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Formel-1-Weltmeister "Reißt sie alle nieder": Lewis Hamilton solidarisiert sich mit Protestierenden in Bristol

Lewis Hamilton
Lewis Hamilton ist sechsfacher und amtierender Formel-1-Weltmeister
© LM/Alessio Marini / IPA/ / Picture Alliance
Auf seinen Social-Media-Kanälen spricht sich Lewis Hamilton klar und emotional gegen Rassismus aus. Nun solidarisierte er sich auch mit Protestierenden in Bristol, die dort die Statue eines bekannten Sklavenhändlers vom Sockel gestürzt hatten.

Der Protest gegen den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd durch Polizisten hat bei Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton die Schleusen geöffnet. Auf sozialen Medien lässt er seinem Frust über rassistische Diskriminierung freien Lauf – und erntet viel Zuspruch.

Nachdem Protestierende in Bristol die Statue eines bekannten Sklavenhändlers aus dem 17. Jahrhundert vom Sockel gestürzt und ins Hafenbecken geworfen hatten, rief der sechsmalige Weltmeister Lewis Hamilton zum Sturz von Denkmälern auf. Der Weltmeister forderte von Regierungen in aller Welt, Statuen zu entfernen, die rassistische Konnotationen haben. Dazu postete er auf Instagram ein Foto der Anti-Rassismus-Demonstration in Bristol, bei der die Statue des englischen Händlers Edward Colston vom Sockel gestoßen wurde. Colston hatte seinen Reichtum zum erheblichen Teil mit Sklavenhandel erwirtschaftet. "Unser Land hat einen Mann geehrt, der afrikanische Sklaven verkauft hat! Alle Statuen von rassistischen Männern, die Geld mit dem Verkauf eines Menschen verdient haben, sollten abgerissen werden", schrieb Hamilton dazu. "Reißt sie alle nieder. Überall", so der 35-Jährige.

Zuspruch von Formel-1-Kollegen

Der Mercedes-Pilot hatte sich zuletzt mit emotionalen Aufrufen in die Debatte nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einer Polizeiaktion in den USA eingeschaltet. So hatte er das Schweigen in der Formel 1 zu den Anti-Rassismus-Protesten kritisiert und den Motorsport als "von Weißen dominiert" bezeichnet. Mehrere Formel-1-Kollegen und Teams solidarisierten sich daraufhin mit Hamilton und der "Black Lives Matter"-Bewegung.

"Lewis ist ein großartiger Botschafter und seine Anmerkungen sind sehr berechtigt, wir unterstützen ihn vollständig", sagte Formel-1-Sportchef Ross Brawn im TV-Sender Sky zu den Anti-Rassismus-Kommentaren Hamiltons. Auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff stellte sich bereits vergangene Woche hinter seinen Rennfahrer: "Ich bin glücklich darüber und unterstütze, dass er seiner Stimme Gehör verschafft hat", so Wolff in einem Sky-Interview. Er habe viel von Hamilton gelernt.

Die Statue stand bereits seit Jahren in der Kritik

Der Bürgermeister von Bristol bedauerte den Verlust der gestürzten Sklavenhändler-Statue nicht: "Als gewählter Politiker kann ich Sachbeschädigung und Unruhen wie diese nicht unterstützen", sagte Marvin Rees von der Labour-Partei am Montag. Aber die Statue eines Sklavenhändlers mitten in der Stadt sei für ihn niemals etwas anderes als ein "persönlicher Affront" gewesen, betonte der Politiker mit jamaikanischen Wurzeln.

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Der Händler Edward Colston (1636-1721) wird in Bristol seit Jahrhunderten als Wohltäter verehrt, weil er Armenhäuser und Schulen unterstützte. Sein Reichtum gründete jedoch zu einem erheblichen Teil auf dem Handel mit afrikanischen Sklaven, die unter unsäglichen Bedingungen nach Amerika verschifft wurden. Viele starben bereits an Bord, teilweise wurden sie sogar ins Meer geworfen. In den vergangenen Jahrzehnten kamen daher immer wieder Forderungen auf, die Statue zu entfernen sowie Straßen und nach Colston benannte Gebäude umzubenennen.

jgs dpa

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