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Interview

SciFi-Serie "The Outpost": Lilli Hollunder: "Ich wollte als Kind schon Mister Spock heiraten"

Die Angst des Schauspielers vor der Job-Flaute: Lilli Hollunder weiß, wie es vielen Darstellern in Deutschland geht. Doch jetzt hat die Frau von Ex-Torhüter René Adler eine Rolle in einer internationalen Serienproduktion ergattert.

Lilli Hollunder als Rebb in der US-Serie "The Outpost"

Lilli Hollunder als Rebb in der US-Serie "The Outpost"

Frau Hollunder, Sie haben in den vergangenen Jahren immer wieder öffentlich darüber gesprochen, wie es ist, wenn als Schauspielerin die Angebote ausbleiben. Vor zwei Jahren haben Sie in Ihrem Blog die Frage gestellt: "Wie lange darf ich mich eigentlich noch Schauspielerin nennen, wenn doch der letzte Drehtag immer weiter in die Ferne rückt?" Wie ist es Ihnen in der Zwischenzeit ergangen?

Es wurde von Jahr zu Jahr etwas mehr an Aufträgen, aber ich bin immer noch nicht da, wo ich hin möchte - zumindest von der Quantität. Als Schauspieler ist es ein stetes Auf und Ab. Oft fragen mich Menschen, die auch Schauspieler werden wollen, nach Tipps. Als Erstes sage ich ihnen: "Lass es!" und als Zweites: "Wenn du es wirklich willst, dann mach noch etwas Anderes."

Warum haben es Schauspieler in Deutschland so schwer?

Es ist nicht wie bei Models, die sich jeden Tag bei mehreren Castings präsentieren können. Als Schauspieler musst du gezielt zu einem Vorsprechen eingeladen werden. Das passiert leider nicht so oft. Zudem werden häufig die gleichen Namen besetzt. Deshalb ist es umso wichtiger, etwas anderes nebenher zu machen, wenn du nicht zu den auserwählten Fünf in Deutschland gehörst wie etwa Emilia Schüle oder Florian David Fitz. Und ich finde, dass man in Deutschland sehr schnell in Schubladen gesteckt wird. Bei mir ist es eben Spielerfrau und Soap-Darstellerin. In den USA interessiert es niemanden, ob du vorher eine Soap gemacht hast oder dein Mann ein bekannter Sportler ist.

Sie haben eine Rolle in der US-Serie "The Outpost" ergattert. Wie kam es dazu?

Das war ein Glücksfall. Der Sender NBC und die Produzenten der Serie sind über Instagram auf mich aufmerksam geworden, wo ich immer mal wieder meine Liebe zu SciFi-Serien und Filmen zeige. Zunächst wollten sie nur ein Interview mit mir machen, dann haben sie mich für eine Rolle in der Serie vorgeschlagen. Ich bin ausgeflippt vor Freude, aber 24 Stunden später war klar, dass ich es nicht machen kann.

Warum?

Die erste Staffel wurde in den USA gedreht und ich habe nicht so schnell ein Arbeitsvisum bekommen. Das war extrem frustrierend. Ich habe gedacht, so eine Chance kriege ich nie wieder.

Wie ging es dann weiter?

Die Produzenten von "The Outpost" haben mich für eine Rolle in der zweiten Staffel vorgeschlagen und es hat tatsächlich geklappt, denn dieses Mal wurde in Serbien gedreht und ich brauchte kein Visum. Im Nachhinein war es sogar gut, dass es beim ersten Mal nicht hingehauen hat, denn in der zweiten Staffel hatte ich jetzt einen viel größeren Part.

Wie haben Sie die Dreharbeiten erlebt?

Das war bisher der beste Dreh meines Lebens, auch wenn wir oft von 5:30 Uhr bis 22:30 Uhr gearbeitet haben. Alle am Set waren super professionell, sowohl vor als auch hinter der Kamera. Wir hatten Kampftraining und eigene Stunt-Doubles. Der Regisseur Marc Roskin war viele Jahre Assistent von Roland Emmerich und die Maskenbildnerin hat mit Mel Gibson "Apocalypto" gedreht. Die serbische Filmcrew hatte auch schon mit Rachel Weisz und Angelina Jolie hat zusammengearbeitet. Hollywoodfilme oder US-Serien werden oft in Serbien gedreht, weil es dort vergleichsweise günstig ist. Als ich "The Outpost" gedreht habe, wohnte zeitgleich auch Johnny Depp in meinem Hotel. Ich habe ihn aber nicht einmal getroffen, weil er so abgeschottet war und sogar sein eigenes Personal mitgebracht hat.

Wie war die Stimmung unter den Schauspielkollegen? Die Serie ist ja international besetzt.

Viele kannten sich bereits aus der ersten Staffel. Daher gab es eine bestehende Clique, in die es schwer war reinzukommen. Wir haben uns so ganz gut verstanden, aber es war auch sehr oberflächlich. Tief gehende Freundschaften habe ich nicht geschlossen.

Woher kommt eigentlich Ihre Faszination für Science Fiction?

Gute Frage. Ich war schon als Kind totaler SciFi-Fan, habe mit meiner Mutter die internationale "Star Trek"-Ausstellung besucht und wollte immer Mister Spock heiraten. Entweder liebt man SciFi oder man hasst es - es gibt nichts dazwischen. Ich kann mich total drauf einlassen und gut aus der Realität wegträumen.

Die Dreharbeiten für "The Outpost" sind abgeschlossen. Was kommt danach?

Ich habe noch eine weitere Serie für den Sender Syfy gedreht – "Spides". Das ist eine deutsche Serie, aber komplett international besetzt. Bisher habe ich nur eine kleinere Rolle, aber die soll ausgebaut werden, falls es eine zweite Staffel gibt. Ich hoffe, dass das klappt.

Die zweite Staffel von "The Outpost" läuft ab dem 29. August 2019 immer donnerstags um 21 Uhr bei dem Spartensender Syfy, der unter anderem über Sky zu empfangen ist