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Michael Jackson: Polizei gibt erste Details über Beerdigung bekannt

Fernsehsender weltweit planen Live-Übertragungen, Tausende pilgern nach Los Angeles, um dabei zu sein, wenn die öffentliche Trauerfeier für Michael Jackson stattfindet. Bislang war noch unklar, wann und wo der "King of Pop" beerdigt werden soll. Doch jetzt wurden erste Einzelheiten bekanntgegeben.

Die Familie des verstorbenen Popstars Michael Jackson plant eine Beerdigung auf dem Friedhof Forest Lawn in Los Angeles. Man arbeite mit den Angehörigen zusammen, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Weitere Einzelheiten gab er nicht bekannt. Der Friedhof befindet sich im Stadtteil Hollywood Hills. Jacksons Angehörige haben sich dazu bisher nicht geäußert.

Bruder Jermaine sagte in der vergangenen Woche nur, dass sich die Familie vor dem öffentlichen Abschied mit einigen handverlesenen Gästen an einem unbekannten Ort zu einer kleinen privaten Zeremonie treffe. Zahlreiche Reporter und TV-Übertragungswagen haben in den Hügeln von Hollywood vor einem der fünf Forest-Lawn-Friedhöfe im Raum Los Angeles Stellung bezogen.

Fans pilgern zum Staples Center

Jackson-Fans, die sich Hoffnungen auf eine der begehrten Karten für die Trauerfeier im Staples Center am Dienstag (19 Uhr MESZ) machten, sollten am Montag per E-Mail informiert werden. Tausende trafen am Wochenende, auch aus Europa und Südamerika, schon in Los Angeles ein. Britische Fluglinien meldeten einen Ansturm auf Flugtickets nach Amerika. Die Fluggesellschaft Virgin Atlantic erklärte, fast alle Flüge an die US-Westküste seien in diesen Tagen ausgebucht. "Unsere Flüge nach Los Angeles, San Francisco und Las Vegas sind proppevoll mit Michael-Jackson-Fans", sagte eine Sprecherin der Zeitung "Daily Mirror" vom Montag. Auch British Airways sprach von einem "riesigen Zustrom" von Buchungen nach Amerika, es gebe aber noch einige wenige Plätze für Flüge nach Los Angeles.

Vor dem Konzert- und Sportstadion standen sie bei strahlender Sonne Schlange, um auf einem riesigen Poster mit dem Bild der Pop-Ikone Abschiedsworte niederzuschreiben. Die Polizei hat bereits Absperrungen errichtet, um am Dienstag das Viertel rund um die Arena abzuriegeln.

Die Behörden riefen die Schaulustigen erneut dazu auf, die Feier zu Hause am Bildschirm zu verfolgen, statt die Straßen zu füllen. Nur wer ein Ticket hat, werde in den Sperrbereich hineingelassen, so die Warnung. Bis zu eine Million Menschen könnten das Spektakel in Los Angeles live verfolgen, mutmaßten einige Medien. Laut Polizei wird es keinen Trauerzug mit dem Sarg Jacksons geben.

Mehr als 1,6 Millionen Menschen hatten sich bis zum Sonntag in einer Online-Lotterie um Tickets beworben. Insgesamt werden 17.500 Karten vergeben, 11.000 für die Trauerfeier selbst, 6500 für eine Live-Übertragung ins nahe gelegene Nokia-Theater. Die Arena hat Platz für 20.000 Zuschauer. Am Sonntag gab es noch keine offizielle Liste der Stars und Künstler, die Jackson die letzte Ehre erweisen wollten. Die Trauerfeier wird auch ein riesiges Medienereignis. In den USA haben die Fernsehsender ABC, CNN, MSNBC und E! Entertainment ihre Pläne für eine Live-Berichterstattung bekanntgegeben. Wie CNN berichtete, rechnen die Organisatoren mit mehreren hundert Millionen TV- Zuschauern weltweit.

Deutsche Sender übertragen live

Die Trauerfeier wird am Dienstag auch im deutschen Fernsehen zu sehen sein. Die ARD und die Nachrichtenkanäle n-tv und N24 haben bereits angekündigt, das Live-Signal um 19 Uhr aus Los Angeles übernehmen zu wollen. Die ARD wird die Berichterstattung um 18.50 Uhr mit einem "Brisant extra" beginnen und vor der "Tagesschau" um 20 Uhr beenden. Für den späteren Abend ist gegen 22.45 Uhr eine längere Zusammenfassung geplant. Der zur RTL-Gruppe gehörige Nachrichtenkanal n-tv sendet den ganzen Tag Jackson-Berichte und startet um 18.30 Uhr ein mehrstündiges "News spezial" mit Gesa Eberl. Der zur ProSiebenSat.1 Media AG zählende Sender N24 schaltet bereits um 18 Uhr live nach Los Angeles, von wo Reporter Steffen Schwarzkopf berichtet.

Der Sänger war am 25. Juni im Alter von 50 Jahren überraschend an einem Herzstillstand gestorben. Spekuliert wird, dass möglicherweise ein überdosiertes Medikament das Herzversagen ausgelöst hat. Die Ergebnisse von zwei Autopsien stehen noch aus. Im Rahmen ihrer Ermittlungen habe die Polizei bei mindestens drei Ärzten Durchsuchungen gemacht, berichtete die "Los Angeles Times" am Sonntag. Gegen weitere Ärzte, die den Sänger mit verschreibungspflichtigen Medikamenten versorgt haben sollen, werde ermittelt, hieß es. Nach Jacksons Tod waren in seiner Villa große Mengen an Medikamenten, darunter auch das starke Narkotikum Propofol, gefunden worden.

DPA/AP / AP / DPA