HOME

Abgewatscht - die Promi-Satire: Reich und Schön auf Jobsuche

Ob Musiker, Model oder Möchtegern-Thronfolgerin - nicht mal als Promi kann man den Launen des Arbeitsmarktes entgehen. Doch wer wird denn gleich resignieren? Ex-Spice-Girl Mel B. bewirbt sich beim Playboy, Joe Cocker in einem Bio-Gewächshaus und Kate Middleton wird schon beim Arbeitsamt erwartet.

Von Stefan Mielchen

Arbeitslosigkeit ist eines der drängendsten Probleme unserer Zeit. Niemand ist davor gefeit, obwohl es ja immer wieder heißt: Wer wirklich arbeiten will, findet einen Job. So ist in dieser Woche auch Hartz-IV-Empfängerin Kate Middleton öffentlich unter Druck geraten. Auf Geheiß der Queen muss sie sich entscheiden: Entweder die Gespielin des britischen Thronfolgers sucht sich wieder Arbeit - oder aus der Ehe mit Prinz William wird nichts! Wahrscheinlich möchte die Queen sich keine Sozialbetrügerin ins Haus holen. Sonst klingelt demnächst noch ein Sat-1-Team von "Gnadenlos gerecht" am Buckingham Palace. Das Arbeitsamt hat für Kate daher einen Top-Job auserkoren: Patin einer Tier- oder Kinderorganisation. Damit würde sie nicht mehr als "arbeitsscheu" gelten, heißt es. Nee, is' klar! Kate Middleton hatte bislang allerdings noch keine Zeit, persönlich im Jobcenter vorzusprechen: Sie weilt zum Liebesurlaub in der Karibik.

Schuldenabbau leicht gemacht

Von so etwas kann Gunter Gabriel ("Hey Boss, ich brauch' mehr Geld") nur träumen. Dennoch gibt es gute Nachrichten: Gabriel ist endlich raus aus den Schulden, die 500.000 Euro sind ganz ohne Peter Zwegats Hilfe abgearbeitet. Gabriel hatte im Fernsehen gesagt, er wolle bei Fans daheim für einen Tausender auftreten. Womit niemand rechnen konnte: Gabriel hat tatsächlich noch Fans und so kam das Geld schneller zusammen als gedacht. Jetzt arbeitet er bereits am Comeback.

Von Brustimplantaten und einer Playboy-Bewerbung

Daran werkelt auch Mel B.: Das ehemalige Spice-Girl sucht nach einer sinnstiftenden Tätigkeit und hat sich daher als Playboy-Model ins Gespräch gebracht: "Ich habe kein Problem damit, nackt ums Haus zu laufen", sagte die Sängerin. Gut, dass wir das auch endlich wissen. Ihre Qualifikation für das Busenblatt beschreibt sie wie folgt: "Ich bin nicht dürr, sondern habe weibliche Rundungen." Ungefragt mischte sich auch Supermodel Koks Moss in die Körbchen-Debatte ein. Sie bezeichnete Brustimplantate als schrecklich, wollte sie aber für sich selbst nicht ausschließen: "Wenn ich schlaffe Brüste haben sollte, so wie Frauen sie haben, nachdem sie Kinder bekommen haben, würde ich sie operieren lassen."

Ob sie sich bei akutem Hirnschwund ebenfalls unters Messer legen würde, sagte Moss nicht, prangerte aber den Hunger in der Welt an: "Als ich am Anfang meiner Karriere auf Modenschauen arbeitete und in der Economy Klasse geflogen bin, hat mir nie jemand was zu essen gegeben." Ein Fall für Menschenrechtsaktivistin Bianca Jagger! Die hat allerdings momentan keine Zeit, sich um solch krasse Diskriminierungsfälle zu kümmern. Jagger muss einen Ring suchen, den sie in Salzburg verloren hat: Platin mit einem Aquamarin von 15 Millimetern Durchmesser. Wert: 200.000 Euro. Was man als Menschenrechtsaktivistin halt so trägt.

Der Spaß mit Eiern und Tomaten

Wie sich die Zeiten ändern: Früher pflanzten gestandene 68er alles an, was sich ordentlich in eine Tüte stopfen ließ. Aber heute? Drogenexperte und Musiklegende Joe Cocker wurde auf seine alten Tage zum Biogärtner und bekannte jetzt bei einem Öko-Open-Air: "Ich liebe es einfach, Tomaten anzubauen und deren Duft zu genießen."

Ganz im Gegensatz zum Drogenexperten Mark Medlock, der erst noch zur Musiklegende werden will und in geschlossenen Räumen auftreten muss. Der Bohlen-Zögling hat zu Tomaten derzeit ein eher gespaltenes Verhältnis, seit er bei einem Konzert im sächsischen Zwickau mit selbigen beworfen wurde. Ein paar Eier machten die Sache rund. Statt gesunde Vitamine zu naschen, erwiderte Medlock in gepflegtem Hochdeutsch: "Solche verfuckten Eierwerfer! Ich reiß mir hier den Arsch auf, und ihr schmeißt mit Eiern!" Als diese feinsinnigen Argumente nicht ankamen, wurde das Konzert abgebrochen.

Schlagersänger, Staubsauger-Vertreter und Stil-Ikonen

So etwas könnte Silvio Berlusconi natürlich nicht passieren. Italiens so genannter Ministerpräsident arbeitet gerade an einem neuen Album mit italienischer Volksmusik. Sein Publikum ist aber in der Regel erlesener als das des Superstars: Wladimir Putin und George W. Bush mussten die Songs schon live ertragen. Und die würden natürlich nie mit albernen Tomaten werfen, wo sie über ordentliche Atombomben verfügen. Berlusconi war in seiner Jugend nicht nur Sänger auf Kreuzfahrtschiffen, sondern schlug sich überdies als Staubsaugervertreter durch. Wäre das nichts für Mark Medlock? Eine Karriere als singende Vorwerk-Verkäufer?

War sonst noch was? Na klar: Ole von Beust und Klaus Wowereit konnten in dieser Woche so richtig punkten! Die Zeitschrift "Men's Health" kürte sie zu den am besten angezogenen Politikern des Jahres 2008. Da ist es sicherlich purer Zufall, dass in der Jury unter anderem Promifigaro Udo Walz saß. Weniger zufällig dürfte Oskar Lafontaine in dem Ranking auf dem letzten Platz gelandet sein. Mit Schmuddelkindern spielt man eben nicht! Wowi und Ole jedoch sollten sich Gedanken machen: Bundespräsident Horst Köhler ist ihnen stilmäßig dicht auf den Fersen - Platz drei! Was nicht unbedingt für das schwarz-rote Dreamteam spricht. Bruce Darnell: husch, husch zum Coaching!

  • Stefan Mielchen