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MONARCHIE: »Deutsche« Weihnacht bei Windsors

Die Royals feierten traditionsgemäß auf Schloss Sandringham, wo Sophie Rhys-Jones ihren ersten Auftritt nach der Fehlgeburt hatte. »Fergie« musste draußen bleiben.

Anders als die Untertanen hat die britische Königsfamilie auch in diesem Jahr wieder eine »deutsche« Weihnacht gefeiert - mit der Bescherung am Heiligabend statt am Morgen des ersten Weihnachtstages. Königin Elizabeth II. (75) und der engere Familienkreis zeigten sich am Dienstag nach einem Gottesdienst auf Schloss Sandringham (Norfolk) dem wartenden Volk. Auch in diesem Jahr musste Sarah (»Fergie«) Ferguson, geschiedene Frau von Prinz Andrew, wieder draußen bleiben und mit einem Schlafplatz im Gartenhäuschen vorlieb nehmen.

Erster Auftritt nach Fehlgeburt

Sophie Rhys-Jones (36), nach der Heirat mit Prinz Edward zur Gräfin Wessex geworden, erschien erstmals wieder in der Öffentlichkeit, seit sie am 10. Dezember nach einer Eileiter-Schwangerschaft aus dem Krankenhaus entlassen worden war. Die greise Königinmutter (101) fehlte beim Kirchgang: Mitarbeiter begründeten dies mit einer Erkältung und mit der Tatsache, dass es am Dienstag in Sandringham sehr kalt gewesen sei. Im August hatte eine Bluttransfusion wegen Anämie in der Öffentlichkeit zu Sorgen um den Gesundheitszustand von »Queen Mum« geführt. Auch Prinzessin Margaret, die bereits drei Schlaganfälle erlitt, blieb der Kirche fern.

Queen schenkt »praktisch«

Mit der Bescherung unter dem Tannenbaum am Heiligabend hielten die Windsors an einer Familientradition fest, die der Ehemann der von 1837 bis 1901 regierenden Königin Victoria, der Deutsche Albert Prinz von Sachsen-Coburg-Gotha, eingeführt hatte. Über den Verlauf der Familienfeier wurde nichts mitgeteilt. Britische Medien berichten in jedem Jahr, dass die Königin - die zu den reichsten Frauen der Welt gerechnet wird - selbst gerne »praktisch« schenkt und wie viele »Normalbürger« vorzugsweise Handschuhe, Krawatten und Pullover aussucht. In diesem Jahr wurde unter anderem bekannt, dass sie bei einem der letzten Weihnachtsfeste von einem ihrer Enkel eine gelbe Quietschente für die Badewanne bekommen hatte.

Fergis Exil: ein Gartenhaus

Während sich die Familie - darunter auch Prinz Charles mit den Söhnen William (19) und Harry (17) - auf Schloss Sandringham versammelte, blieb »Fergie«, die Herzogin von York, wieder alleine. Die vor allem bei Prinz Philip (80) in Ungnade gefallene Ex-Frau von Prinz Andrew wird allerdings während der Feiertage in ihrem Gartenhäuschen von der Königin zum Tee besucht. Am Weihnachtstag durften aber die Töchter Beatrice (13) und Eugenie (11) gemeinsam mit den anderen Verwandten »im großen Haus« feiern.

Sophie gehört wieder dazu

Sophie Rhys-Jones hingegen, die gemeinsam mit ihrem Mann Edward in diesem Jahr heftige Kritik wegen ihres Auftretens in der Öffentlichkeit auf sich zog, erfreut sich allem Anschein nach der ungebrochenen Sympathie der Monarchin, in deren Auto sie zum Gottesdienst mitfahren durfte. Sie trat erstmals seit dem Verlust des Babys wieder in der Öffentlichkeit auf und schien bei guter Gesundheit zu sein. Zuvor hatten kompromittierende Äußerungen der Gräfin Wessex über Mitglieder der Regierung und des Königshauses im Gespräch mit einem angeblich Scheich sowie die Entsendung eines von Prinz Edward bezahlten Fernsehteams auf den Spuren von Prinz William für heftige Kritik in der Öffentlichkeit und für Streit zwischen den Brüdern Charles und Edward gesorgt.

Jubilarin fehlte

Die britische Prinzessin Alice, eine Tante von Königin Elizabeth, ist am Dienstag 100 Jahre alt geworden. Alice, die selten in der Öffentlichkeit gesehen wird, wurde von ihrem Sohn, dem Herzog von Gloucester, als »gebrechlich und vergesslich, aber guter Dinge« beschrieben. Sie hatte 1935 Prinz Henry geheiratet, den dritten Sohn von König Georg V. und Königin Mary. In der Königsfamilie war der Geburtstag bereits Anfang des Monats im engsten Kreise gefeiert worden. Am Dienstag erhielt Prinzessin Alice noch ein Glückwunschtelegramm, das alle britischen Hundertjährigen von der Königin bekommen.