Als Protest nach tödlichen Schüssen auf den Intensivpfleger Alex Pretti durch US-Bundesbeamte in Minneapolis am 24. Januar werden auch unter den Stars kritische Stimmen gegenüber der Regierung unter Donald Trump (79) und das Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde ICE immer lauter. Zuletzt haben sich unter anderem die Hollywoodstars Natalie Portman (44) und Edward Norton (56), ihre Kolleginnen Olivia Wilde (41) und Amanda Seyfried (40), die Horror-Legende Stephen King (78) und Bruce Willis' (70) Tochter Tallulah eindeutig positioniert.
"Das Schlimmste vom Schlimmsten"
"Was derzeit in unserem Land vor sich geht, mit der Bundesregierung, Trumps Regierung, Kristi Noem, ICE, ist absolut entsetzlich", äußert sich Portman in einem vom Branchenportal "Deadline" unter anderem bei Instagram veröffentlichten Ausschnitt aus einem Gespräch. "Was sie tun, ist wirklich das Schlimmste vom Schlimmsten der Menschheit."
Gleichzeitig sehe sie in Bürgerinnen und Bürgern, die füreinander einstehen, sich beschützen und gegen Ungerechtigkeit kämpfen das "Beste vom Besten der Menschheit". Auf der einen Seite könnte sie als US-Amerikanerin "nicht stolzer sein, wenn ich sehe, wie sich die Amerikaner verhalten. Und ich könnte gerade nicht trauriger sein, Amerikanerin zu sein, wenn ich sehe, wie sich die Regierung verhält." Portman verdeutlichte bei einem Auftritt auf dem Sundance Film Festival mit einem "ICE out"-Anstecker (dt. "ICE raus") zusätzlich, welche Meinung sie vertritt.
Wilde hatte sich beim Sundance Film Festival ebenfalls mit einem "ICE Out"-Anstecker positioniert. "Wir alle sind hier, um etwas wirklich Schönes und Hoffnungsvolles zu feiern, das Geschichtenerzählen in Filmen", sagte sie dem Branchenmagazin "Variety". "Aber die Welt leidet gerade, und dieses Land leidet. Und es ist erschreckend. Ich bin entsetzt und angewidert. Wir können nicht noch einen Tag so weitermachen und das als unsere neue Normalität akzeptieren. Es ist ungeheuerlich. Menschen werden ermordet." ICE sei eine "kriminelle Organisation".
Der Tod des 37-jährigen Intensivpflegers Pretti wurde von Seiten der Behörden als Notwehr dargestellt, schnell kamen an dieser Darstellung allerdings Zweifel auf. Der Autor Stephen King hat dazu auf der Social-Media-Plattform X vier eindeutige Worte: "Alex Pretti wurde ermordet." Die Schriftstellerin und Lyrikerin Amanda Gorman (27), die unter anderem bei der Amtseinführung des ehemaligen US-Präsidenten Joe Biden (83) aufgetreten ist, veröffentlicht dort ein Gedicht, das den Titel "Von ICE ermordet" trägt - und das sie Pretti gewidmet hat.
Eine "kaltblütige Hinrichtung"
Die Schauspielerin Amanda Seyfried postete laut Berichten mittlerweile nicht mehr zugängliche Storys bei Instagram, in denen sie andere Beiträge teilte, die sich mit der Angelegenheit befassten. In einer eigenen Story fragte sie demnach, warum der Oberste Gerichtshof der USA nicht eingreife: "Wo zum Teufel ist unser Supreme Court?"
Tallulah Willis stellt unterdessen auf Instagram ebenfalls unmissverständlich klar: "Ich bin absolut entsetzt über das, was in der Welt vor sich geht. Entschuldigung, in unserem Land." ICE sei angsteinflößender als alles andere, was sie in ihrem Leben bisher gesehen habe. Wer ein derartiges Vorgehen gutheiße und ICE unterstütze, solle sich weit von ihr entfernt halten.
"Sex and the City"-Star Cynthia Nixon (59 wirft Heimatschutzministerin Kristi Noem (54) die Verbreitung "moralisch verwerflicher, widerwärtiger Lügen über die kaltblütige Hinrichtung" eines jungen Mannes vor und teilt ein Statement der Eltern des Verstorbenen. Diese sprechen darin auch von "widerlichen Lügen". "Friends"-Star Jennifer Aniston (56) teilt unter anderem das Statement ebenso in ihren Storys bei Instagram.
Edward Norton vergleicht ICE mit Gestapo
"Wir sitzen hier und reden über Filme, während eine illegale Armee gegen US-Bürger aufgestellt wird", sagt der Schauspieler Edward Norton dem Branchenmagazin "The Hollywood Reporter". ICE vergleicht Norton zudem mit der Gestapo.
Ex-Präsident Barack Obama (64) veröffentlicht via X ein Statement von sich und seiner Ehefrau Michelle (62). In diesem heißt es unter anderem: "Die Ermordung von Alex Pretti ist eine herzzerreißende Tragödie. Sie sollte auch ein Weckruf für jeden Amerikaner sein, unabhängig von seiner Parteizugehörigkeit, dass viele unserer Grundwerte als Nation zunehmend angegriffen werden."
Zu weiteren Stars, die sich in den vergangenen Stunden kritisch gezeigt oder anderweitig Stellung bezogen haben, gehören unter anderem auch die Schauspielerinnen und Schauspieler Pedro Pascal, Florence Pugh, Mark Ruffalo, Tessa Thompson, Walton Goggins sowie Jamie Lee Curtis. Daneben äußerten sich etwa auch zahlreiche weitere Politikerinnen und Politiker wie der einstige US-Präsident Bill Clinton, Bernie Sanders oder Alexandria Ocasio-Cortez.