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Deutsche Schauspielerin: "Trostlos, schmerzerfüllt und entsetzt": Esther Schweins äußert sich zum Tod ihres Mannes

Esther Schweins hat im Jahr 2017 ihren mallorquinischen Lebensgefährten verloren. Sie sagt, ihre Freunde und Familienangehörige hätten sie gerettet. Eine Rückkehr nach Deutschland schließt die 49-Jährige aus.

Esther Schweins lebt mit ihren beiden Kindern auf Mallorca

Esther Schweins lebt mit ihren beiden Kindern auf Mallorca

DPA

Schauspielerin Esther Schweins hat in zwei aktuellen Interviews über den Tod ihres Lebensgefährten gesprochen. Der Vater ihrer beiden Kinder starb 2017 an Krebs. "Tatsächlich war ich nach dem Tod meines Mannes zum ersten Mal in meinem Leben gottlos", erinnert sich die 49-Jährige im Gespräch mit dem "Zeit Magazin". "Trostlos, schmerzerfüllt vom Leid meines Mannes und entsetzt über die präzise Grausamkeit, mit der Krebs und Chemotherapie so konsequent einen Körper zerstören", beschreibt sie ihre Gefühlslage von damals.

Ein Lichtblick seien ihre Freunde und Familienangehörigen gewesen. Sie hätten die zweifache Mutter gerettet. "Alle waren sofort da [...] Direkt, ungefragt, am Morgen nach der Nachricht waren sie da", sagt Schweins. So konnten "unsere Kinder über Wochen gar nicht in eine Richtung taumeln oder gar fallen, weil einfach immer jemand da war. Und weil man mir ganz still viel abgenommen hat." Wenn Freunde so etwas miteinander erleben, müsse man sich "nie mehr voreinander verstecken" mit "Nöten, Ängsten und Schmerzen". Das bezeichnet die Schauspielerin als eine Art von "Gnade".

Esther Schweins führt auf Mallorca einen Bauernhof

Im Interview mit der Zeitschrift "Gala" spricht Esther Schweins darüber, wie sie den Alltag als alleinerziehende Mutter und Besitzerin eines landwirtschaftlichen Betriebs meistert. Unterstützung erhalte sie etwa von sehr guten Freunden, ihren beiden Schwägerinnen und ihrer 83-jährigen Mutter, "die, wenn alles zu viel wird, in den Flieger steigt."

Die Schauspielerin wohnt mit ihrer Tochter Mina und ihrem Sohn Pau im Südosten Mallorcas. Eine Rückkehr nach Deutschland komme für sie nicht infrage. Nur für TV-Projekte steht die gebürtige Oberhausenerin ab und an in ihrer Heimat vor der Kamera. Für den NDR drehte sie zuletzt eine Reihe über Nachhaltigkeits- und Umweltthemen.

Der Klimawandel bereitet Esther Schweins Sorgen

Der Klimawandel beschäftigt sie auch privat. "Wir erfahren den Wandel am eigenen Leibe. Dürre, wenn es regnen sollte. Wassermassen, die zu Unzeiten abregnen. Stürme, die Mandelblüten wegtragen. Die Bienen, die ausbleiben.[...] Ja, ich sorge mich um die Zukunft", sagt Schweins.

Trotz allem hat sie eine positive Einstellung zum Leben. "Selbst wenn ich jammere, bin ich glücklich, solange es den Kindern gut geht", sagt sie. "Auch wenn das Leben unabdingbar Leid bringt, [...] sind wir hier, um Freude zu empfinden", ist sich die 49-Jährige sicher. Niemand habe gesagt, dass es leicht sei. Aber es gehe darum, "sich wieder aufzurichten, wieder in Balance zu kommen, was auch immer geschieht".

jum / SpotOnNews
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