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Hacker-Angriffe auf Prominente Wie Zach Braff schwul wurde

Nicht nur Großkonzerne sind Opfer von Hackern, sondern auch Prominente: Jüngstes Beispiel ist "Scrubs"-Schauspieler Zach Braff, der fälschlicherweise als schwul geoutet wurde. Ein vergleichsweise harmloser Scherz. Was die Hacker antreibt? Die Motivation ist unterschiedlich.
Von Jens Maier

Die Mitteilung klang sehr glaubwürdig. "An alle meine treuen Fans: Ich habe ein Geheimnis, das ich schon viel zu lange mit mir herumschleppe", war auf der Homepage des amerikanischen Schauspielers Zach Braff zu lesen. "Es ist Zeit, die ganze Welt wissen zu lassen, dass ich homosexuell bin." Das Outing des "Scrubs"-Darstellers verbreitete sich im Internet in Windeseile. Doch die Nachricht stammte gar nicht von Braff. Der 36-Jährige war Opfer eines Hacker-Angriffs geworden.

Unbekannte haben am Mittwoch seine Homepage geknackt und das falsche Coming-Out auf die Seite gestellt. "Meine Webseite wurde gehackt", stellte der Schauspieler auf seinem Facebookprofil richtig. Und obwohl er bereits im Oktober 2009 Opfer eines makabren Hacker-Angriffs geworden war, bei dem über das Twitter-Profil des Nachrichtensenders CNN verbreitet wurde, er habe Selbstmord begangen, reagierte Braff gelassen. "Ich bin immer noch heterosexuell und in meine Freundin verliebt."

Britney Spears für tot erklärt

Anderen Prominenten ist das Lachen längst vergangen. Britney Spears zum Beispiel. Als über ihr Twitter-Profil die Nachricht verbreitet wurde "Meine Vagina ist anderthalb Meter breit und hat rasiermesserscharfe Zähne", dachten viele Fans zunächst an einen neuen Zusammenbruch der Sängerin. Doch die Nachricht stammte von Hackern. Unzählige Male wurde Spears seitdem Opfer digitaler Übergriffe. Trauriger Höhepunkt war 2009 die Verbreitung der Meldung, dass Britney Spears tot sei. "Britney ist heute gestorben. Es ist für alle ein trauriger Tag. Mehr Nachrichten in Kürze", lautete der schlechte Scherz, der zu zahlreichen Falschmeldungen in den Medien führte.

Noch dreister gingen die Internet-Kriminellen bei Vanessa Hudgens vor. Hacker verschafften sich im März dieses Jahres Zugang auf ihren Rechner und klauten private Dateien der "High School Musical"-Darstellerin. Unter der Beute befanden sich auch zahlreiche pikante Fotos, die alsbald im Internet kursierten. Das FBI schaltete sich ein und machte den Täter dingfest. Der Mann soll ähnliche Angriffe bereits auf die Computer von über 50 Hollywood-Stars wie Christina Aguilera, Miley Cyrus und Scarlett Johansson verübt haben.

Motivation von Hackern unterschiedlich

Warum Hacker es auch auf Prominente abgesehen haben? "Es gibt keine Antwort für alle Fälle", sagt Jürgen Schmidt, Chefredakteur von "Heise Security" zu stern.de. Die Motivation könne von jugendlichem Übermut über Stalking bis hin zu politisch motivierten Taten und krimineller Energie reichen. "Was dahinter steckt, ist von Mal zu Mal unterschiedlich", sagt Schmidt. Auch Langeweile könne der Auslöser für eine Hacker-Attacke sein.

Beim 18-jährigen Deniz aus Duisburg war es zunächst pure Neugierde, die ihn auf die Idee brachte, die E-Mail-Konten von Lady Gaga zu hacken. Er wollte an noch unveröffentlichte Songs der Sängerin kommen. "Es ging halt darum, wer die beste Musik hat", erklärte Deniz in der TV-Sendung . Es sei wie ein Wettkampf gewesen. "Wer die beste Musik hatte, hatte einen höheren Rang im Forum", sagte Deniz. "Das war wie eine Sucht. Halt aus Liebe zur Musik." Doch schließlich kam er auf die Idee, damit Geld zu machen und verkaufte die Songs im Internet. Tausende von Euro zahlten Lady-Gaga-Fans für die Lieder. Seine Gier wurde Deniz zum Verhängnis. Er wurde festgenommen und inzwischen verurteilt.

Viele Hacker-Angriffe auf Prominente bleiben jedoch ungeklärt. Auch das falsche Outing von Zach Braff wird wohl niemals geklärt werden. Doch der Schauspieler nimmt es mit Humor. Seinen schwulen Fans, die sich über sein Outing zu früh gefreut hatten, machte er Hoffnung: "Ich bin auch nicht zu hetero: Ich liebe Musicals, Brunchen und Doogie Howser."

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