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Jan Hofer: Chefsprecher der "Tagesschau" erhält Morddrohungen

In einem Interview offenbarte "Tagesschau"-Sprecher Jan Hofer, dass er immer wieder Opfer von Beleidigungen und Drohungen wird. Inzwischen habe er eine Taktik entwickelt, wie er mit den Beschimpfungen umgehe.

Jan Hofer ist seit 2004 Chefsprecher der "Tagesschau"

Jan Hofer ist seit 2004 Chefsprecher der "Tagesschau"

DPA

"Tagesschau"-Chefsprecher Jan Hofer wird nach eigenen Angaben immer wieder Ziel von Beschimpfungen und Drohungen. "Da kommen Sachen wie 'Man müsste Sie aufhängen'", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Die ersten Male schlafen Sie schlecht, das kann ich Ihnen sagen." Irgendwann habe er aufgehört, sich derartige Beleidigungen anzusehen. "Sonst halten Sie das nicht aus."

Kürzlich war die Grünen-Politikerin Renate Künast vor Gericht mit dem Versuch gescheitert, gegen Beschimpfungen auf Facebook vorzugehen. Unbekannte hatten sie unter anderem als "altes grünes Dreckschwein", "Stück Scheiße" und "Geisteskranke" bezeichnet. Aus Sicht des Landgerichts Berlin stellen solche Kommentare "keine Diffamierung der Person der Antragstellerin und damit keine Beleidigungen" dar. Sie seien von der Meinungsfreiheit gedeckt. Das umstrittene Urteil hatte eine heftige Debatte ausgelöst und stößt auch bei Jan Hofer auf Unverständnis.

Jan Hofer sieht Künast-Urteil als eine Katastrophe

"Dieses Urteil empfinde ich persönlich als eine Katastrophe. Ich kann nicht verstehen, dass so etwas möglich ist, dass ein deutsches Gericht so etwas zulässt", sagte der 69-Jährige dem RND über den Gerichtsbeschluss. Mit Blick auf Künast meinte er: "Es spielt keine Rolle, ob man ihr politisch nahe steht oder nicht: Dass Menschen, die sich für dieses Land mit Herzblut einsetzen, so beschimpft werden dürfen, finde ich sehr merkwürdig." Es gebe eine Grenze. "Und in diesem Fall war diese Grenze in einigen Aussagen für mein Empfinden überschritten."

Jan Hofer arbeitet seit 1985 für die "Tagesschau". Im Oktober 2004 wurde er zum Chefsprecher befördert.

jum/DPA