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Warm wie im Sommer: Alle Fakten zum total verrückten Weihnachtswetter

Zu Weihnachten schlägt der Winter ganz skurrile Blüten - nicht nur an Bäumen. Denn das Wetter erinnert eher an Frühling als an Winter. In New York wird das Weihnachtswetter besonders kurios.

Eine Biene auf einer Zierkirsch-Blüte mit einer Weihnachtsbaumkugel

Zwei der Dinge auf diesem Bild passen nicht zur Jahreszeit

Die Süßwarenbranche klagt wegen des frühlingshaften Wetters über relativ schwachen Absatz. Im Dezember verkauften sich Lebkuchen, Dominosteinen und Spekulatius deutlich schlechter als sonst in der Adventszeit. "Die Weihnachtsstimmung wollte bei vielen Verbrauchern nicht recht aufkommen", sagte der Vorstandschef des Süßwarenhandelsverbandes Sweets Global Network, Hans Strohmaier. Im Schnitt isst jeder Mensch in Deutschland nach Angaben des Süßwaren-Industrieverband BDSI 840 Gramm Weihnachtssüßwaren pro Jahr - das entspricht fast 30 großen Lebkuchen. Insofern könnte sich das Wetter figurschonend auswirken - immerhin etwas.

Schwitzen beim Weihnachtsshopping

Shopping im weihnachtlich geschmückten New York, anschließend ein romantischer Spaziergang durch den verschneiten Central Park ... wenn Ihnen Szenen wie aus "Harry & Sally" im Kopf herumschwirren - vergessen Sie es! Auf bis zu 22 und 24 Grad Celsius sollen laut "Weather Channel" die Thermometer in New York und Washington steigen. Durch das schwüle Wetter fühle sich dies sogar wie bis zu 27 Grad an.

Sommer oder Winter: zwei Grad Unterschied

In Hamburg und Schleswig-Holstein war es zwei Tage vor Heiligabend fast genauso warm wie am 30. Juli - zumindest, wenn man der Wetterkarte von "Delta Radio" trauen kann. Während der "Hochsommertag" dem Norden Temperaturen zwischen 14 und 15 Grad brachte, waren es am "Wintertag" 12 bis 13 Grad.

OMG! Vergleich: Hochsommer (im Juli) / Winteranfang (heute)....is so..... (( der arne ))

Posted by delta radio on Dienstag, 22. Dezember 2015

Ähnlich stellt sich die Lage in Berlin dar, wie die "Berliner Zeitung" twittert:

Pollenflug statt Schneetreiben

Wenn die Nase läuft und man niesen muss, liegt es dieses Weihnachten womöglich nicht an einer Erkältung. Denn der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt für Heiligabend vor Pollenflug. Rund um Stuttgart, am Bodensee und insbesondere in der Rheinebene fliegen demnach zu Weihnachten die Haselpollen. Liebe Allergiker: Frohes Fest!

Die Bahn fährt

Frohe Kunde gibt es von der Bahn: Volle Züge waren an den zwei Tagen vor Heiligabend das größte Problem der Deutschen Bahn. "Alles, was rollen kann, rollt. Wir haben keinerlei Störungen", sagte eine Bahnsprecherin am Mittwoch in Berlin. Vor dem Weihnachtsfest seien der 22. und 23. Dezember in diesem Jahr die Tage mit den meisten Fahrgästen. Allerdings befinden wir uns auch gerade eher in dem Temperaturbereich, in dem Klimaanlagen ausfallen, als in dem, in dem Weichen einfrieren.

Tierische Irritationen

Während sonst im Winter Schnee und Glatteis zu mehr Verkehrsunfällen führen, sind es aktuell Wildtiere. Offenbar seien die Tiere wegen der frühlingshaften Temperaturen verstärkt unterwegs, heißt es laut NDR bei der Polizei in Mecklenburg-Vorpommern.

Wärmster Dezember?

Nach der Rekordwärme im November könnte nun auch der Dezember der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen werden. Die bislang höchste Durchschnittstemperatur in einem Dezember von 4,8 Grad im Jahr 1934 werde wahrscheinlich übertroffen, sagte DWD-Sprecher Uwe Kirsche. Derzeit liegen die Temperaturen bereits um etwa 5,5 Grad über dem Mittelwert aus mehreren Jahrzehnten von 2,6 Grad.

Kein "Winter Wonderland"

Im englischen Colchester wurde es zu teuer, die Eisbahn kalt zu halten: Das "Winter Wonderland" der Stadt in Ostengland musste dicht machen - obwohl schon etwa 5000 Tickets für die Zeit bis zum 3. Januar verkauft waren. Schuld seien nicht nur die milden Temperaturen, sondern auch das stürmische Wetter, teilten die Betreiber mit. Das sei "sehr traurig".

Die Frage, die alle bewegt

Und die Antwort darauf

Früher war nicht nur mehr Lametta, sondern auch mehr Jahreszeit. Der Winter macht jedenfalls gerade nur in nervigen Weihnachts-Werbespots seinen Job. Die Temperaturen klettern an Heiligabend auf milde 10 bis 16 Grad. Der Spitzenwert an einem 24. Dezember von 18,9 Grad in Freiburg aus dem Jahr 2012 wird aber nicht erreicht, sagt DWD-Sprecher Kirsche. Und das Wetter bleibt mild. Ein Wintereinbruch mit Schnee ist bis Silvester jedenfalls nicht in Sicht, wie Meteorologe DWD-Meteorologe Sebastian Schappert vorhersagt. Auch 2016 geht es voraussichtlich zu mild weiter. "Mit etwas kühlerer Witterung setzt sich die Wärme ins neue Jahr fort", sagt Kirsche. Nach der Langfristprognose gebe es Signale, nach denen es auch im Januar - eigentlich der kälteste Monat des Jahres - zumindest in den ersten zwei Wochen "nicht richtig deutlich kalt" werde.

mit DPA