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Doppelte Mikrofonpanne Erwischt! Darüber lästern Queen Elizabeth II. und Premier Cameron

Queen Elizabeth II. grinsend mit rosafarbenem Hut und dazu passendem Kleid
Ein Sprecher des Königshauses wollte die ungewöhnlich indiskrete Äußerung von Queen Elizabeth II. nicht kommentieren
© John Stillwell/WPA Pool/Getty Images
Erst die Queen, dann auch noch Premier Cameron: Beim Geburtstagsempfang der britischen Königin ist es zu gleich zwei Mikrofonpannen gekommen. Wetterte die Gastgeberin gegen China, trat der Politiker Nigeria und Afghanistan auf die Füße.

Was war denn da los? Beim Empfang zum 90. Geburtstag der britischen Königin ist es zu gleich zwei Mikrofonpannen gekommen. Nicht nur fiel die eigentlich stets diskrete Queen Elizabeth II. höchstpersönlich in einem unbelauscht geglaubten Moment recht undiplomatisch auf. Ebenso der britische Premierminister David Cameron plauderte etwas aus, das ganz sicher nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war. Das Kuriose: Auch beim Fauxpas des Politikers war die Königin anwesend.

Sie selbst hatte sich im Gespräch mit der Londoner Polizeichefin Lucy D'Orsi über chinesische Regierungsvertreter beklagt, eine Kamera schnitt dies mit. So klagte D'Orsi, die im Oktober mitverantwortlich für die Sicherheit des chinesischen Präsidenten Xi Jinping war, zunächst über das Verhalten der Gäste. Als die Königin erfuhr, welche Aufgabe die Polizeibeamtin bei dem Staatsbesuch hatte, kommentierte sie dies laut den Kameraaufnahmen, die am Dienstag bekannt wurden, mit den Worten: "Oh, was für ein Pech."

D'Orsi berichtete anschließend, wie abrupt die chinesischen Gäste ein Treffen mit der britischen Botschafterin in China, Barbara Woodward, beendet hätten. Auch die Queen merkte daraufhin an: "Sie waren sehr unhöflich mit der Botschafterin."

Kein Kommentar vom Königshauses

Ein Sprecher des Königshauses wollte die "privaten Unterhaltungen" der Queen nicht kommentieren. Er beschrieb den Staatsbesuch von Xi aber als "extrem erfolgreich". Auch die Londoner Polizei wollte sich zu dem "privaten Gespräch" der Königin mit der Polizeioffizierin nicht äußern.

Von chinesischer Seite gab es zunächst keine offizielle Reaktion. Allerdings wurde die Sendung von "BBC World" in China, in der über die Äußerungen von Elizabeth II. berichtet wurde, unterbrochen.

"Vielleicht die beiden korruptesten Länder der Welt"

Ebenfalls beim Geburtstagsempfang der Queen legte dann auch Cameron nach. In einem nicht für die Öffentlichkeit bestimmten Gespräch mit der Gastgeberin sagte der Premier mit Blick auf den Anti-Korruptions-Gipfel, der am Donnerstag in London tagt: "Da kommen die Staatschefs einiger wahnsinnig korrupter Staaten nach Großbritannien - Nigeria und Afghanistan, vielleicht die beiden korruptesten Länder der Welt." Camerons Bemerkungen wurden später mehrfach über Twitter ins Internet gestellt.

Eine Mitarbeiterin des Premierministers wies auf Anfrage darauf hin, dass die Präsidenten Afghanistans und Nigerias Probleme mit der Korruption in einer Publikation aus Anlass des Gipfeltreffens eingeräumt hätten. Nach einer Skala der Anti-Korruptions-Organisation Transparency International (TI) belegt Nigeria von 168 berücksichtigten Staaten Rang 136, Afghanistan Rang 166.

Nicht die erste Mikrofonpanne Camerons

Cameron hatte im September 2014 Aufsehen erregt, als er im Gespräch mit dem früheren New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg öffentlich sagte, die Queen habe "am Telefon vor Zufriedenheit geschnurrt", als sie über die Zurückweisung der Unabhängigkeit Schottlands durch die Bevölkerung unterrichtet wurde. Damals musste Cameron sich entschuldigen, weil er die Vertraulichkeit der Gespräche zwischen dem Regierungschef und der Monarchin verletzt hatte.

mod AFP

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