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Betty Ford: Trauer um engagierte Präsidenten-Witwe

Bekannt war Betty Ford in erster Linie für ihren Kampf gegen Alkoholismus und Drogensucht. Gestern starb die ehemalige First Lady der USA im Alter von 93 Jahren im Kreis ihrer Familie.

Betty Ford, die Witwe des früheren US-Präsidenten Gerald Ford, ist tot. Sie starb mit 93 Jahren in einer Klinik im kalifornischen Rancho Mirage, wie ihre Familie am Freitag mitteilte. Elizabeth "Betty" Ford machte sich vor allem durch ihren Kampf gegen Alkohol- und Tablettensucht sowie gegen Brustkrebs und für die Gleichberechtigung von Frauen einen Namen.

Engagement für Suchtkranke

Nach dem Ende der Amtszeit von Gerald Ford nahm die frühere First Lady 1978 den Kampf gegen ihre eigene, seit Jahren bestehende Alkohol- und Tablettensucht auf - und machte ihre Krankheit zum öffentlichen Thema. Um Menschen auf dem Weg aus der Sucht zu helfen, gründete sie 1982 zusammen mit anderen die Entzugsklinik Betty Ford Center im kalifornischen Rancho Mirage. Seitdem haben in der Klinik zehntausende Menschen ihre Suchtkrankheit bekämpft, unter ihnen zahlreiche Prominente. So suchten unter anderem Lindsay Lohan, Elizabeth Taylor, Ozzy Osbourne, Drew Barrymore, Johnny Cash, David Hasselhoff und Liza Minnelli Hilfe in dem Zentrum. Heute gilt das Betty Ford Center als eine der besten Therapieeinrichtungen auf seinem Gebiet.

In einem Interview über die Klinik sagte Betty Ford einst: "Mir wird oft von Menschen, die sich erholen, gesagt: 'Du hast mein Leben gerettet' und 'Du hast mein Leben umgekrempelt'. Sie erkennen nicht, dass wir ihnen bloß die Mittel bereitstellen, das selbst zu erreichen - das ist alles. Das ist ein Geschenk Gottes, was mich angeht."

Obama würdigt Verdienste

US-Präsident Barack Obama würdigte die Verdienste Betty Fords. Sie habe "dabei geholfen, das soziale Stigma um Sucht zu verringern und hat dabei tausende inspiriert, sich in dringend notwendige Behandlung zu begeben". Sie sei zudem eine entschlossene Kämpferin für die Gesundheit und die Rechte von Frauen gewesen. Nancy Reagan, die Witwe des früheren US-Präsidenten Ronald Reagan, äußerte sich bestürzt über Fords Tod und würdigte deren Engagement gegen Brustkrebs, Alkohol- und Drogenmissbrauch. Der frühere US-Präsident George Bush senior bezeichnete Ford als "wunderbare Frau und Mutter, große Freundin und mutige First Lady". Niemand habe die "Kämpfe des Lebens tapferer und ehrlicher ausgefochten" als sie.

Betty Ford hatte sich auch öffentlich für die Berufung von Frauen auf wichtige Posten eingesetzt - in einer Zeit, als das in der republikanischen Partei ihres Mannes noch nicht selbstverständlich war. Als kurz nach dem Einzug ins Weiße Haus Brustkrebs bei der First Lady festgestellt wurde, machte sie dies publik und warb für die Enttabuisierung des Themas.

Inzwischen wird das Betty Ford Center von ihrer Tochter Susan Ford Bales geleitet.

roh/DPA/AFP/Bang / DPA