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BBC-Interview Er wollte sie sogar heiraten: Corinna zu Sayn-Wittgenstein über ihre Beziehung zu Juan Carlos

Corinna zu Sayn-Wittgenstein, geborene Larsen, und Juan Carlos führten von 2004 bis 2009 eine Beziehung
Corinna zu Sayn-Wittgenstein, geborene Larsen, und Juan Carlos führten von 2004 bis 2009 eine Beziehung
© Mikhail Metzel/epa efe Kai Foersterling / Picture Alliance
In einem exklusiven Interview mit der BBC hat Corinna zu Sayn-Wittgenstein über den früheren spanischen König Juan Carlos gesprochen. Darin verrät sie erstmals Details zu ihrer damaligen Beziehung.

Der frühere spanische König Juan Carlos stand in den vergangenen Wochen im Fokus der Aufmerksamkeit: Er verließ am 3. August Spanien klammheimlich, um offenbar einem Ermittlungsverfahren zu entgehen. Berichten zufolge sei er in eine Korruptionsaffäre verwickelt und wollte laut eigenen Angaben durch seine Abreise größeren Schaden vom Ansehen des Palastes abwenden. Seither hält er sich in Abu Dhabi auf. 

Das Ansehen von Juan Carlos hatte in den vergangenen Jahren allerdings schon Schaden genommen. Unter anderem wegen einer unglückseligen Elefantenjagd 2012. Damals war auch Carlos' Ex-Geliebte, Corinna zu Sayn-Wittgenstein, mit dabei. In einem exklusiven BBC-Interview hat sie nun erstmals Details zu ihrer damaligen Beziehung und zur Elefantenjagd preisgegeben.

Darin erzählt sie etwa, dass sie den König 2004 bei einer Schützenparty kennengelernt habe, nachdem sein Gewehr versagt hatte. "Da ich mich damit gut auskenne, habe ich ihm gesagt, was schiefgegangen war." Seitdem hätten die beiden eine innige Beziehung gehabt, sagt die 55-Jährige. Die beiden hätten eine "starke, tiefe und bedeutungsvolle Beziehung" geführt, gibt Sayn-Wittgenstein zu. Er habe sie sogar heiraten wollen.

Corinna zu Sayn-Wittgenstein über Beziehung zu Juan Carlos

Dazu sagt sie: "Ich war sehr in ihn verliebt, aber ich habe vorausgesehen – ich bin ein politischer Stratege –, dass dies sehr schwierig werden könnte. Und ich dachte, es könnte die Monarchie destabilisieren. Deshalb habe ich dies nur als Zeichen der Ernsthaftigkeit der Beziehung gedeutet und nicht als etwas, das tatsächlich eintreten würde." 

Diese Details sind neu: Bisher hieß es, dass Carlos und Sayn-Wittgenstein "innige Freunde" gewesen seien. Sie erklärt jedoch: Gute Freunde wurden die beiden erst, nachdem ihre Beziehung 2009 scheiterte.

Der Grund dafür: Juan Carlos habe neben ihr noch eine weitere Liaison gehabt. Daran hatte die 55-Jährige damals allerdings zu knabbern, erzählt sie. Ihr Vater sei an Bauchspeicheldrüsenkrebs verstorben und sie hätte Unterstützung gebrauchen können. Stattdessen erfuhr sie, dass Carlos noch eine andere Frau hatte: "Es hat mich buchstäblich am Boden zerstört – es war das Letzte, was ich erwartet hatte. Ich brauchte wirklich emotionale Unterstützung nach dem Tod meines Vaters, aber diese Nachricht war emotional ein monumentaler Schock für mich. Mir ging es ein paar Monate lang wirklich schlecht."

Sayn-Wittgenstein über die Elefantenjagd

In dem sehr ausführlichen Interview spricht Sayn-Wittgenstein weiterhin über ein ungewöhnliches Geschenk, das ihr Juan Carlos gemacht habe: Er habe ihr 65 Millionen Euro geschenkt, aus "Dankbarkeit, Liebe und um mich zurückzugewinnen", erzählt sie. Das Geld könnte allerdings aus einer Schmiergeldzahlung des saudischen Königshauses stammen, die über die Schweiz abgewickelt worden war. Geschenkt habe er ihr die Summe 2012, allerdings wollte er sie 2014 zurückhaben. Im September soll Corinna zu Sayn-Wittgenstein daher in Spanien aussagen.

Ein weiteres Thema des Gesprächs: der verhängnisvolle Safari-Trip nach Botswana 2012. Dort entstand damals ein Foto mit einem totgeschossenen Elefanten, das dem Ruf von Juan Carlos dauerhaft schaden sollte. Gegenüber der BBC versichert Sayn-Wittgenstein allerdings, dass sie damit nichts zu tun gehabt hatte: "Ich bin Jägerin, aber ich habe nie einen Elefanten getötet und würde es auch nie tun."

Nach der Reise habe man sie allerdings unter Druck gesetzt, erzählt sie weiter. Man habe ihr gedroht, ihr Schaden zuzufügen, sollte sie mit den Medien über Juan Carlos sprechen. Sie sei zudem in den Fokus des spanischen Geheimdienstes gerückt, der sie überwachte. Trotz schwieriger Momente und unschöner Erinnerungen bedauere sie die Erfahrungen, die sie gemacht hat, aber nicht: "Ich bereue meine romantische Beziehung zu Juan Carlos überhaupt nicht. Ich habe sehr ehrliche Gefühle für ihn. Und ich bin äußerst traurig über die Wendung, die alles genommen hat."

Verwendete Quelle: "BBC"

maf

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