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Madonna und Guy Ritchie: Blitz-Scheidung weil er auf Unterhalt verzichtet

Madonna und Guy Ritchie sind offiziell geschiedene Leute. Ein Gericht in London hat das vorläufige Scheidungsurteil gesprochen. Bis zuletzt hatten die beiden um das Sorgerecht für die Kinder gerungen. Eine Abfindung wird keiner von beiden bekommen.

Nicht einmal eine Minute dauerte der letzte Akt in der fast achtjährigen Ehe des Glamourpaares Madonna und Guy Ritchie. Er trug den nüchternen Titel "Ciccone M L vs. Ritchie G S". Im Eilverfahren löste der High Court in London am Freitag die Verbindung des Regisseurs und der Popdiva mit dem Mädchennamen Ciccone. Nur einen Monat nach der Verkündung der Trennung sind die US-Sängerin und der Brite geschiedene Leute. Was eine Schlammschlacht um Geld und Kinder hätte werden können, endete kurz und ungewöhnlich schmerzlos. Denn im Gegensatz zu "normalen" Promi-Scheidungen gab es keinen Kampf um die Abfindung: Ritchie verzichtete angeblich auf Madonnas Millionen.

Nicht ums Geld, um die Kinder sei es gegangen, ließ der 40-Jährige vor der Verkündung des vorläufigen Scheidungsurteils verlauten. "Ich wollte es nur hinter mich bringen und mich auf die Zukunft konzentrieren", zitierte der "Daily Mirror" Ritchie. Eigentlich hätte er die Hälfte des Madonna-Vermögens einfordern können, das immerhin auf umgerechnet fast 360 Millionen Euro geschätzt wird. Aber Ritchie ist mit 30 Millionen Pfund (rund 35 Millionen Euro) auch kein armer Mann, und so wollte er Presseberichten zufolge vor allem das gemeinsame Sorgerecht für ihren Sohn Rocco, 8, und den Adoptivsohn David Banda, 3. Die beiden pendeln nun zwischen England, wo Ritchie lebt, und Amerika, der Heimat ihrer Mutter. Tochter Lourdes, 12, aus einer früheren Beziehung Madonnas bleibt in den USA.

Kein schmutziger Rosenkrieg

Von Anfang an hieß es, man wolle keine "nasty divorce" - keinen fiesen Rosenkrieg. Doch das, was "Freunde" und anonyme Flüsterer nach der Trennung Mitte Oktober öffentlich machten, war alles andere als das Zeugnis eines friedlichen Abkommens. Die Ehe, die im Dezember 2000 mit einer Märchenhochzeit in Schottland begann, hielten sie im Strudel monatelanger Spekulationen nur noch nach außen aufrecht.

Madonna soll ihrem Mann mit gedämpftem Gemüse, mystischer Kabbala und ihrem Fitness-Wahn das Leben vermiest haben. Man erfuhr sogar, dass die 50-Jährige im Anti-Falten-Kampf angeblich in Hautcremes und Plastikfolie verpackt zu Bett ging. Erschreckt las die interessierte Öffentlichkeit, dass die Kinder nicht fernsehen und statt Pommes nur Makrobiotisches essen durften. Ritchie sehnte sich, so schilderten Klatschreporter, nur nach einem Bier im Pub. Gerüchte um eine neue Liebe zur Ex-Freundin machten schnell die Runde. Und Madonna soll sich in die starken Arme des US-Baseball-Stars Alex Rodriguez geflüchtet haben.

Nach alldem mag den ehemaligen Eheleuten der Scheidungskrieg von Ex-Beatle Paul McCartney gegen Heather Mills prägend in Erinnerung geblieben sein. Etwa zwei Jahre hatten die um ihre Scheidung gezankt. Am Ende bekam Mills 24 Millionen Pfund. Körbe voller Schmutzwäsche wurden in der Öffentlichkeit gewaschen. Madonna und Ritchie hatten wohl eher ihre Karrieren im Sinn: Madonna tanzt sich derzeit auf ihrer "Sticky and Sweet"-Tour durch die Stadien dieser Welt, Ritchie dreht für einen neuen Sherlock-Holmes-Film. Nach dem Film "RocknRolla" braucht er wieder bessere PR.

Völlig leer ist Ritchie nicht ausgegangen

Die bekam er jetzt in einer anderen Beziehung: Nach dem angeblichen Millionen-Verzicht wurde er fast wie ein Barmherziger gefeiert. So war in einem Brief an die "Daily Mail" zu lesen: "Wie selten hört man von einem Mann aus der Welt der Stars mit solchem Anstand. Er ist ein viel besserer Fang als sie." Doch ganz leer wird Ritchie nicht ausgegangen sein. Die Zeitung "The Sun" will erfahren haben, dass Madonna nun vor Wut schäume, weil die Leute dachten, Richtie würde "ohne jeden Penny" gehen. Er erhalte aber einen ordentlichen Klumpen Geld, hieß es.

Offizielles wurde am Freitag nur spärlich bekannt. Wegen Ritchies "unzumutbaren Verhaltens" hatte Madonna die Scheidung eingereicht, teilte das Gericht mit. Dieses dauere weiter an, ließ Madonna per eidesstattlicher Erklärung wissen. Am High Court tauchte das Paar nicht auf. Anwälte lobten derweil die schnelle Abwicklung des Verfahrens. "Dies ist der Inbegriff davon, wie eine Scheidung ablaufen sollte", sagte der Anwalt Joe Vaitilingam. Für ein Paar, bei dem beide Partner in Millionen schwimmen, sollte der Verzicht auf das Gezänk ums Geld eigentlich ein Leichtes sein.

Annette Reuther/DPA / DPA