerade erst wieder berappelt und darf zur Belohnung bei den MTV Video Music Awards auftreten, da haut ihr Mutter Lynne gleich mal gepflegt die Vergangenheit um die Ohren. Erster Drink mit 13, defloriert mit 14 und Drogen mit 15 - Respekt! "Through the Storm" (Durch den Sturm) nennt Lynne Spears ihr Enthüllungsmachwerk, "Eine wahre Geschichte von Ruhm und Familie in einer Welt voller Klatsch". Soviel Schwulst war selten. Mit dem Buch will Mutti jetzt auch mal absahnen. Geht doch nichts über ein harmonisches Familienleben. Verletzung der Aufsichtspflicht? Ach, woher denn...

Da ist es beruhigend zu hören, dass Harry-Potter-Darsteller Daniel Radcliffe erst mit 16 zum Mann wurde. Verführt hat ihn eine damals 23-jährige Haarstylistin am Set, wie er jetzt verriet. Seinem ersten Mal gibt der Zauberlehrling die Note befriedigend: "Es war zumindest nicht lächerlich", sagt Radcliffe. Liebe kann so romantisch sein. Davon weiß auch Sarah Connor ein Lied zu singen: Seit dem Finale ihrer crazy im Fernsehen vollzogenen Ehe hat sie Marc Terenzi nicht mehr gesehen, es gab nur telefonischen Kontakt. Vielleicht ist genau das der Schlüssel zum Glück, denn Sarah erklärte diese Woche im Radio: "Es gibt keine Ehekrise". Natürlich nicht! Und Telefonsex soll ja auch ganz anregend sein.

Die Effenbergs bekommen ihre eigene Soap

Kein Vorspiel, kein Nachspiel: "Effenbergs Heimspiel" darf der geneigte RTL-Zuschauer ab Oktober sechs Mal in der Glotze anpfeifen. Stefan und Claudia gehen unter die Soapstars. Schließlich hat die Welt nichts dringender erwartet als noch eine Problem-Ehe zur besten Sendezeit. Effe und die geschiedene Frau Strunz beim Liebesurlaub, auf Shoppingtour in Las Vegas oder im schnöden Münchner Promi-Alltag - das verspricht Fernsehen auf Grimmepreis-Niveau. RTL kündigte immerhin ein "Liebes-Happyend" der von Höhen und Tiefen gekennzeichneten Beziehung an. Aber mal ehrlich: Es haben sich schon ganz andere Leute viel schlechter prostituiert.

Und damit ist nicht etwa Boxenluder Katie Price gemeint. Das Busenwunder mit den mittlerweile leicht zurückgebauten Monstermöpsen reitet leidenschaftlich gerne. Auch Pferde. Denen scheint sie sich nicht zuletzt modisch recht nahe zu fühlen. Denn auch als Pferd steht man ja morgens vor dem Kleiderschrank und weiß nicht, was man anziehen soll. "In den Geschäften gibt es ja leider nur langweiliges Zubehör für Pferde", klagt Price. Doch siehe da, selbst ist der Gaul: Price entwirft jetzt Vierbeiner-Mode - Ulla Popken für die gewöhnliche Stute! Wundert es da noch, dass Karl Lagerfeld zum Tier wird? Der Modeschöpfer hat sich jetzt als Kuschelbär für Steiff selbst entworfen. Er kostet schlappe 1000 Euro und trägt Sonnenbrille, weißes Stehkragenhemd und schwarze Seidenkrawatte. Die Schnitte stammen von Lagerfeld, der auch die Anproben überwachte. Kein Wunder: "Ich interessiere mich nur für mich selbst und für mein Spiegelbild", sagt der Meister. Bescheidenheit ist eine Zier (doch besser lebt sich's ohne ihr).

Ob Wolfgang Joop auch bald für Steiff modelt? Vielleicht irgendwas Hübsches aus Schlangenleder? Der Potsdamer hat jetzt offenbart, dass er gerne die Nase voll hat: "Ich will, dass ein Mann nach Mann riecht", sagte Joop der Bunten. Bei Geschlechtsgenossen sei ihm wichtig, dass sie immer nach demselben Duft riechen. "Ich will ihn ja im Dunkeln identifizieren können", so Joop, der Darkrooms offenbar mehr schätzt als Toiletten: "Ich bin kein Freund von grünen Düften", erklärte er. "Gewaschen hab ich mich und nach Toilettensteinchen will ich nicht riechen." Da sollte er aber noch mal ein ernstes Wort an die Parfumeure im eigenen Laden richten.

Claudia Jung geht in die Politik

Wonach Elton John riecht, will man lieber gar nicht wissen. Gestunken hat es ihm zumindest in dieser Woche in London ganz gewaltig. Gemeinsam mit Sängerin Lily Allen moderierte er den "GQ Men of the Year"-Award - und das allein war schon preiswürdig. Sir Elton lästerte über das auf offener Bühne vollzogene Besäufnis seiner Co-Moderatorin, und die lallte zurück: "Fuck you, Elton, ich bin vierzig Jahre jünger als Du und habe noch mein ganzes Leben vor mir". Was dieser souverän konterte: "Ich kann dich immer noch unter den Tisch koksen!" Nächstes Jahr moderieren dann beide den "Junkie of the Year"-Award.

War sonst noch was? Na klar: Schlagersängerin Claudia Jung geht in die Politik und will in den bayerischen Landtag. Die gebürtige Rheinländerin mit Jodeldiplom ("Atemlos") kandidiert für die Freien Wähler, die auch die ehemalige Fürther Latexlandrätin Gabriele Pauli aufstellten. "Viele Leute trauen einer Schlagersängerin politische Ambitionen nicht zu" sagte Jung, die unter ihrem nicht ganz so glamourösen bürgerlichen Namen Ute Singer kandieren muss. Wahlkampf hält La Jung allerdings nicht für nötig, und begründet dies mit einem erhellenden demokratietheoretischen Ansatz: "Bei uns auf dem Land geht es eher ums Gesehenwerden." Selten war Politik so simpel. Als Bürger muss man dergleichen wohl so hinnehmen. Denn wie singt Claudia Jung in einem ihrer Lieder: "Auch, wenn es nicht vernünftig ist - ich kann mich nicht dagegen wehren."