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Oktoberfest: Cathy Hummels hält die Wiesn für "leider ganz schön teuer"

Cathy Hummels, die Ehefrau von Mats Hummels, mag das Oktoberfest. Als Münchnerin kommt sie gerne her. "Leider ist die Wiesn ganz schön teuer", sagt sie. So viel kostet ist ein Tag in den Festzelten.

Cathy Fischer

Besitzt über 20 Dirndl: Cathy Hummels am Montag zu Gast bei Regines Sixts Damenwiesn.

Mittagszeit auf der Wiesn. Bei schönem Wetter strömen bereits um 12 Uhr viele Gäste aufs Oktoberfest. Die meisten davon Münchner. Sie verbringen hier gerne ihre Mittagspause, gehen danach wieder zur Arbeit. "Mittags ist es nicht so trubelig und ich kann entspannt mit Kollegen im Biergarten sitzen", sagt Markus Gerstner, der in einer Agentur in der Innenstadt arbeitet, nur zehn Minuten Fußweg von der Theresienwiese entfernt.

Er bestellt im Marstall eine Maß Bier für 10,30 Euro und ein halbes Hendl mit Kartoffelsalat für 14,40 Euro. Zusammen mit Trinkgeld bezahlt er 27 Euro. In den anderen Festzelten auf dem Oktoberfest sind die Preise ähnlich. Ganz schön teuer für ein Mittagessen. "Ich mache das ja nicht jeden Tag", sagt Gerstner. "Richtig teuer wird es erst, wenn man am Abend hier feiern geht", erklärt er.

Hacker Festzelt

Auch am Mittag gut besucht: Das Hacker-Festzelt am Dienstag um 13 Uhr.

Ein Tag auf der Wiesn kann schnell mehrere Hundert Euro kosten. Nicht nur Bier und Essen, auch die Fahrgeschäfte und Souvenirs sind teuer: Ein Cappuccino für 4,95 Euro im Café Kaiserschmarrn, ein Lebkuchenherz als Erinnerung für 13,95 Euro, eine Fahrt im Kettenkarussell kostet sechs Euro, fünf Fahrten im Autoscooter zehn. Macht plus Essen für eine dreiköpfige Familie zusammen über 200 Euro.

Cathy Hummels findet die Wiesn "ganz schön teuer"

"Leider ist die Wiesn ganz schön teuer", sagte Cathy Hummels, die Ehefrau von Nationalspieler Mats Hummels, dem stern. Als gebürtige Münchnerin kommt sie gerne aufs Oktoberfest, ist jedes Jahr hier. Am Montag besuchte sie die Damenwiesn von Regine Sixt, am Dienstag war sie in Käfers Wiesn-Schänke zu Gast. Obwohl die 27-Jährige keinen Alkohol trinkt, hält sie einen Oktoberfestbesuch für keinen billigen Spaß.

Aber warum ist die Wiesn so teuer? Marstall-Wirt Josef Able erklärt die Preisgestaltung mit den hohen Kosten. "Ich muss das Zelt bezahlen, die Bedienungen und die Sicherheitsleute", sagte er dem stern. "Ich möchte nicht jammern, wir verdienen hier gutes Geld", sagte er, "aber wir habe 16 Tage Zeit um Umsatz zu machen, aber das ganze Jahr über Kosten."

Wiesnwirt verdient fünf Prozent an jeder Maß

Ein Wiesnwirt verdient im Schnitt fünf Prozent an jeder Maß. Das macht je nach Zelt zirka 52 Cent pro Bier. Die restlichen 9,78 Euro gehen für Personalkosten, Anschaffungskosten, Aufbau und Lagerung des Wiesn-Zeltes, die Gema-Gebühren für die gespielten Lieder, Versicherungen, Strom und Wasser drauf. Vor allem die Kosten für Sicherheit sind in den vergangen Jahren enorm gestiegen. Fast jedes große Zelt unterhält rund 80 Security-Leute, um Schlägereien und Krawalle sofort unterbinden zu können. Außerdem fordert die Stadt München mittlerweile eine Terrorversicherung, die um die 40.000 Euro kostet.

Wer sparen will, für den hat Markus Gerstner einen Geheimtipp parat. "In den Biergärten vor den Zelten akzeptieren die meisten Wiesnwirte, wenn man sein eigenes Essen mitbringt. Das ist Münchner Tradition", sagt er. Bei schönem Wetter kann die Wiesn also immerhin ein bisschen günstiger sein.

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Schottenhamel

Schottenhamel

Für viele Wiesn-Besucher ist es das Festzelt schlechthin: Der Schottenhamel ist eine Institution. Als ältestes Festzelt wird hier bereits seit 1867 Bier ausgeschenkt. Bis heute ist es in Familienhand und wird von den Wirtsleuten Christian und Michael Schottenhamel geführt. Am ersten Wiesnsamstag findet hier auch der Fassanstich von Oberbürgermeister Dieter Reiter statt. Erst wenn er die legendären Worte "O'zapft is!" gesagt hat, dürfen auch die anderen Zelte Bier ausgeben.

Sitzplätze:

6000 innen, 3000 außen


Zu erkennen an:

Den vier Maibäumen vorm Eingang.


Das wird ausgeschenkt:

Spaten-Bräu


Das kostet die Maß Bier heuer:

11,45 Euro


Musik:

Für die zünftige Gaudi sorgt die Kapelle Otto Schwarzfischer.


Besonderheiten:

Hier sitzt man nicht an langen Bierbänken, sondern an quadratischen Tischen. Die Bedienungen tragen außerdem kein Dirndl, sondern klassische Servierschürzen mit Haube. Und: Der Schottenhamel hat einen prominenten Hilfsarbeiter vorzuweisen. 1896 drehte hier kein geringerer als Albert Einstein die Glühbirnen ein.


Wen man trifft:

Am ersten Samstag die Großkopferten: den Münchner Oberbürgermeister, den bayerischen Ministerpräsidenten und die restliche Politprominenz. Und auch unter der Woche trifft sich hier gerne, wer in München wichtig ist.


Besonders geeignet für:

Leute, die Horst Seehofer und Dieter Reiter zuprosten wollen. Aber auch Zuagroaste kommen hier auf ihre Kosten. Hier feiern Original-Münchner und Besucher gemeinsam.


Flirtchancen:

Am Abend steigt die Laune. Mittlerweile haben das Hacker und das Schützen dem Schotten aber den Rang in Puncto Partyzelt abgelaufen.

Bloß nicht: 

Schottenhamel mit zwei "M" schreiben.